23. November 2025, 8:56 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Brustschmerzen, Atemnot oder Herzrasen – solche Symptome können Stunden oder Tage vor einem Herzstillstand auftreten. Oft werden sie jedoch übersehen oder fehlinterpretiert. Dabei können sie entscheidende Warnsignale des Herzens sein, das kurz davor steht, aufzuhören zu schlagen.
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Mögliche Vorab-Symptome eines nahenden Herzstillstands
Beim Herzstillstand (auch als plötzlicher Herztod bezeichnet) hört das Herz abrupt auf, Blut durch den Körper zu pumpen. Dies führt sofort zu einem Kreislaufstillstand, der unbehandelt in wenigen Minuten tödlich endet. Obwohl der plötzliche Herzstillstand häufig scheinbar „aus dem Nichts“ passiert, zeigt sich bei vielen Betroffenen zuvor eine Reihe von Warnzeichen – oft Stunden bis Tage vor dem Ereignis. Typisch sind:
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust,
- ein unregelmäßiger Herzschlag oder Herzrasen,
- sowie Atemnot, vor allem bei Belastung
- und unerklärliche Erschöpfung, Schwindel oder Ohnmacht
Wer solche Symptome bemerkt, sollte nicht abwarten, sondern umgehend ärztliche Hilfe holen – insbesondere, wenn bereits eine Herzerkrankung bekannt ist.
Spezialfall sportliche Menschen
Bei Sportlern tritt großer Teil der plötzlichen Herzstillstände und daraus resultierenden Todesfälle ohne Vorzeichen auf.
Sportlich aktive Menschen, die schon einmal während körperlicher Belastung ohnmächtig geworden sind, sollten ihr Herz unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Laut einer Studie kann eine solche Ohnmacht ein frühes Anzeichen einer Herzerkrankung sein, die mit einem plötzlichen Herztod beim Sport einhergehen kann.1
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Was zu tun ist, wenn sich Symptome zeigen
Zuallererst gilt es, die Symptome zu identifizieren und entweder selbst den Notarzt zu rufen oder, falls nicht genug Zeit bleibt, andere Leute um Hilfe zu bitten. Zeigen sich Symptome, sollte man schnellstmöglich handeln. Minuten, gar Sekunden können im Notfall entscheidend sein. Ist die Person bereits bewusstlos, sollten Ersthelfer so schnell wie möglich einen Krankenwagen (112) rufen und mit den Reanimationsmaßnahmen beginnen.
Bis ein Arzt kommt, den Oberkörper der betroffenen Person leicht erhöht lagern. Die Beine nicht hochlagern!
- Person in eine schonende Position mit hochgelagertem Oberkörper bringen
- Beine nicht hochlagern, um das Herz zu entlasten
- Bei Bewusstlosigkeit bringt man die Person in die stabile Seitenlage und achtet darauf, dass sie gut atmen kann. Setzt die Atmung aus, beginnt man gleich mit der Herzdruckmassage
So macht man eine Herzdruckmassage: Der Patient wird auf den Rücken gedreht. Am besten zieht der Ersthelfer eine unsichtbare Linie zwischen den Brustwarzen und legt beide Hände übereinander auf den Punkt genau in der Mitte. Dort etwa 100 bis 120 Mal pro Minute fest drücken, etwa fünf bis sechs Zentimeter tief in Richtung Wirbelsäule. Wer im Takt des Liedes „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees drückt, erreicht ungefähr 100 Stöße pro Minute. Wo man ganz genau drückt, ist letztlich weniger entscheidend, als dass man es überhaupt macht.
Mit der Druckmassage baut der Ersthelfer einen Blutdruck auf, der den noch im Körper vorhandenen Sauerstoff ins Gehirn transportiert. Unterbricht er die Massage, sackt der Druck sofort wieder ab. Also: Herzdruckmassage nicht unterbrechen!
Weitere Tipps zur Ersten Hilfe finden Sie hier. Die Erste Hilfe endet erst, wenn der Rettungswagen eingetroffen ist und das Rettungsteam übernimmt.
Medizinischer Hintergrund des plötzlichen Herzstillstands
Häufigster Auslöser eines Herzstillstands ist Kammerflimmern. Dabei handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung, bei der das Herz sich viel schneller zusammenzieht als normal und somit kein Blut mehr in den Kreislauf gepumpt werden kann. Dem Gehirn fehlt es folglich an Blut und Sauerstoff.
Kardiologe erklärt, welche unerwarteten Symptome auf eine Herzschwäche hindeuten
Akute Symptome eines Herzstillstands
Typische akute Anzeichen, an denen sich ein Herzstillstand erkennen lässt, sind:
- Atemnot
- Brustschmerzen oder Enge in der Brust
- Herzrasen
- Schweißausbruch
- Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
- Schwindel
- Bewusstseinstrübung
Tritt eines oder mehrere dieser Symptome auf, muss sofort der Notruf (112) gewählt und mit Wiederbelebungsmaßnahmen (wie oben beschrieben) begonnen werden.
Welche Risikogruppe besonders häufig von einem Herzstillstand betroffen ist
Männer sind statistisch etwa dreimal so häufig von einem plötzlichen Herzstillstand betroffen wie Frauen. Bei Jüngeren tritt der plötzliche Herztod nur selten auf, öfter hingegen bei Menschen mittleren und höheren Alters.2 Zur Risikogruppe gehören häufig Personen mit bereits vorher bestehenden Herzerkrankungen. Teils blieben diese jedoch unbemerkt, weshalb der Herztod oft überraschend und scheinbar ohne Grund auftritt.
Herzstillstand, Herzinfarkt und akutes Herzversagen – so erkennen Sie den Unterschied
Plötzlicher Herztod – Ursachen und Warnzeichen
Die häufigsten Vorerkrankungen, bevor es zum Herzstillstand kommt
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Angeborene Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen
- Herzschwäche
- Vorheriger Herzinfarkt (Myokardinfarkt – das Myokard, lateinisch myocardium, ist der Herzmuskel)
- Herzklappenfehler
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
- Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathie)
Diese Lebensweise senkt das Risiko, einen Herzstillstand zu erleiden
Das Risiko für Herzkrankheiten kann durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung gesenkt werden. Besonders ein erhöhter Cholesterinspiegel, der durch eine geeignete Ernährung verbessert werden kann, und ein erhöhter Blutdruck steigern das Risiko für einen plötzlichen Herztod, Herzinfarkt oder Herzversagen. Zudem sollte auf Rauchen und Alkohol weitestgehend verzichtet werden. Wichtig sind zudem Vorsorgetermine beim Kardiologen, um rechtzeitig eine bestehende Herzerkrankung zu diagnostizieren und behandeln.