Experte betont: »Nach 24 Stunden ist der Kopf der limitierende Faktor
Eine Million Kilogramm bewegen? Nach 24 Stunden zählen laut Experteneinschätzung im Iron Cage vor allem Kopf und Ermüdung – nicht die Muskeln. Foto: Getty Images
Mindestens 72 Stunden Dauerbelastung im Iron Cage von BILD – das klingt nach einer Frage der Muskelkraft. Wer hält am längsten durch? Wer kann die Million Kilogramm am schnellsten bewegen? Doch laut Fitnessexperte Markus Bremen verschiebt sich der entscheidende Faktor früher als viele denken. Bereits nach rund 24 Stunden wird nicht mehr primär die Muskulatur zum Problem – sondern der Kopf.
Mit fachlicher Beratung von
Markus Bremen
Fitnesstrainer
Neuromuskuläre Ermüdung: Wenn das Zusammenspiel nachlässt
Bremen erklärt, dass bei längerer Dauerbelastung die sogenannte neuromuskuläre Ermüdung eine zentrale Rolle spielt. Damit sei nicht nur der Muskel selbst gemeint, sondern das gesamte Zusammenspiel zwischen Gehirn, Nervensystem und Muskulatur. In der Sportwissenschaft spreche man in diesem Zusammenhang von ZNS-Fatigue, also einer zentralnervösen Ermüdung.
Konkret bedeutet das: Das Gehirn reduziert mit zunehmender Belastung die Aktivierung der Muskulatur. Bewegungen werden unpräziser, was wiederum den Energieverbrauch erhöht. Gleichzeitig sinkt die Reaktionsgeschwindigkeit, während die subjektiv empfundene Anstrengung deutlich ansteigt. Mit anderen Worten: Kraft wäre theoretisch noch vorhanden – sie lässt sich aber nicht mehr effizient abrufen.
Nach etwa 24 Stunden Dauerbelastung sei deshalb häufig nicht mehr die Muskelkraft der limitierende Faktor, sondern die Fähigkeit, konzentriert zu bleiben und Bewegungen technisch sauber auszuführen. Gerade bei einem Format wie „Iron Cage“, in dem sich Bewegungen hunderte Male wiederholen, könne sich jede kleine Ungenauigkeit summieren. Wer mental nachlässt, verliert nicht nur Effizienz, sondern auch Stabilität.
Vor dem Event sah Bremen auf FITBOOK-Nachfrage aber auch Möglichkeiten, sich gezielt auf diese Phase vorzubereiten. Dazu gehörten hohe Trainingsvolumina im Vorfeld, um Körper und Nervensystem an lange Belastungen zu gewöhnen. Auch Training unter Vorermüdung hätte sinnvoll sein können – vorausgesetzt, die Technik bleibt konsequent sauber. Ergänzend nannte er ein optimiertes Schlaf- und Ernährungsmanagement sowie mentale Strategien und feste Routinen, um die Konzentration über lange Zeiträume aufrechtzuerhalten.
Wie die fünf „Iron Cage“-Athleten mit der neuromuskulären Ermüdung umgehen, wen es besonders hart trifft und wer sich offenbar bestens vorbereitet hat – das wird sich im Laufe des Extrem-Events von BILD noch zeigen.
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