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Warum sich die Untersuchung lohnt

Erster Besuch beim Urologen! Was Männer wissen sollten

Besuch beim Urologen
Gab es in Ihrer Familie bereits Prostatatumore? Die Krebsvorsorge beim Urologen beginnt mit einem Gespräch, der sogenannten Anamnese. Foto: Getty Images
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FITBOOK Redaktion

9. September 2025, 15:25 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Der Gedanke an eine Prostata-Tastuntersuchung löst bei vielen Männern Unbehagen aus. Doch wer Beschwerden verspürt oder über 45 Jahre alt ist, sollte den Gang zum Urologen nicht aufschieben. Was dort genau passiert – und warum Ängste unbegründet sind.

Wann ein Besuch beim Urologen sinnvoll ist

Häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen, Blut im Urin oder wiederkehrende Harnwegsinfekte – das sind laut Axel Merseburger, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie, typische Gründe für einen Termin beim Urologen. Auch Erektionsprobleme, Schmerzen im Hoden, Nierensteine sowie unklare Unterbauchbeschwerden sollte man urologisch abklären.

Robert Frese, Vorstandsvorsitzender des Vereins der niedergelassenen Urologen in Hamburg, ergänzt, dass sichtbare Veränderungen im Genitalbereich, wie Entzündungszeichen oder Verhärtungen im Bereich der Hoden, ebenfalls Anlass für eine Untersuchung seien.

Darüber hinaus sind Urologinnen und Urologen Ansprechpartner bei Fragen zu Fruchtbarkeit, sexuellen Funktionsstörungen und sexuell übertragbaren Krankheiten. „Allerdings ist die erste Anlaufstelle immer die Hausärztin oder der Hausarzt, um zur wirklich richtigen Fachrichtung überwiesen zu werden“, sagte Axel Merseburger der „dpa“.

Warum die Krebsvorsorge so wichtig ist

Ein besonders häufiger Grund für einen urologischen Check ist die Krebsfrüherkennung – insbesondere von Prostatakrebs. „Das Prostatakarzinom ist der häufigste Krebs beim Mann – wie Brustkrebs bei der Frau“, erklärt Robert Frese. Jährlich erkranken laut Deutscher Gesellschaft für Urologie rund 66.000 Männer neu daran.1

Empfohlen wird eine jährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Doch laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von „Verivox“ nehmen 55 Prozent der Männer ab diesem Alter diese Untersuchung nicht regelmäßig wahr – 26 Prozent haben sie sogar noch nie durchführen lassen.2

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So läuft der erste Termin beim Urologen ab

Ob zur Vorsorge oder bei akuten Beschwerden – der erste Termin beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch. Dabei werden unter anderem familiäre Vorbelastungen, Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente thematisiert.

„Auch die Frage nach der sexuellen Funktion sollte nicht aus falscher Scham unter den Tisch fallen“, sagt Robert Frese. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, die der Arzt je nach Fall durch Urin- oder Blutuntersuchungen ergänzt.

Was bei der Krebsvorsorge genau gemacht wird

Zur Untersuchung gehören das Betrachten und Abtasten von Penis und Hodensack sowie die manuelle Untersuchung der Prostata über den After. Auch die Lymphknoten werden in diesem Zusammenhang beurteilt. „Das ist ein bisschen unangenehm. Aber eine Blutabnahme ist letztendlich schlimmer. Wenn man dem Patienten die Hintergründe erklärt, macht das jeder mit“, sagt Robert Frese.

Die Tastuntersuchung allein gilt jedoch als nicht ausreichend. „Nicht jeder kleine Tumor lässt sich ausreichend früh tasten“, erklärt Frese. Fachverbände wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfehlen daher zusätzlich einen PSA-Test. Dabei bestimmt man das prostataspezifische Antigen im Blut – einen wichtigen Marker zur Früherkennung. Die Kosten für diese Untersuchung liegen bei etwa 25 bis 35 Euro, die Krankenkassen übernehmen sie bislang nicht.

Axel Merseburger rät Männern, sich hierzu individuell beraten zu lassen: Eine Kombination aus Tastuntersuchung und PSA-Test könne sinnvoll sein. Robert Frese warnt jedoch davor, die Tastuntersuchung komplett auszuklammern: „Sie kann wesentliche Informationen zur Prostatagröße und deren Form sowie mögliche tastbare Auffälligkeiten in Bezug auf Darmkrebserkrankungen liefern.“

Angst vor der Untersuchung? Das hilft gegen Unsicherheit

Wie unangenehm die Tastuntersuchung empfunden wird, ist unterschiedlich – schmerzhaft ist sie jedoch nicht und meist dauert sie nur wenige Sekunden. Axel Merseburger empfiehlt eine entspannte Körperhaltung und ruhige Atmung. Zudem könne eine ausführliche Aufklärung Ängste und Schamgefühle reduzieren. Frese nennt einen weiteren Grund für die Scheu: „Männer gehen nicht so gerne zum Arzt. Sie sehen ihren Körper mehr als Werkzeug und den Arzt als Ingenieur, den man sich nur bei Störungen an Bord holt.“

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Urologie ist nicht nur Männersache

Trotz des verbreiteten Irrglaubens: Urologische Praxen sind nicht ausschließlich für Männer da. „Ungefähr 40 Prozent meiner Patienten sind Frauen“, berichtet Robert Frese. Gründe für einen Besuch sind bei Frauen häufig wiederkehrende Harnwegsinfekte, Harnsteine oder Inkontinenzprobleme. „Frauen können aber auch Tumore haben, die im urologischen Fachbereich behandelt werden, etwa ein Harnblasenkarzinom oder ein Nierentumor“, so Frese.

Auch Kinder werden urologisch betreut – häufig aufgrund angeborener Fehlbildungen oder bei einem Hodenhochstand, wie Axel Merseburger erklärt.

Fazit

Ob zur Vorsorge oder bei konkreten Beschwerden – der Besuch beim Urologen ist für Männer wie Frauen in vielen Fällen medizinisch wichtig und oft frühzeitig sinnvoll. Die häufig gefürchtete Tastuntersuchung ist dabei weit weniger dramatisch, als viele vermuten – und kann Leben retten.

Mit Material von dpa

Quellen

  1. Urologenportal. Überarbeitung enthält wesentliche Änderungen: Konsultationsfassung der S3-Leitlinie Prostatakarzinom ist online (aufgerufen am 5.9.2025) ↩︎
  2. Verivox. Mehr als jeder zweite Mann ab 45 verzichtet auf jährliche Prostata-Früherkennung (aufgerufen am 5.9. 2025) ↩︎

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