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Bekannt aus „The Walking Dead“

Mittelliniengliom – gefährlicher Hirntumor, an dem Schauspielerin Kelley Mack erkrankt war

Kelley Mack starb an einem seltenen Hirntumor. Wie gefährlich ist ein Mittelliniengliom wirklich?
Kelley Mack starb an einem seltenen Hirntumor. Wie gefährlich ist ein Mittelliniengliom wirklich? Foto: Getty Images
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8. August 2025, 16:00 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Mit Rollen in Serien wie „The Walking Dead“, „911“ oder „Chicago Med“ hatte Kelley Mack sich einen Namen gemacht. Sie wirkte fit, jung, mit strahlender Zukunft – umso erschütternder war die Nachricht ihres Todes am 2. August 2025. In ihrer Heimatstadt Cincinnati erlag sie einem seltenen, aggressiven Hirntumor: einem diffusen Mittelliniengliom. Die Diagnose hatte sie erst wenige Monate zuvor erhalten.

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Schneller Krankheitsverlauf – mit dramatischen Folgen

Bei Kelley Mack wurde das Mittelliniengliom im September 2024 festgestellt. Es handelte sich um eine besonders schwer behandelbare Form von Hirnkrebs, die das zentrale Nervensystem befällt. Der Tumor hatte sowohl das Rückenmark als auch das Gehirn betroffen. Noch im selben Jahr musste sich die Schauspielerin einer Biopsie am Rückenmark unterziehen – mit schweren neurologischen Folgen. Sie verlor die Kontrolle über ihr rechtes Bein vollständig, das linke war nur noch eingeschränkt beweglich. Fortan war sie auf einen Rollstuhl und eine Gehhilfe angewiesen. Trotz aller medizinischen Bemühungen verschlechterte sich ihr Zustand zusehends. Am 2. August 2025 verstarb sie im Beisein ihrer engsten Angehörigen – keine zwölf Monate nach der Diagnose.1

Was ist ein diffuses Mittelliniengliom?

Das diffuse Mittelliniengliom (DMG) ist eine extrem bösartige Form von Hirntumor, die entlang der Mittellinie des zentralen Nervensystems wächst – etwa im Hirnstamm, Thalamus oder Rückenmark. Es gehört zur Gruppe der hochmalignen Gliome, also besonders aggressiver Tumoren, die direkt aus den Gliazellen – den Stützzellen des Nervengewebes – entstehen.

Diese Tumoren wachsen diffus, das heißt ohne klare Begrenzung, und dringen tief in gesundes Gewebe ein. Eine vollständige operative Entfernung ist dadurch kaum möglich. Besonders bekannt ist diese Tumorform bei Kindern, doch sie kann – wie im Fall von Kelley Mack – auch bei Erwachsenen auftreten, wenn auch selten.2

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Ursachen noch weitgehend ungeklärt

Warum sich solche Tumoren entwickeln, ist bislang nicht abschließend geklärt. Sicher ist: Hochmaligne Gliome entstehen durch eine bösartige Entartung von Gliazellen. In einigen Fällen liegt eine genetische Vorbelastung vor, etwa durch das Li-Fraumeni-Syndrom oder das Turcot-Syndrom – beides sogenannte Krebsprädispositionssyndrome, die das Risiko erhöhen.

In den meisten Fällen jedoch sind keine konkreten Risikofaktoren bekannt. Forscher gehen davon aus, dass spontane genetische Veränderungen im frühen Entwicklungsstadium eine Rolle spielen. Auch medizinische Vorbelastungen wie eine frühere Schädelbestrahlung oder eine Chemotherapie im Kindesalter können das Risiko leicht erhöhen.3

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Typische Symptome – und eine tückische Diagnose

Das Krankheitsbild entwickelt sich meist schleichend. Erste Anzeichen können anhaltende Kopfschmerzen, Koordinationsprobleme, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Sprachstörungen oder epileptische Anfälle sein. Im Fall von Kelley Mack waren Rückenmark und Gehirn betroffen – die Folgen zeigten sich rasch.

Diagnostiziert wird ein DMG in der Regel per MRT. Aufgrund des charakteristischen Wachstumsbildes kann häufig auf eine Biopsie verzichtet werden – sie ist wegen der Lage im zentralen Nervensystem nicht risikofrei. Kelley Mack unterzog sich dennoch einer Biopsie am Rückenmark, die zu ihrer teilweisen Lähmung führte.

Die Rolle der H3K27-Mutation

Bei vielen dieser Tumoren liegt eine sogenannte H3K27-Mutation vor. Diese betrifft ein Eiweiß (Histon H3), das eigentlich dafür sorgt, dass bestimmte Gene an- oder abgeschaltet werden. Ist dieser Regelmechanismus gestört, verlieren Zellen die Kontrolle über ihr Wachstum – der Tumor breitet sich ungehindert aus.

Genau diese Mutation kennzeichnet die besonders aggressive Form, die auch bei Kelley Mack festgestellt wurde: das H3K27-alterierte diffuse Mittelliniengliom.4

Eine Krankheit mit extrem schlechter Prognose

Diffuse Mittelliniengliome zählen zu den tödlichsten Tumoren des zentralen Nervensystems. Sie wachsen schnell, aggressiv und sind schwer kontrollierbar. Die durchschnittliche Überlebenszeit nach Diagnosestellung beträgt oft nur wenige Monate bis ein Jahr – selbst bei intensiver Behandlung.

Kelley Macks Krankheitsverlauf war tragisch, aber leider nicht ungewöhnlich für ein Mittelliniengliom. Ihre Geschichte macht sichtbar, wie dramatisch und erbarmungslos diese Form von Krebs verlaufen kann – selbst bei jungen, scheinbar gesunden Erwachsenen.

Quellen

  1. all in.de. Walking Dead-Star Kelley Mack stirbt mit nur 33 Jahren - Das ist die Todesursache. (aufgerufen am 07.08.2025) ↩︎
  2. Kinderkrebsinfo. Hochmaligne Gliome – Kurzinformation. (aufgerufen am 07.08.2025) ↩︎
  3. Kinderkrebsstiftung. Hochmaligne Gliome. (aufgerufen am 07.08.2025) ↩︎
  4. Deutsche Hirntumor Hilfe. Ponsgliom. (aufgerufen am 07.08.2025) ↩︎

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