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Laut Studie

Wie sich der Schlaf des Partners auf die eigene Ernährung auswirken kann

Der Schlaf des Partners wirkt sich laut Studie auch auf die eigene Ernährung aus
Der Schlaf des Partners wirkt sich laut Studie auch auf die eigene Ernährung aus Foto: Getty Images / Maria Korneeva
Martin Lewicki
Freier Autor

17. September 2026, 20:03 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Eigentlich ist es schön, mit dem Partner im selben Bett zu schlafen. Das wirkt sich allerdings nicht immer positiv auf die eigene Gesundheit aus. Eine neue Studie legt nahe, dass sich der schlechte Schlaf des Partners auch negativ auf die eigene Ernährung auswirken kann.

In einer langjährigen Beziehung fällt vielen sicherlich auf, dass sich die Schlafgewohnheiten des Partners auch auf den eigenen Schlaf auswirken. Angefangen vom Schnarchen bis hin zu unterschiedlichen Schlafens- und Aufwachzeiten gibt es etliche Faktoren, die den eigenen Schlaf beeinflussen. So ist es nicht überraschend, dass einige Paare lieber in getrennten Betten schlafen, um erholt in den Tag zu starten. Es ist bekannt, dass sich schlechter und zu kurzer Schlaf negativ auf die Essgewohnheiten auswirkt. Neu ist jedoch die Erkenntnis, dass sich der Schlaf nicht nur auf die Ernährung des schlecht Schlafenden, sondern auch auf die des Partners auswirkt. Das legt zumindest eine kanadische Studie nahe, die an der Concordia Universität in Montreal durchgeführt wurde.1

So haben die Forscher den Zusammenhang zwischen Schlaf und Ernährung untersucht

Um einen möglichen Zusammenhang zu ermitteln, haben kanadische Forscher 204 Paare, die zusammenleben, über einen Zeitraum von drei Monaten beobachtet. Hierzu mussten beide Partner zu Beginn der Untersuchung sowie nach einem und drei Monaten Fragebögen zu ihrem Schlaf und ihrer Ernährung ausfüllen. In den ersten 14 Tagen führten die Teilnehmer außerdem ein tägliches Tagebuch. Darin sollten sie festhalten, wie sehr sie auf eine gesunde Ernährung achteten.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 42 Jahre. In jedem Paar war mindestens eine Person übergewichtig oder fettleibig. Diese Personen hatten einen Body-Mass-Index von 25 oder höher und versuchten, ihre Ernährung oder ihre körperliche Aktivität zu verbessern.

Das sind die interessantesten Erkenntnisse

Insgesamt gaben 96 Prozent der Studienteilnehmer an, sich um eine Umstellung ihrer Ernährung zu bemühen. Während sich die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer während der Studie leicht verbesserten, veränderte sich die Schlafqualität nicht grundlegend. Zudem berichteten Frauen häufiger von einer gesünderen Ernährung und größeren Anstrengungen diesbezüglich als Männer. Es gab jedoch keine Hinweise darauf, dass das Geschlecht einen Einfluss darauf hatte, wie sich der Schlaf des einen Partners auf die Ernährung des anderen auswirkte.

Dafür fanden die Forscher einen anderen wichtigen Zusammenhang. Die Auswertung der Daten zeigte, dass Probanden, die schlechter schliefen, ihre gesunden Ernährungsziele weniger gut umsetzen konnten. Die Teilnehmer mit schlechtem Schlaf gaben an, sich weniger um eine gesunde Ernährung zu bemühen. Außerdem hatten sie weniger Zuversicht, ihre Ernährungsziele zu erreichen. Spannend dabei ist, dass auch die Personen, die gut schliefen, von ähnlich negativen Auswirkungen auf ihre Ernährung berichteten, wenn der Partner schlecht schlief. Das bedeutet, dass die Schlafqualität des Partners offensichtlich einen großen Einfluss auf die eigene Ernährung hat.

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Warum wirkt sich der schlechte Schlaf des Partners auf die eigene Ernährung aus?

