17. Juli 2026, 10:02 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Rötungen, Pusteln oder Knötchen im Gesicht können ein Hinweis auf Rosazea (lat. Rosacea) sein. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung betrifft vor allem den zentralen Gesichtsbereich. Zwar ist Rosazea nicht heilbar, doch mit einer frühzeitigen Diagnose, einer individuell abgestimmten Therapie und einer geeigneten Hautpflege lassen sich die Beschwerden in vielen Fällen gut kontrollieren und Schübe reduzieren. Weitere Informationen zu Ursachen, Symptomen, Auslösern und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie im Folgenden.
Was genau ist Rosazea?
Der Name Rosazea leitet sich von der rosenartigen Gesichtsrötung ab, die für die Erkrankung typisch ist. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD) rund zehn Millionen Menschen davon betroffen.1
Rosazea ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Haut. Typische Merkmale sind Rötungen, sichtbare Äderchen sowie entzündliche Papeln und Pusteln, die hauptsächlich im Gesicht auftreten. In manchen Fällen kommt es zu knollenartigen Verdickungen, besonders an der Nase. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.2
Rosazea kann in unterschiedlichen Sonderformen auftreten:
- medikamentös bedingte Rosazea (z. B. Steroidrosazea)
- granulomatöse (lupoide) Rosazea
- Rosacea fulminans
- Rosacea conglobata
- gramnegative Rosazea
- Morbus Morbihan
- extrafaziale Rosazea (u. a. Red Scalp Syndrome, Red Scrotum Syndrome)
- Rosazea im Kindesalter
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Symptome und Ursachen von Rosazea
Rosazea kann bei jeder betroffenen Person unterschiedlich verlaufen und zeigt sich meist in Schüben. Zu den typischen Beschwerden gehören:
- anfallsartig auftretende Gesichtsrötungen (Flushes)
- dauerhaft gerötete Haut
- kleine, entzündete Knötchen (Papeln)
- eitrige Pusteln
- erweiterte, sichtbare Äderchen (Teleangiektasien)
- Verdickungen und Vergrößerungen der Haut, zum Beispiel an der Nase
- trockene, brennende oder juckende Haut
Auch die Augen können in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei einer Augen-Rosazea sind oft die Äderchen an den Lidern sichtbar. Zusätzlich können die Lider und der Lidrand tränen, brennen, jucken oder gerötet sein. Ein Fremdkörpergefühl ist möglich, ebenso wie eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Entzündungen können die Lidränder, Lider und Augen betreffen, beispielsweise in Form von Gerstenkorn, Hagelkorn, Bindehaut- oder Hornhautentzündung.
Symptome können sich nach dem Genuss von Alkohol, Kaffee oder scharf gewürzten Speisen verstärken. Neue Schübe werden häufig durch Sonnenlicht, starke Hitze oder Kälte sowie reizende Pflegeprodukte ausgelöst. Auch Sonnenbäder, Saunabesuche und Stress zählen zu den typischen Auslösern. Welche Faktoren einen Schub hervorrufen, ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich.3
Die genauen Gründe für Rosazea sind noch nicht vollständig bekannt. Man geht jedoch davon aus, dass mehrere Dinge zusammenwirken. Dazu gehören eine schwache Schutzfunktion der Haut, Abwehrreaktionen des Körpers, eine erbliche Veranlagung, Veränderungen in den Blutgefäßen und eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Milben oder Bakterien.
Die unterschiedlichen Stadien von Rosazea
Stadium I – Rosazea erythemato-teleangiektatica (häufig mit Couperose verbunden)
Im ersten Stadium berichten Betroffene oft von einer empfindlichen Haut, die auf Sonnenlicht, Hitze oder Kälte schnell mit Reizungen reagiert. Häufig treten flüchtige Rötungen auf, die rasch wieder verschwinden. Zusätzlich kann die Haut trocken, schuppig sowie brennend, stechend oder juckend sein.
Stadium II – Rosazea papulopustulosa
Im weiteren Verlauf bleiben die Rötungen, auch Erytheme genannt, dauerhaft bestehen. Auf der Haut zeigen sich erweiterte Äderchen, entzündete Pusteln, Knötchen und Papeln – ähnlich wie bei einer Akne.
Stadium III – Rosazea hypertrophica
Vor allem Männer sind von dieser Form betroffen. Es entstehen Wucherungen der Talgdrüsen, die häufig die Nase betreffen und zu einer Knollennase, dem sogenannten Rhinophym, führen. Hautverdickungen können aber auch an anderen Stellen auftreten, etwa an Ohr, Kinn, Nasenwurzel oder Augenlidern. Unabhängig vom Stadium kann Rosazea auch die Augen betreffen. In schweren Fällen können dabei Hornhaut oder Regenbogenhaut entzündet werden.4
Wie diagnostiziert man Rosazea?
Die Diagnose Rosazea wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung der Haut gestellt. Ein Dermatologe beurteilt dabei typische Anzeichen wie Rötungen, sichtbare Äderchen, Papeln oder Schwellungen. Zusätzliche Tests sind meist nicht notwendig, da die Erkrankung anhand des äußeren Hautbildes erkannt werden kann. Bei unklaren Befunden können weitere Untersuchungen, etwa eine Hautbiopsie, notwendig sein, um andere Hauterkrankungen im Rahmen der Differentialdiagnose auszuschließen.
Das sagt die Studienlage
Eine in der Fachzeitschrift „Frontiers in Microbiology“ veröffentlichte Übersichtsarbeit legt nahe, dass Veränderungen des Darmmikrobioms an der Entstehung von Rosazea beteiligt sein könnten. Die Autoren vermuten, dass die sogenannte Darm-Haut-Achse Entzündungsprozesse beeinflusst und damit möglicherweise auch Krankheitsschübe begünstigt.5
Zudem zeigt eine 2025 veröffentlichte Metaanalyse im „Canadian Journal of Ophthalmology“, dass Augenbeschwerden bei Rosazea womöglich häufiger auftreten als bislang angenommen. Die ausgewerteten Studien deuten darauf hin, dass Symptome wie trockene Augen, Brennen oder Lichtempfindlichkeit bei Betroffenen keineswegs selten sind.6
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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Rosazea?
Für die Behandlung von Rosazea gibt es verschiedene Therapieansätze. Oft bekommen Patienten spezielle Cremes oder Salben verschrieben – zum Beispiel mit dem Mittel Metronidazol. Bei Rötungen kann ein Gel mit dem Wirkstoff Brimonidin für einige Stunden Linderung verschaffen.
Zu den neuartigen Behandlungsmethoden zählt etwa eine Lichttherapie. Zunächst wird ein lichtempfindliches Gel aufgetragen. Anschließend erfolgt die Bestrahlung mit einer speziellen Lichtquelle. Mit einer Lasertherapie lassen sich Rötungen und Knötchen auf der Gesichtshaut entfernen.
Welche Rolle spielt Stress bei Rosazea?
Ist Stress der Auslöser von Rosazea oder Rosazea-Schüben, müssen Betroffene manchmal lernen, ausreichende Erholungsphasen in ihren Alltag einzubauen. Auch Entspannungsmassagen des Gesichtes tragen häufig dazu bei, Stress abzubauen. Den besseren Umgang mit Stresssituationen kann man in einer Verhaltenstherapie lernen.
Mit Material der dpa