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Studie aus Kalifornien

Arbeit im Haushalt kann vor Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen Haushalt: Geschirr spülen
Sie putzen, wischen und spülen nicht gerne? Vielleicht kann eine neue Studie die benötigte Motivation liefern.Foto: Getty Images

Nur intensiver Sport und hartes Training helfen dabei, gesund zu bleiben? Nein, sagt eine Studie aus Kalifornien.

Um sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, reiche es schon, alltäglichen Arbeiten nachzugehen – zum Beispiel im Haushalt. So das Ergebnis einer Studie der University of California, die jetzt im „Journal of the American Heart Association“ erschienen ist.

Alltägliche Bewegung als entscheidender Faktor

Für die Studie maßen Forscher die körperliche Aktivität von 5416 US-Amerikanerinnen im Alter zwischen 63 und 97 Jahren, die zu Beginn der Studie an keiner Erkrankung des Herzens litten. Die Teilnehmerinnen trugen im Zeitraum von Mai 2012 bis April 2014 bis zu sieben Tage lang ein Messgerät, das jede Aktivität aufzeichnete.

Jede Minute im Wachzustand wurde dabei einer Aktivitätskategorie zugeordnet:

  1. Sitzen
  2. Sitzen in einem Fahrzeug
  3. Stillstehen
  4. Gehen
  5. Bewegung im Alltag

Zur alltäglichen Bewegung gehörten auch leichte körperliche Aktivitäten, wie kochen, Geschirr spülen, Gartenarbeit, aber auch Kleidung anziehen und duschen.

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache

Wie in den USA gelten auch in Deutschland Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems als häufigste Todesursache. Betroffen sind insbesondere Menschen über 65 Jahren. Laut Statista war 2019 mehr als ein Drittel aller Todesfälle in der Bundesrepublik auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.

Nach Abschluss der Studie bis Ende Februar 2020 wurde bei 616 Frauen eine Herz-Kreislauf-Erkrankung diagnostiziert und bei 268 Probandinnen eine koronare Herzkrankheit. 253 Teilnehmerinnen hatten bis dahin einen Schlaganfall erlitten und 331 Frauen waren an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben.

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Leichte Arbeit im Haushalt schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Auswertung der Ergebnisse macht deutlich: Alltägliche Bewegung, wie etwa die Arbeit im Haushalt, kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Im Vergleich zu Frauen, die sich täglich weniger als zwei Stunden bewegten, hatten Probandinnen, die mindestens vier Stunden am Tag mit alltäglicher Bewegung verbrachten, ein um 43 Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihr Risiko, mit einer koronaren Herzerkrankung diagnostiziert zu werden, sank ebenfalls um 43 Prozent. Auch ihr Schlaganfall-Risiko war um 30 Prozent geringer. Das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, war sogar um 62 Prozent niedriger, als bei den Studienteilnehmerinnen, die sich weniger bewegten.

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Ph.D. Steve Nguyen, Erstautor der Studie und Postdoktorand an der Herbert Wertheim School of Health, fasst das Ergebnis in einer Pressemitteilung der University of California zusammen: „Die Studie zeigt, dass jede Bewegung zur Krankheitsprävention zählt. Mehr Zeit mit Bewegung im Alltag zu verbringen, wozu eine Vielzahl von Aktivitäten gehören, die wir auf den Beinen und nicht auf dem Stuhl verbringen, führt zu einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“2

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Fazit

Gerade für ältere Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System zu bekommen, ist die Studie ein Lichtblick. Denn oftmals sind Personen dieser Altersgruppe aufgrund von körperlichen Einschränkungen nicht in der Lage, sich sportlich zu betätigen. Zu wissen, dass sich schon leichte körperliche Aktivität entscheidend auf die Gesundheit auswirken kann, könnte für viele ältere Menschen ein Anreiz sein, im Alltag aktiv zu bleiben.

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Das hofft auch Ph.D. Andrea LaCroix, Hauptautorin der Studie und Leiterin der Abteilung für Epidemiologie an der Herbert Wertheim School of Public Health. In der Pressemitteilung der University of California erklärt sie: „Ein Großteil der Bewegung, die von älteren Erwachsenen ausgeübt wird, ist mit Aufgaben des täglichen Lebens verbunden, wird aber nicht als körperliche Aktivität betrachtet. Das Verständnis der Vorteile der alltäglichen Bewegung und das Hinzufügen dieser zu den Richtlinien für körperliche Aktivität kann zu mehr Bewegung ermutigen.“

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