20. August 2025, 13:04 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die Schultüte ist gepackt, der Ranzen auf dem Rücken – der erste Schultag steht bevor! Doch bevor es Richtung „Ernst des Lebens“ geht, soll sichergestellt werden, dass die Kids fit für die Schule sind. Dafür stehen vor der Einschulung ärztliche Untersuchungen und ein Impfpass-Check an. Alle wichtigen Informationen hier bei FITBOOK.
Jedes Kind in Deutschland wird vor seiner Einschulung ärztlich untersucht.1 Da Schule in jedem Bundesland eigenverantwortlich geregelt ist, gibt es Unterschiede, wie das abläuft oder was genau untersucht wird. In der Regel aber gilt: Bei der Einschulung muss ein Nachweis vorgelegt werden, dass die Untersuchung gemacht wurde und bestimmte Impfungen erfolgt sind.
Schuleingangsuntersuchung: Was ist das?
Die Schuleingangsuntersuchung (SEU) soll die „Schulfähigkeit“ eines Kindes feststellen. Das heißt: Es ist keine „Beurteilung“ des allgemeinen Entwicklungsstandes, sondern soll herausfinden, ob schulisch relevante Entwicklungsbereiche altersgerecht ausgeprägt sind.2 Der Termin wird in der Regel vom Gesundheitsamt mitgeteilt und kann in der Schule, der Kindertagesstätte oder im Gesundheitsamt selbst stattfinden. Die Einladung kommt schriftlich (per E-Mail oder Post).
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Schuleingangsuntersuchung: Was soll man mitbringen?
Zur SEU sollte mitgebracht werden:
- das gelbe Vorsorgeheft des Kindes, in dem die „U-Untersuchungen“ dokumentiert sind
- der Impfpass
- die Einladung zur SEU
- besondere ärztliche Informationen, falls vorhanden (wie medizinische Befunde, Berichte über Frühförderung, Sprach- oder Ergotherapie),
- der Elternfragebogen (legen manche Gemeinden der Einladung bei)
Wichtig: Wird ein Dolmetscher für die Untersuchung gewünscht, sollte das dem Gesundheitsamt frühzeitig mitgeteilt werden. Geschwisterkinder sollte man zur Untersuchungszeit besser in eine Betreuung bringen, rät etwa die Stadt Köln – das ermöglicht eine Untersuchung ohne Ablenkung.3
Was läuft die Schuleingangsuntersuchung ab?
Die Untersuchung findet im vorletzten Kindergartenjahr statt – zwischen 23 und 12 Monate vor der geplanten Einschulung oder zeitnah zum sechsten Geburtstag des Kindes. Sie dauert meist zwischen 20 und 60 Minuten und wird von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst durchgeführt.
Das Ziel der SEU ist, herauszufinden, ob das Kind körperlich, geistig und sozial bereit für die Schule ist. Dafür wird zum einen die körperliche Entwicklung angeschaut, also u. a. Größe und Gewicht. Aber auch die Motorik spielt eine Rolle (kann das Kind auf einem Bein stehen?) sowie das Seh- und Hörvermögen. Darüber hinaus gibt es kleine Tests zu sogenannten „Vorläuferfähigkeiten des Schreibens, Lesens und Rechnens“ – wie Malen, Formen sortieren, etwas aus Papier ausschneiden oder den eigenen Namen schreiben.4 Was genau bei der Untersuchung gemacht wird, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In manchen Bundesländern wird z. B. auch die Zahngesundheit überprüft, in einigen gibt es einen Beobachtungsbogen für Erzieherinnen und Erzieher, wo es um die soziale Kompetenz des Kindes geht. Natürlich dürfen die Eltern bei allen Tests dabei sein!
Was Eltern über den Impfkalender wissen sollten
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Welche Impfungen sind zum Schulstart wichtig?
Zu Schulbeginn ist nicht nur wichtig, dass Kinder in der Lage sind, in der Schule mitmachen zu können, sondern auch, dass gefährliche Infektionskrankheiten möglichst draußen bleiben sollen. Deswegen gibt es den Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO). Der enthält alle Standardimpfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.5
Wichtige Impfungen für das Schulalter (circa fünf bis sieben Jahre) sind:
- Masern-Mumps-Röteln (MMR) – falls noch nicht zwei Dosen erfolgt, unbedingt vervollständigen (Masernimpfung ist laut Masernschutzgesetz Pflicht vor Schuleintritt).6
- Diphtherie, Tetanus, Pertussis (DTaP). Schuleingangsuntersuchungen zeigen zwar, dass die Impfquoten bei Kindern gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung in Deutschland insgesamt hoch sind – doch beim zweiten Impftermin lässt die Konsequenz vieler Eltern nach. Also besser noch einmal prüfen.
- Pneumokokken und Meningokokken (Impfung gegen das Bakterium haemophilus influenzae Typ b (hib))
- Kinderlähmung (Polio)
- Windpocken
Die SEU ist auch eine gute Gelegenheit, mit dem Arzt oder der Ärztin den Kinder-Impfpass durchzugehen, mögliche Lücken zu besprechen und Impfungen nachzuholen. Gut zu wissen: Empfohlene Impfungen für Kinder werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Darüber hinaus bieten einige Krankenkassen auch interaktive Impfkalender mit Erinnerungen an Auffrischungsimpfungen an.
Schuleingangsuntersuchungen: Probleme frühzeitig erkennen
Die SEU und der Impfpass-Check sind keine „Prüfungen“ für Kinder. Es geht darum, dass ärztlich sichergestellt werden soll, dass Kinder in der Schule gut mitmachen, motiviert und erfolgreich sein können und dabei gesund bleiben. Manche Kinder sind vielleicht mit sechs Jahren noch nicht so weit oder brauchen Unterstützung, damit das Schulleben gut klappt. Problemfelder können sein:
- Probleme beim Sprechen und Verstehen
- Probleme beim Sehen und beim Verarbeiten von Sinneseindrücken
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
- gestörte Bewegung und Bewegungsabläufe
Die SEU kann dabei helfen, Förderbedarf zu erkennen und Eltern und Kinder optimal bei den nächsten Schritten zu unterstützen.