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Berechtigter Hype?

Dry Brushing – so wirkt Trockenbürsten auf die Haut und Faszien

Trockenbürsten
Die Methode hat verschiedene Namen: Trockenbürsten, Dry Brushinig oder auch Bürschteln Foto: Getty Images
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2. Oktober 2025, 4:04 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Wir alle kennen Produkte mit Peelingwirkung, die auf die feuchte Haut aufgetragen werden. Für viele gehören sie bereits fest in die individuelle Pflegeroutine, um die Haut rein, gesund und strahlend zu erhalten. Doch es gibt noch eine andere Methode, die zumindest auf Social Media in regelmäßigen Abständen neu beworben und gehypt wird: Trockenbürsten. FITBOOK erklärt, was dahintersteckt und hat einen Dermatologen zur Wirkung befragt.

Dr. Timm Golüke
Mit fachlicher Beratung von Facharzt für Dermatologie

Trockenbürsten, auch „Dry Brushing“ genannt und auch die Bezeichnung „Bürschteln“ findet sich im Netz, meint das Reiben über die trockene Haut, in der Regel zu Hause nach der Dusche oder dem Bad mit einer Körperbürste. Manchmal kommen auch Peeling-Handschuh und -Schwamm zum Einsatz. Die Methode soll nicht nur eine strahlende und straffere Haut bewirken, sondern darüber hinaus noch weitere Vorteile für Gesundheit mit sich bringen – etwa für die Durchblutung und die Faszien.

Wirkung von Trockenbürsten auf die Haut

Abgestorbene Hautschüppchen entfernen und Durchblutung anregen

„Trockenbürsten wirkt wie ein mildes Peeling“, erklärt Dr. Timm Golüke, Facharzt für Dermatologie auf Nachfrage von FITBOOK. „Es entfernt abgestorbene Hautzellen und kann die Haut dadurch glatter und strahlender erscheinen lassen. Auch die Durchblutung wird kurzfristig angeregt, was für einen rosigeren Teint sorgt.“

Lymphfluss anregen

Von Fans der Dry-Brushing-Methode wird oft die Wirkung auf das Lymphsystem sowie Immunsystem angepriesen. Diesbezüglich fällt das Urteil des Experten zurückhaltend aus. Er erklärt: „Eine leichte Unterstützung des Lymphflusses ist denkbar, wenngleich in deutlich geringerem Maße als durch eine professionelle Lymphdrainage.“

Entgiftung des Körpers

Wie sieht es mit der Annahme aus, dass Trockenbürsten dafür sorgt, dass Giftstoffe leichter über den Schweiß aus dem Körper geschwemmt werden, daher also nicht mehr durch das Lymphsystem wandern, was wiederum förderlich für das Immunsystem sei? Diese Wirkung kann Dr. Golüke nicht bestätigen. „Das ist schlicht ein Mythos, da die Entgiftung über Leber und Nieren läuft“, so der Dermatologe. Auch Studien, die sich mit dieser angeblichen Wirkung beschäftigt und bestätigt hätten, gibt es nicht.

Anti-Cellulite

Viele Nutzer schwören darauf, dass sich das Erscheinungsbild von Cellulite vorübergehend verringern kann. Allerdings gibt es auch hier keine wissenschaftlichen Daten, die diese Theorie untermauern.

Faszien

Dr. Golüke räumt noch mit einem weiteren Anwendungsmythos auf: „Auch ein nachhaltiger Effekt auf Cellulite oder die Faszien ist wissenschaftlich nicht belegt. Die Haut kann nach dem Bürsten zwar straffer wirken, dieser Effekt hält aber nur kurz an.“

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Um nachhaltig auf die Faszien einzuwirken, könnte Trockenbürsten eine schlicht zu sanfte Methode sein. Eine Faszienrolle oder eine professionelle Faszienmassage sind hier wohl effektivere Anwendungen.

