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Studie hat untersucht

Der tatsächliche Effekt der Sommersonne auf den Vitamin-D-Bedarf

Vitamin D durch Sonne gilt als selbstverständlich. Doch was zeigt die aktuelle Forschung wirklich?
Vitamin D durch Sonne gilt als selbstverständlich. Doch was zeigt die aktuelle Forschung wirklich? Foto: Getty Images
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Julia Freiberger
Ernährungsexpertin

22. Juli 2026, 13:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Heutzutage hält sich hartnäckig die Annahme, dass Sonnenlicht den Körper im Sommer automatisch mit ausreichend Vitamin D versorgt. Tatsächlich bildet der Körper einen Großteil des Vitamins selbst – vorausgesetzt, die Haut bekommt genügend UVB-Strahlung der Sonne ab. Doch gilt das wirklich für alle Menschen? Genau dieser Frage sind Wissenschaftler jetzt nachgegangen. Ihre Ergebnisse könnten die verbreitete Annahme zumindest teilweise infrage stellen.

Mehr als jeder Zweite hatte zu niedrige Vitamin-D-Werte

Die Ergebnisse der Studie fielen deutlich aus. Bei den Teilnehmern ab 65 Jahren hatten 54,8 Prozent einen Vitamin-D-Wert unter dem als ausreichend geltenden Grenzwert von 50 Nanomol pro Liter Blut. Bei den Erwachsenen mit dunkler Haut war der Anteil sogar noch höher: Hier lagen 72,1 Prozent unter diesem Wert.

Sonne allein reicht nicht immer

Mit den ersten sonnigen Tagen verschwindet das Thema Vitamin D für viele Menschen aus dem Blick. Schließlich bildet der Körper das Vitamin mithilfe der UVB-Strahlung der Sonne selbst. Deshalb gilt der Sommer oft als die Jahreszeit, in der sich die Vitamin-D-Speicher von allein wieder auffüllen. Doch gilt das wirklich für alle?

Frühere Studien hatten jedoch bereits gezeigt, dass dies nicht für jeden Menschen gleichermaßen gilt.1,2 Vor allem ältere Menschen und Menschen mit dunkler Haut weisen häufiger niedrige Vitamin-D-Werte auf als die Allgemeinbevölkerung. Unklar war bislang jedoch, ob sich diese Werte während der Sommermonate deutlich verbessern. Genau dieser Frage gingen Wissenschaftler der Newcastle University nach. Dafür untersuchten sie Erwachsene ab 65 Jahren sowie Erwachsene mit dunkler Haut, die im Norden Großbritanniens leben.

Wie die Untersuchung ablief

Die aktuell veröffentlichte Arbeit untersuchte nicht die Wirkung von Vitamin-D-Präparaten. Stattdessen analysierten die Wissenschaftler Daten, die noch vor Beginn einer größeren Studie erhoben worden waren.3 Vor der Aufnahme in diese Studie bestimmten die Forscher zunächst den Vitamin-D-Wert der Teilnehmer. Die Ergebnisse dieser Voruntersuchung wurden nun wissenschaftlich ausgewertet.

So wurde die Studiengruppe zusammengestellt

Zwischen Dezember 2024 und August 2025 meldeten sich insgesamt 936 Menschen für die Studie. Viele erfüllten jedoch die Voraussetzungen nicht oder nahmen bereits Vitamin-D-Präparate ein. Insgesamt wurden 299 Personen untersucht: 168 Teilnehnmer waren 65 Jahre oder älter, 147 hatten eine dunklere Hautpigmentierung. Da einige ältere Teilnehmer ebenfalls eine dunklere Haut hatten, wurden sie in beiden Analysen berücksichtigt.

Für die Bestimmung des Vitamin-D-Werts genügte ein kleiner Blutstropfen aus der Fingerkuppe. Dieser wurde anschließend mit einem besonders präzisen Laborverfahren untersucht. Als ausreichend versorgt galten Teilnehmer mit einem Vitamin-D-Wert von mindestens 50 Nanomol pro Liter Blut. Werte darunter wurden als nicht ausreichend eingestuft.