Doch warum beeinflusst der Schlaf des Partners auch die eigenen Ernährungsgewohnheiten? Die Forscher haben hierfür keine eindeutige Erklärung, aber eine Vermutung: „Dies liegt wahrscheinlich daran, dass der Partner mit Schlafmangel einen eher mit sehr schmackhaften und kalorienreichen Lebensmitteln konfrontiert: Dinge wie Cracker, Chips, Schokolade oder Süßigkeiten“, so die Forscher in ihrer Studienauswertung. Das bedeutet: Wer schlecht schläft, ernährt sich tagsüber ungesünder und verleitet damit auch seinen Lebenspartner zu einer ungesünderen Ernährung.

Laut den Forschern müssen die sozialen Zusammenhänge berücksichtigt werden, in denen sich ungesunde Essgewohnheiten entwickeln. So kann ein Partner das Essverhalten des anderen beeinflussen – bewusst oder unbewusst. Deshalb sei es wichtig, dass beide Partner gemeinsam auf eine gesunde Ernährung achten, auch wenn nur einer von beiden abnehmen möchte.

Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass ihre Studie keinen Beweis dafür liefert, dass schlechter Schlaf zu einer ungesunden Ernährung führt. Es handelt sich hierbei um eine Beobachtungsstudie, die auf Selbstangaben der Teilnehmer beruht. Die kanadischen Wissenschaftler regen deshalb an, dass weitere Studien objektivere Messmethoden zur Erfassung von Schlaf und Ernährung nutzen sollten, um ihre Ergebnisse zu verifizieren. Dazu gehört beispielsweise die Untersuchung von Faktoren wie der Auswahl von Lebensmitteln im Haushalt, der Mahlzeitenplanung, der Unterstützung durch den Partner und Konflikten.

Melanie Hoffmann
Fitness- und Schlafexpertin

Schlaf und Ernährung sind eng verbunden

„Wer zu wenig Schlaf abbekommt, hat mit diversen negativen Effekten zu kämpfen. Unkonzentriertheit, Erschöpfung und Reizbarkeit liegen nahe. Aber auch die Essensentscheidungen können ungünstig beeinflusst werden. Schlafmangel erhöht das Hungerhormon Ghrelin, während er das Sättigungshormon Leptin senkt. Das kann dazu führen, dass wir, wenn wir übermüdet sind, mehr essen und eher zu ungesünderen Lebensmitteln greifen. Das erklärt, warum sich eine schlecht schlafende Person schlechter ernährt. Dass dies auch den Partner betrifft, überrascht vielleicht viele. Ich finde es aber eigentlich sehr logisch, und das nicht nur, weil Essen auch ein soziales Thema ist und viele Paare gemeinsam essen. Wenn eine Person schlecht schläft, lange wach bleibt, vielleicht schnarcht, sich herumwälzt oder immer wieder aufsteht, beeinträchtigt das sicher auch die Nacht des Partners. Meine Vermutung: Auch der Partner wacht dann unausgeschlafen auf und gerät damit in den eben beschriebenen Hormon-Teufelskreis.“

Grundsätzlich steigt die Schlafqualität mit dem Lebenspartner

Frühere Studien haben andererseits gezeigt, dass ein Partner im Bett zu einer besseren Schlafqualität beitragen kann. Das hat wiederum positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit (wie FITBOOK berichtete). Probanden, die sich ein Bett mit dem Lebenspartner teilten, berichteten von weniger Müdigkeit, einem leichteren Einschlafen sowie einem insgesamt längeren Schlaf. Das wirkte sich letztlich auch auf die mentale Gesundheit aus. Denn diese Gruppe der Studienteilnehmer zeigte im Schnitt bessere Werte bezüglich Depressionen, Angst und Stress im Vergleich zu den Alleinschläfern.

Quellen

  1. Dymarski, M., Cohen, T.R., Carbonneau, N., et al. (2026). Dyadic associations between sleep quality, diet-related self-regulation, and diet quality in couples, Annals of Behavioral Medicine, Volume 60, Issue 1. ↩︎

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