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HPV-Aufklärung

„Vision-Zero“-Award für Krebs-Prävention an Schulen

ÄGGF-Geschäftsführerin Angela Hemme und Anne Högemann, Gynäkologin und ÄGGF-Vorstandsmitglied, freuen sich über ihren Vision-Zero-Award
ÄGGF-Geschäftsführerin Angela Hemme und Anne Högemann, Gynäkologin und ÄGGF-Vorstandsmitglied, freuen sich über ihren „Vision-Zero“-Award Foto: Getty Images/BILD/Daniel Biskup, Collage: FITBOOK
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Sophie Brünke
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Berlin, 3.6.2026
(c) Niels Starnick / BILD
Ernährungsexpertin

18. Juni 2026, 16:10 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Krebs-Prävention sollte so früh wie möglich beginnen – am besten schon im Klassenzimmer. Genau dort setzt ein Projekt an, das Kinder und Jugendliche früh erreichen will, bevor aus einer vermeidbaren Infektion Jahre später eine schwere Erkrankung werden kann. Beim „Vision-Zero“-Summit in Berlin wurde die Arbeit zur HPV-Aufklärung nun ausgezeichnet.

„Vision-Zero“-Award für die ÄGGF

Beim „Vision-Zero“-Summit am 15. und 16. Juni kamen mehr als 100 Top-Experten der Krebsmedizin bei BILD zusammen, um über neueste Forschungsdurchbrüche zu diskutieren. Das Ziel der Fachkräfte ist, jeden vermeidbaren Krebstod zu verhindern.

Die Jury unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Fröhling wählte die „Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung“ (ÄGGF) als diesjährige Preisträgerin des „Vision Zero“-Awards aus. Der Preis wird von t-online unterstützt und ist mit 10.000 Euro dotiert. Dr. Anne Högemann nahm die Auszeichnung am Montagabend im Berliner Axel-Springer-Hochhaus entgegen. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Prävention beginnt in der Schule“. Das Ziel: Junge Menschen früh über Gesundheitsrisiken informieren – und damit Krebs verhindern, bevor er entstehen kann. Im Mittelpunkt standen dabei die Prävention von humanen Papillomviren, kurz HPV. Das ist eine große Gruppe von Viren, von der über 200 verschiedene Typen bekannt sind.

Warum HPV so gefährlich werden kann

HPV gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Viele Infektionen bleiben zunächst unbemerkt oder verursachen „nur“ gutartige Feigwarzen, können allerdings auch Jahre später verschiedene Krebsarten auslösen. Dazu zählt vor allem Gebärmutterhalskrebs. Auch Tumoren im Mund-Rachen-Bereich, an Penis, Vulva oder After können mit HPV in Zusammenhang stehen. Gegen besonders gefährliche HPV-Typen gibt es eine wirksame Impfung.

Auch interessant: HPV kann bei Kindern Krebs auslösen – warum viele Eltern zu spät reagieren

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Impfquoten in Deutschland bleiben zu niedrig

Obwohl Gebärmutterhalskrebs durch die Impfung fast zu 90 Prozent verhindert werden könnte, sind die Impfquoten in Deutschland weiterhin zu niedrig. Eine Umfrage von Doctolib aus 2025 zeigt, dass 72 Prozent der Erwachsenen in Deutschland keine HPV-Impfung haben. Zudem geben 25 Prozent der Männer an, nicht zu wissen, ob sie geimpft sind. Bei Frauen liegt dieser Wert bei zehn Prozent (FITBOOK berichtete).

Genau an diesem Punkt setzt die Arbeit der ÄGGF an. Ärzte gehen direkt in Schulen, sprechen mit Schülern, informieren Eltern und bauen Vertrauen auf. Ziel ist es, möglichst viele junge Menschen rechtzeitig zu schützen – lange bevor aus einer HPV-Infektion Krebs entstehen kann.

Aufklärung dort, wo Jugendliche erreicht werden

Die Schule ist für die Initiative ein zentraler Ort der Prävention. Dort können Informationen zu HPV, Impfung und Krebsrisiken niedrigschwellig vermittelt werden. Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Unsicherheiten abzubauen.

Zum Beispiel galt die Impfempfehlung zunächst nur für Mädchen, seit 2018 auch für Jungen. Deshalb ist gerade bei Jungen Nachholbedarf. Der Grund: Je mehr Kinder und Jugendliche geimpft sind, desto geringer ist das Ansteckungsrisiko für sie selbst und für andere. Männer gelten als Hauptüberträger der Infektion. Trotzdem sind Jungen seltener geimpft als Mädchen. Zudem schützt die Impfung auch Männer vor Krebserkrankungen, darunter Kopf-Hals-, Speiseröhren-, Anal- und Peniskrebs, wie eine kürzlich veröffentlichte Kohortenstudie zeigt.1

Quellen

  1. Kitano, T., Yoshida, S. (2026). Nine-Valent Human Papillomavirus Vaccination and Related Cancers in Males. JAMA Oncology. ↩︎

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