Entspannung – aber kein Ersatz für medizinische Pflege und Behandlung

Wer Trockenbürsten zur Entspannung zu schätzen weiß, der kann das Ritual gern beibehalten – z. B. in einem entspannenden, ruhigen Raum. Grundsätzlich ist das Dry Brushing nämlich nicht schädlich. „Wer Spaß daran hat und weder empfindliche Haut noch Hautprobleme wie Neurodermitis oder Schuppenflechte hat, kann Trockenbürsten durchaus als kleines Ritual nutzen. Wichtig ist dabei, behutsam vorzugehen, um Reizungen zu vermeiden, und die Haut danach mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflege zu versorgen“, erläutert Dr. Golüke und fast sein Urteil zum Trockenbürsten wie folgt zusammen: „Ich würde es weder unbedingt empfehlen noch grundsätzlich davon abraten. Für manche kann es eine wohltuende Ergänzung sein, die Haut kurzfristig frischer erscheinen lässt. Die Wirkung bleibt jedoch hauptsächlich oberflächlich und hat vor allem kosmetischen Charakter. Als Ersatz für eine medizinisch wirksame Hautpflege oder Behandlung eignet sich Trockenbürsten allerdings nicht.“

Das wird beim Trockenbürsten benötigt

Alles, was Sie zum Trockenbürsten zu Hause brauchen, ist eine Bürste mit Naturfaserborsten oder ein hochwertiger Peeling-Handschuh. Wenn Sie sich nicht selbst trocken bürsten wollen, können Sie diese Anwendung auch in vielen Spas buchen. Wenn Sie sich in einem Spa behandeln lassen, fragen Sie dort, wie die Bürsten gereinigt werden, und teilen Sie mit, welche Bereiche ausgespart werden sollen.

Die richtige Anwendung von Trockenbürsten

Beginnen Sie an den Füßen und arbeiten Sie sich sanft den Körper hinauf. Bürsten Sie also zuerst Ihre Arme, nachdem Sie Ihre Füße, Beine und den mittleren Körper gebürstet haben. Am besten bürsten Sie Ihre Haut mit weiten, kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn. Dabei sollten Sie an den Stellen, an denen Ihre Haut dünn ist, nur leichten Druck ausüben, während Sie bei dickerer Haut, z. B. an den Fußsohlen, etwas fester aufdrücken können. Nach dem Trockenbürsten sollten Sie eine kühle Dusche nehmen, um die trockene Haut zu entfernen. Trocknen Sie sich anschließend ab und tragen Sie dann ein natürliches Pflanzenöl, um Ihre Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Wenn Sie zum ersten Mal mit dem Trockenbürsten beginnen, ist es am besten, mit leichtem Bürsten zu beginnen. Wenn Sie sich daran gewöhnt haben, können Sie den Druck erhöhen. Sparen Sie empfindliche Bereiche aus, wie empfindliche Partien, Hautausschläge oder Wunden.

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Für wen ist das Trockenbürsten geeignet

Mechanische Peelings mit Bürsten oder Handschuhen sind nicht für jede Person geeignet. Wenn Sie bestimmte Medikamente oder Hautpflegeprodukte verwenden, die trockene oder empfindliche Haut verursachen, unter Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis oder starker Trockenheit leiden, sollten Sie darauf verzichten. Auch bestimmte Hauttypen reagieren möglicherweise empfindlich, darunter trockene, empfindliche oder zu Pickeln neigender Haut. Fühlt sich das Dry Brushing unangenehm an, lassen Sie es lieber! Auch sollte man das Trockenbürsten nicht zu oft machen. Ein zu starkes bzw. häufiges Peeling kann die Hautbarriere zerstören und zu Mikrorissen in der Haut führen, in die Bakterien und Keime eindringen können. Auch Rötungen und Entzündungen können die Folge sein. Und: das Gesicht besser aussparen!

So bleiben der Peeling-Handschuh und die Trockenbürste lange schön

Peeling-Handschuhe nach jeder Anwendung in der Waschmaschine reinigen. Ihre Bürste spülen Sie am besten nach jeder Anwendung aus. Trocknen Sie sie an einem offenen, sonnigen Ort, um Schimmel zu vermeiden. Reinigen Sie Ihre Bürste einmal pro Woche mit Wasser und Seife. Sie sollten auch vermeiden, Ihre Bürste mit anderen zu teilen. So können Sie das Risiko einer Infektion vermeiden.

Meine Erfahrung

„Auf Social Media wird Trockenbürsten oft als kleiner Geheimtipp für strahlende Haut gefeiert. Neugierig geworden, habe ich es selbst ausprobiert und mir erhofft, dass meine Haut glatter und ebenmäßiger wird. Nach einigen Wochen musste ich allerdings feststellen, dass die Anwendung nichts für mich ist. Weder fand ich das Bürsten angenehm auf der Haut, noch konnte ich optisch eine deutliche Verbesserung meiner Haut feststellen. Deshalb habe ich das Trockenbürsten wieder aufgegeben.“

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