Während die Coronapandemie weiterhin anhält, kam mit den Affenpocken bereits eine neue besorgniserregende Viruserkrankung hinzu. Nun gibt es den ersten Bericht eines Patienten, der sich mit beiden Krankheiten zugleich angesteckt – und sich darüber hinaus auch noch mit HIV infiziert hat.
Schon mit einer der genannten Erkrankungen allein ist nicht zu spaßen. Nun kämpft ein Mann aus Italien gleich mit allen dreien. Wie es einem Bericht im „Journal of Infection“ heißt, ist er der erste bekannte Fall, bei dem am selben Tag eine Koinfektion von HIV, Corona und den Affenpocken diagnostiziert wurde.1
Laut des Berichts in der Fachzeitschrift entwickelte der 36-jährige Mann neun Tage nach Rückkehr von einer Reise erste Symptome, die auf eine Coronainfektion hindeuteten. Er litt unter Fieber, Halsschmerzen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und vergrößerten Lymphknoten in der Leistengegend. Der Corona-Test am 2. Juli fiel dann auch positiv aus. Doch noch am selben Tag kamen Beschwerden hinzu, die über die typischen Covid-Symptome hinausgingen.
Bei diesen handelte es sich um Hautirritationen verschiedenster Art und von unterschiedlichem Schweregrad. Zu Beginn bildete sich ein Ausschlag auf dem linken Arm, dann folgten schmerzhafte Blasen im Gesicht, am Oberkörper, an den Beinen und am Gesäß, die sich einige Zeit später zu Pusteln und Papeln entwickelten. Mit diesen Symptomen begab sich der Italiener schließlich in notärztliche Behandlung im Krankenhaus.
Weitere Tests ergaben Infektion mit HIV und Affenpocken
Die medizinischen Tests im Krankenhaus ergaben am 6. Juli, dass der Patient nicht nur Corona hatte, sondern zugleich an den Affenpocken erkrankt war und sich mit HIV angesteckt hatte (sein letzter negativer HIV-Test stammte von September 2021). Die Ärzte begannen eine intravenöse Behandlung mit Sotrovimab, einem Arzneimittel, das zur Covid-Therapie eingesetzt wird.2
Die Hautläsionen begannen schnell abzuheilen. Am dritten Tag der Behandlung bildeten sich Krusten. Zwei Tage später waren fast alle Symptome verschwunden und auch die Laborwerte normalisierten sich. Am sechsten Behandlungstag entließen die Ärzte den Patienten aus dem Krankenhaus. Allerdings musste er sich noch häuslich isolieren, weil er weiterhin die Corona- und Affenpocken-Tests weiterhin positiv waren. Zwei Wochen später waren die Pusteln und Papeln abgeheilt, hatten jedoch kleine Narben hinterlassen. Mittlerweile braucht der Mann keine Behandlung gegen Corona und die Affenpocken mehr, diese Erkrankungen hat er überstanden. Eine langfristige HIV-Therapie ist allerdings notwendig.
Die Autoren des Fallberichts möchten mit ihrer Arbeit darauf hinweisen, dass sich die Symptome von Corona und Affenpocken überschneiden können. Bei Verdachtsfällen sollte Medizinern daher bewusst sein, dass beide Erkrankungen gleichzeitig vorliegen und eventuell unbemerkt weiterverbreitet werden können.
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