4. November 2026, 18:08 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten
Kleine Bläschen, schmerzhafte Wunden im Mund und ungewöhnlich starker Speichelfluss. Was sich zunächst wie eine Szene aus einem Horrorfilm anhört, sind mögliche Anzeichen der Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Die hochansteckende Infektion betrifft vor allem Kinder, kann aber auch Erwachsene treffen.
Wer kleine Kinder hat, kennt das Problem: Kaum ist der Nachwuchs in der Kita, folgt gefühlt eine Erkältung auf die nächste. Doch hinter Fieber, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit kann auch die Hand-Fuß-Mund-Krankheit stecken. Die ansteckende Virusinfektion betrifft vor allem Kinder unter zehn Jahren und verläuft meistens harmlos. Besonders unangenehm können allerdings die schmerzhaften Bläschen im Mund werden. Sie führen manchmal dazu, dass Kinder kaum noch essen oder trinken möchten.
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Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Der Name verrät bereits, an welchen Körperstellen sich die Erkrankung besonders häufig bemerkbar macht: im Mund sowie an Händen und Füßen. Doch bevor der typische Ausschlag auftritt, zeigen sich oft andere Beschwerden.
Meist beginnt die Erkrankung mit Fieber, Appetitlosigkeit und Halsschmerzen. Etwa ein bis zwei Tage später entstehen kleine rote Flecken im Mund, vor allem an der Zunge, am Zahnfleisch und an der Mundschleimhaut. Daraus können sich Bläschen und schmerzhafte wunde Stellen entwickeln.
Für Kinder kann das besonders unangenehm sein. Manche vermeiden es aufgrund der Schmerzen sogar, ihren Speichel herunterzuschlucken. Eltern bemerken dann möglicherweise, dass ihrem Kind ungewöhnlich viel Speichel aus dem Mund läuft.
Weitere ein bis zwei Tage später folgt häufig der Hautausschlag. Die roten Flecken zeigen sich vor allem an den Handflächen und Fußsohlen, können aber auch am Gesäß, an den Knien, Ellenbogen oder im Genitalbereich auftreten. Teilweise bilden sich kleine Bläschen. Normalerweise juckt der Ausschlag nicht. Bei ungewöhnlichen Krankheitsverläufen kann allerdings auch starker Juckreiz auftreten.1
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Was steckt hinter der Krankheit?
Ausgelöst wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit durch verschiedene Viren aus der Gruppe der sogenannten Enteroviren. Besonders häufig sind Coxsackie-A-Viren verantwortlich.
Die Erreger werden von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Ansteckung ist beispielsweise über Speichel, Nasen- und Rachensekret oder die Flüssigkeit aus den Hautbläschen möglich. Auch beim Windelwechseln können Eltern mit den Viren in Kontakt kommen, da diese über den Stuhl ausgeschieden werden.2
Daneben können verunreinigte Gegenstände wie Spielzeug, Türklinken oder Besteck eine Rolle spielen. Wer solche Oberflächen berührt und sich anschließend ins Gesicht fasst, kann sich ebenfalls infizieren.
Besonders ansteckend sind Erkrankte während der ersten Krankheitswoche. Doch auch wenn die Beschwerden längst verschwunden sind, können die Viren noch mehrere Wochen über den Stuhl ausgeschieden werden. Eine Übertragung ist deshalb weiterhin möglich, allerdings weniger wahrscheinlich. Zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen vergehen normalerweise drei bis zehn Tage.
Wie verläuft die Erkrankung?
In den meisten Fällen verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit mild. Die Beschwerden klingen gewöhnlich innerhalb von fünf bis sieben Tagen von selbst ab. Bis der Hautausschlag vollständig verheilt ist, kann es etwas länger dauern.
Viele Menschen bemerken die Infektion überhaupt nicht. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts verlaufen mehr als 80 Prozent der Infektionen ohne Symptome. Besonders häufig ist das bei Erwachsenen der Fall. Sie können die Erreger dennoch weitergeben.3
Wer die Hand-Fuß-Mund-Krankheit bereits durchgemacht hat, ist übrigens nicht dauerhaft vor einer erneuten Erkrankung geschützt. Da verschiedene Virustypen verantwortlich sein können, ist es möglich, sich mehrfach anzustecken.
Können nach der Erkrankung die Fingernägel ausfallen?
Eine seltene Folge der Hand-Fuß-Mund-Krankheit dürfte viele Eltern zunächst erschrecken: Einige Wochen nach der Infektion können sich einzelne Finger- oder Zehennägel ablösen.
Das kann insbesondere nach ungewöhnlichen Krankheitsverläufen vorkommen. Die gute Nachricht: Die betroffenen Nägel wachsen normalerweise wieder nach.
Sehr selten kann die Infektion auch schwerwiegendere Komplikationen verursachen, darunter Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute. Solche Verläufe sind allerdings die Ausnahme.
Wie sieht die Behandlung aus?
