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Mehr Bewegung, weniger Risiko

So viele Schritte täglich reichen für die Gesundheit

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So viele Schritte reichen schon für einen gesundheitlichen Vorteil Foto: Getty Images/Curly_photo
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Nuno Alves
Chefredakteur

10. Juli 2026, 13:02 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Wer im Alltag auf 7000 bis 8000 Schritte kommt, erreicht bereits einen großen Teil der gesundheitlichen Vorteile. Darauf deuten mehrere große Auswertungen hin. Die oft genannte Marke von 10.000 Schritten ist dagegen ursprünglich nicht aus der Forschung entstanden, sondern geht auf einen japanischen „10.000-Schritte-Zähler“ aus dem Jahr 1965 zurück. Trotzdem gilt: Mehr Bewegung ist in der Regel besser als weniger. Entscheidend ist vor allem der Sprung von sehr wenig Aktivität hin zu einem mittleren Niveau.

Die größten Vorteile entstehen schon früher

Eine Analyse aus dem Jahr 2022 mit mehr als 47.000 Erwachsenen zeigte einen klaren Zusammenhang: Menschen mit durchschnittlich rund 3500 Schritten pro Tag hatten im Beobachtungszeitraum das höchste Sterberisiko. Bei etwa 5800 Schritten lag es bereits deutlich niedriger, bei rund 7800 Schritten nochmals darunter.1

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Ähnliche Ergebnisse liefert eine Auswertung aus dem Jahr 2025. Sie verglich 2000 mit 7000 Schritten pro Tag. In der Gruppe mit mehr Bewegung war die Gesamtsterblichkeit um 47 Prozent niedriger. Zudem zeigte sich ein Zusammenhang mit 25 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 38 Prozent weniger Demenz, 22 Prozent weniger depressiven Symptomen und 14 Prozent weniger Typ-2-Diabetes.2

Wichtig dabei: Die Untersuchungen beschreiben Zusammenhänge. Sie belegen nicht, dass die höhere Schrittzahl allein die Ursache für die Unterschiede ist.

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7000 Schritte als realistisches Ziel

Prof. Melody Ding von der Universität Sydney, Leiterin der Auswertung von 2025, sieht deshalb keinen Grund, Gesundheit an einer einzigen Zahl festzumachen. „Wer 10.000 Schritte oder mehr geht und diese Routine gern beibehält, sollte aus meiner Sicht weitermachen wie bisher“, erklärt sie mir. Für mich gilt also: Ich kann bei meinen durchschnittlich fast 15.000 Schritten täglich bleiben.

Doch auch Ding betont: „Für Menschen, die durch Zeitmangel oder andere Einschränkungen begrenzt sind, sind 7000 Schritte ein realistischeres Ziel.“ Entscheidend sei vor allem, überhaupt aktiver zu werden. Schon dieser Prozess bringe gesundheitliche Vorteile.

Für Fitness braucht es aber mehr

Mit der Schrittzahl allein ist allerdings nicht jede Frage beantwortet. Wer seine Ausdauer verbessern und fitter werden möchte, muss laut Studien meist entweder deutlich mehr gehen oder die Intensität erhöhen. Ein Unterschied besteht dabei zwischen gemütlichem Schlendern und zügigem, dynamischem Gehen, bei dem Herz und Atmung spürbar stärker arbeiten.

Sportmediziner Dr. Lutz Graumann sagte mir zudem, dass Gehen allein nicht ausreiche, um langfristig leistungsfähig und gesund alt zu werden. Vor allem Krafttraining spielt eine wichtige Rolle. Hintergrund: Bereits ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Muskelmasse ab, im höheren Alter beschleunigt sich dieser Prozess. „Gemütliches Gehen erhält die Knochendichte bestenfalls, baut sie aber nicht auf“, so Graumann.

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Sowohl der Sportmediziner als auch Forscherin Melody Ding empfehlen deshalb zusätzliches Krafttraining sowie Übungen für Gleichgewicht und Beweglichkeit. Nach ihrer Einschätzung reichen 7000 bis 8000 Schritte für viele gesundheitliche Vorteile aus – für umfassende Fitness sollte Bewegung jedoch durch weitere Trainingsformen ergänzt werden.

Quellen

  1. Paluch, A., Bajpai, S., Bassett, D. et al. (2022). Daily steps and all-cause mortality: a meta-analysis of 15 international cohorts. The Lancet Public Health. ↩︎
  2. Ding, D., Nguyen, B., Nau, T. et al. (2025). Daily steps and health outcomes in adults: a systematic review and dose-response meta-analysis. The Lancet Public Health. ↩︎

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