2. September 2025, 3:43 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Monat für Monat hoffen. Test für Test enttäuscht werden. Eines Tages fragt man sich nicht mehr nur leise im Kopf, sondern laut unter der Dusche, im Gespräch mit der besten Freundin oder beim Scrollen durch Foren, warum man einfach nicht schwanger wird. Der Druck wächst – und die Nerven liegen blank. Doch bevor Sie sich selbst die Schuld geben oder gar die Hoffnung verlieren: Es gibt viele medizinische Gründe, warum es nicht sofort klappt – und noch mehr Möglichkeiten, dem auf den Grund zu gehen.
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Erster Schritt: Blutuntersuchung
Ein erster, sehr einfacher Schritt: eine Blutuntersuchung. Und zwar zweimal im Zyklus, einmal direkt zu Beginn und einmal gegen Ende. Warum? „So können wir die Hormonlage beurteilen – zum Beispiel Östrogen, Progesteron oder das luteinisierende Hormon“, sagt Frauenärztin und Reproduktionsmedizinerin Dr. Heidi Gößlinghoff. Und noch etwas sei entscheidend: „Wir schauen auch auf den Vitaminspiegel, insbesondere Vitamin D und Folsäure.“ Denn ja, auch ein Vitaminmangel kann beim Kinderwunsch im Weg stehen.
Ultraschall zu Nutzen machen
Wenn Sie denken, ein Ultraschall diene nur dem Blick auf das bereits heranwachsende Baby – weit gefehlt. Auch ohne Embryo im Bild kann er viel verraten. Zum Beispiel:
- Gibt es Zysten in den Eierstöcken?
- Sind die Eileiter eventuell aufgebläht oder mit Flüssigkeit gefüllt (Hinweis auf einen Verschluss)?
- Stecken Myome oder Polypen in der Gebärmutter, die eine Einnistung verhindern könnten?
- Existiert ein sogenanntes Septum, ein feines Häutchen in der Gebärmutter, das die Einnistung stören könnte?
„All das können wir über den Ultraschall hervorragend erkennen“, erklärt die Gynäkologin. „Aber: Was wir nicht sehen können, sind die Eizellen selbst – die sind nämlich winzige zwei Mikrometer groß.“
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Durchgängigkeit der Eileiter überprüfen
Wenn Sie sich schon länger fragen: „Warum werde ich nicht schwanger?“, wird oft die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft. Denn wenn diese verstopft sind, kann das Ei nicht wandern – und die Schwangerschaft bleibt aus.
Hierfür gibt es zwei Methoden:
- Keine OP, keine Narkose, kein Drama. „Wir geben ein Gel-Schaum-Gemisch über die Gebärmutter ein und beobachten per Ultraschall, ob es durch die Eileiter fließt“, so Dr. Gößlinghoff. „Da viel Luft enthalten ist, reflektiert es wunderbar – wir sehen ein weißes Echo und wissen sofort, ob alles frei ist.“
- Etwas aufwendiger, aber bei Verdacht auf Verwachsungen oder Endometriose notwendig, ist die operative Methode mit Bauchspiegelung. Hier wird eine blaue Flüssigkeit verwendet und mit einer Kamera geschaut, ob sie links und rechts wieder austritt. „Das ist dann ein eindeutiges Zeichen: Die Eileiter sind durchlässig“, erklärt die Expertin.
Sie werden nicht schwanger? Diverse Ursachen möglich
Nicht jede Frau muss gleich alle Untersuchungen durchlaufen – aber wenn sich der Kinderwunsch über Monate nicht erfüllt, lohnt sich ein gezielter Blick. Ultraschall, Blutwerte, Eileiter-Check – das ist kein Hexenwerk, sondern moderne Medizin. Dr. Gößlinghoff bringt es auf den Punkt: „Viele Ursachen können wir mit wenigen Untersuchungen klären – und oft helfen schon kleine Maßnahmen.“
Also: nicht verzweifeln, sondern durchchecken lassen. Und vielleicht klappt es dann bald mit dem Wunschkind. Bis dahin gilt: sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Auch das ist Medizin – nur ohne Rezept.