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Auch im Sommer blieben die Werte niedrig

Auffällig war außerdem, dass sich dieses Bild im Verlauf der Jahreszeiten kaum veränderte. Eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass die Vitamin-D-Werte mit zunehmender Sonneneinstrahlung ansteigen. Dieser erwartete Effekt blieb in der aktuellen Untersuchung jedoch weitgehend aus.

Bei den älteren Teilnehmern lag der Anteil mit zu niedrigen Vitamin-D-Werten auch zwischen Juni und August durchschnittlich bei etwa 56 Prozent. Auch bei den Erwachsenen mit dunkler Haut fanden die Wissenschaftler zwischen Winter, Frühling und Sommer keine erkennbare Veränderung. Die Monatsauswertungen zeigten, dass niedrige Vitamin-D-Werte während des gesamten Untersuchungszeitraums häufig blieben.

Nach Einschätzung der Autoren deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Sonnenlicht allein zumindest für viele Menschen in den beiden untersuchten Gruppen nicht ausreicht, um den Vitamin-D-Spiegel bis zum Sommer auf ein ausreichendes Niveau anzuheben.

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Welche Bedeutung die Ergebnisse haben

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich ältere Menschen und Erwachsene mit dunkler Haut im Norden Großbritanniens möglicherweise nicht auf die Sommersonne allein verlassen können, um ausreichende Vitamin-D-Werte zu erreichen.

Die Autoren sehen darin einen Hinweis, dass Empfehlungen zur Vitamin-D-Versorgung diese Bevölkerungsgruppen stärker berücksichtigen könnten. Ihrer Ansicht nach könnten ganzjährig weitere Maßnahmen wie Vitamin-D-Präparate sinnvoll sein. Ob dies tatsächlich die beste Strategie ist, wurde jedoch nicht untersucht.

Auch warum die Vitamin-D-Werte bei vielen Teilnehmern trotz Sommer niedrig blieben, beantwortet die Studie nicht. Die Autoren nennen unter anderem Ernährung, dunklere Hautpigmentierung sowie kulturelle oder lebensstilbedingte Einflüsse als mögliche Erklärungen. Diese wurden jedoch nicht direkt untersucht.

Wo die Aussagekraft der Studie endet

Die Untersuchung zeigt, wie häufig niedrige Vitamin-D-Werte in den beiden untersuchten Bevölkerungsgruppen vorkamen. Sie kann jedoch weder die Ursachen dieser Werte klären noch belegen, dass Sonnenlicht grundsätzlich nicht ausreicht oder eine Vitamin-D-Einnahme gesundheitliche Vorteile bringt.

Zudem wurden ausschließlich Menschen aus dem Norden Großbritanniens untersucht, die sich freiwillig für die Studie gemeldet hatten. Daher lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf andere Bevölkerungsgruppen oder Länder übertragen. Außerdem erfasste die Studie einige mögliche Einflussfaktoren – etwa die Leberfunktion oder die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente – nicht.

Finanziert wurde die Studie vollständig von BetterYou Ltd. Nach Angaben der Autoren hatte das Unternehmen jedoch keinen Einfluss auf das Studiendesign, die Durchführung oder die Auswertung der Ergebnisse.

Quellen

  1. Darling, AL., Blackbourn, DJ., Ahmadi, KR. et al. (2021). Very high prevalence of 25-hydroxyvitamin D deficiency in 6433 UK South Asian adults: analysis of the UK Biobank Cohort. Br J Nutr. ↩︎
  2. Vearing, RM., Hart, KH., Charlton, K. et al. (2021). Vitamin D Status of the British African-Caribbean Residents: Analysis of the UK Biobank Cohort. Nutrients.  ↩︎
  3. Goddard, A., Watson, A., Tilbury, R. et al. (2026). Circannual prevalence of vitamin D insufficiency in older and minoritized ethnic adults in Northern Britain: screening outcomes from a clinical trial (ISRCTN13778806). Eur J Clin Nutr . ↩︎

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