Eine spezielle Therapie gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt es nicht. Antibiotika helfen ebenfalls nicht, da die Erkrankung durch Viren und nicht durch Bakterien ausgelöst wird.
Weil die Infektion meistens von selbst abklingt, geht es bei der Behandlung vor allem darum, die Beschwerden zu lindern. Gegen Schmerzen und Fieber können geeignete Medikamente wie Paracetamol helfen. Bei Kindern müssen die Mittel altersgerecht und richtig dosiert angewendet werden.
Wichtig: Kinder sollten bei einer Virusinfektion keine Acetylsalicylsäure (ASS), beispielsweise Aspirin, bekommen. Der Wirkstoff kann bei ihnen in seltenen Fällen das lebensgefährliche Reye-Syndrom auslösen. Besonders wichtig ist außerdem, dass erkrankte Kinder ausreichend trinken. Denn die schmerzhaften Stellen im Mund können dazu führen, dass sie nicht nur das Essen, sondern auch das Trinken verweigern.4
Kühle Getränke und weiche Speisen können angenehmer sein. Saure, scharfe oder harte Lebensmittel können die wunden Stellen dagegen zusätzlich reizen.
Wann sollte man sich ärztlichen Rat holen?
Auch wenn die Hand-Fuß-Mund-Krankheit meistens harmlos verläuft, sollten Eltern bestimmte Warnzeichen ernst nehmen. Besonders problematisch kann es werden, wenn Kinder aufgrund der Schmerzen kaum noch Flüssigkeit aufnehmen.
Rasch ärztlichen Rat einholen sollten Eltern, wenn:
- das erkrankte Kind jünger als sechs Monate ist,
- es kaum noch trinkt oder Anzeichen einer Austrocknung zeigt, etwa einen trockenen Mund oder ungewöhnliche Schläfrigkeit,
- das Fieber länger als drei Tage anhält,
- sich die Beschwerden nach zehn Tagen nicht gebessert haben,
- die Beschwerden ungewöhnlich stark ausgeprägt sind,
- das Kind ein geschwächtes Immunsystem hat.
Bei Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit oder anderen schweren neurologischen Beschwerden ist sofortige medizinische Hilfe notwendig. Auch starke Kopfschmerzen in Verbindung mit Nackensteife sind ein ernstes Warnzeichen.
Wann dürfen Kinder wieder in die Kita?
Gerade für berufstätige Eltern stellt sich schnell die Frage, wie lange ihr Kind zu Hause bleiben muss. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist ein genereller Ausschluss von Kindern mit Hand-Fuß-Mund-Krankheit aus Kitas und Schulen nicht vorgesehen. Bei einem milden Verlauf können Kinder eine Gemeinschaftseinrichtung grundsätzlich besuchen, solange sie kein Fieber haben und sich gesund fühlen.
Nach der Genesung und dem Eintrocknen der Bläschen ist eine Rückkehr in der Regel ohne ärztliches Attest möglich.
Allerdings können bei größeren Ausbrüchen besondere Regeln gelten. Das zuständige Gesundheitsamt kann dann beispielsweise anordnen, dass erkrankte Kinder vorübergehend nicht in die Einrichtung dürfen.
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Ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Schwangerschaft gefährlich?
Auch Schwangere können sich mit den Viren infizieren. In den meisten Fällen verläuft die Infektion bei ihnen mild oder sogar ohne Beschwerden.
Besondere Vorsicht ist jedoch rund um die Geburt geboten. Ist die Mutter zu diesem Zeitpunkt infiziert, kann sie die Viren auf ihr Neugeborenes übertragen.
Die meisten betroffenen Neugeborenen erkranken ebenfalls nur leicht. In sehr seltenen Fällen kann sich die Infektion jedoch im gesamten Körper ausbreiten und wichtige Organe betreffen. Das Risiko für einen schweren Verlauf ist in den ersten beiden Lebenswochen am höchsten.
Schwangere, die kurz vor der Geburt entsprechende Symptome entwickeln, sollten deshalb ihre behandelnde Ärztin oder ihren Arzt informieren.5
Wie kann man einer Ansteckung vorbeugen?
Eine Impfung gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist in Deutschland derzeit nicht verfügbar. Umso wichtiger sind einfache Hygienemaßnahmen, die das Ansteckungsrisiko senken können.
Dazu gehören:
- regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife, besonders nach dem Toilettengang und Windelwechseln,
- gründliches Reinigen häufig berührter Gegenstände und Oberflächen wie Spielzeug und Türklinken,
- möglichst kein enger Körperkontakt mit akut Erkrankten,
- kein gemeinsames Benutzen von Besteck, Trinkbechern oder Handtüchern.
Da die Viren auch nach dem Abklingen der Beschwerden noch über den Stuhl ausgeschieden werden können, sollten Eltern besonders beim Windelwechseln weiterhin auf sorgfältige Hygiene achten.