22. September 2026, 20:05 Uhr |
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Wer ausreichend träumt, profitiert davon möglicherweise stärker als bislang gedacht. Eine neue Studie mit fast 100.000 Menschen zeigt: Mehr REM-Schlaf, also die Schlafphase, in der die meisten Träume stattfinden, war mit einem geringeren Risiko für zahlreiche Erkrankungen verbunden.
Für die Studie werteten Forscher aus China die Daten von 95.559 Teilnehmern der UK Biobank aus.1 Die Schlafdaten wurden nicht per Fragebogen erhoben, sondern über Bewegungsmesser am Handgelenk erfasst. Anschließend beobachteten die Wissenschaftler die Teilnehmer über einen Zeitraum von im Schnitt (Median) 8,9 Jahren und werteten aus, welche Erkrankungen neu auftraten. Insgesamt untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen verschiedenen Schlafphasen, Schlafdauer und Schlafregelmäßigkeit sowie dem Risiko für 1049 Krankheiten.
Mehr REM-Schlaf, geringeres Krankheitsrisiko
Das auffälligste Ergebnis: Menschen mit mehr REM-Schlaf – also der Schlafphase, in der wir besonders häufig und intensiv träumen – hatten ein geringeres Risiko für insgesamt 83 Erkrankungen. Dazu gehörten unter anderem Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Demenz, Alzheimer und Parkinson. Auch mehr Tiefschlaf war mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Hier fanden die Forscher Zusammenhänge mit einem niedrigeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Depressionen, Schlafapnoe und Parkinson.
Der REM-Schlaf gilt als eine besonders aktive Schlafphase. Das Gehirn verarbeitet in dieser Zeit Informationen, Erinnerungen und Emotionen. Gleichzeitig laufen wichtige Regenerationsprozesse ab. Die neue Studie deutet darauf hin, dass die Menge des REM-Schlafs ein wichtiger Marker für die langfristige Gesundheit sein könnte.
„REM steht für ‚Rapid-Eye-Movement’ und beschreibt das Phänomen, dass sich in dieser Schlafphase die Augen unter den geschlossenen Lidern schnell hin- und herbewegen. Menschen, die in dieser Phase aufgeweckt werden, berichten häufig von gerade erlebten Träumen. Deshalb wird der REM-Schlaf auch als Traumschlaf bezeichnet. Tatsächlich können wir aber in allen Schlafphasen träumen. Im Allgemeinen – so hat die Schlafforschung herausgefunden – unterscheiden sich die Arten der Träume je nach Schlafphase. Träume, die während des REM-Schlafs auftreten, sind tendenziell realistischer und werden häufig von visuellen und akustischen Phänomenen begleitet. Dagegen sind Träume in der Non-REM- bzw. NREM-Phase abstrakter, eher farblos und ruhiger.“
Auch die Schlafdauer spielte eine Rolle
Die Forscher bestätigten außerdem einen bekannten Zusammenhang: Für die meisten Teilnehmer schien eine Schlafdauer von sechs bis acht Stunden mit dem geringsten Krankheitsrisiko verbunden zu sein. Unregelmäßige Schlafzeiten gingen dagegen häufiger mit Angststörungen und Depressionen einher.
Die Autoren betonen jedoch, dass die Untersuchung lediglich Zusammenhänge zeigt. Ob mehr REM-Schlaf tatsächlich vor Krankheiten schützt oder ob gesündere Menschen grundsätzlich mehr REM-Schlaf haben, lässt sich daraus nicht ableiten.
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