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Große US-Studie zeigt

Möglicher Zusammenhang zwischen Social Media und ADHS-Symptomen

Es gibt womöglich einen Zusammenhang zwischen Social Media und ADHS
Es gibt womöglich einen Zusammenhang zwischen Social Media und ADHS Foto: Getty Images
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3. August 2026, 14:08 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

TikTok, Instagram und andere Plattformen sind für viele Jugendliche fester Bestandteil des Alltags. Doch was passiert, wenn die Nutzung überhandnimmt? Eine Langzeitstudie aus den USA liefert nun Hinweise darauf, dass ein problematischer Umgang mit sozialen Medien mit später auftretenden ADHS-ähnlichen Symptomen in Verbindung stehen könnte – insbesondere bei männlichen Jugendlichen.

Viele Jugendliche verbringen täglich Stunden in sozialen Netzwerken

Eine deutsche Erhebung zeigt, wie stark soziale Medien den Alltag junger Menschen prägen: 69 Prozent der 14- bis 20-Jährigen verbringen täglich mehr als zwei Stunden auf Plattformen wie TikTok oder Instagram. 27 Prozent kommen sogar auf mindestens fünf Stunden pro Tag.1

Forscher der University of California in San Francisco begleiteten für eine Studie mehr als 11.000 Jugendliche über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung etwa zwölf Jahre alt. Das Ergebnis: In Phasen, in denen Jugendliche besonders stark an ihr Smartphone gebunden waren, berichteten Eltern im folgenden Jahr häufiger über Symptome, die mit ADHS in Verbindung gebracht werden. Dazu zählten Konzentrationsprobleme, Unaufmerksamkeit und impulsives Verhalten.2

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Nicht die Dauer allein ist entscheidend

Nach Angaben der Wissenschaftler spielte nicht nur die verbrachte Zeit in sozialen Netzwerken eine Rolle. Entscheidend war vor allem, ob Jugendliche problematische Nutzungsmuster entwickelten. Untersucht wurden unter anderem Verhaltensweisen wie das ständige Denken an soziale Medien, der Drang, permanent online sein zu müssen, erfolglose Versuche, die Nutzung einzuschränken, sowie Stress oder Unruhe bei fehlendem Zugriff auf entsprechende Plattformen. Zeigten Jugendliche solche Verhaltensmuster verstärkt, nahmen laut den Angaben der Eltern später auch ADHS-ähnliche Auffälligkeiten zu.

Besonders ausgeprägt war der beobachtete Zusammenhang im Alter von 14 bis 16 Jahren. Nachweisbar war er vor allem bei Jungen. Bei ihnen ging ein problematischer Umgang mit sozialen Medien häufiger einer späteren Zunahme von ADHS-Symptomen voraus. Bei Mädchen konnten die Forscher einen entsprechenden Effekt hingegen nicht feststellen.

Warum soziale Medien für das jugendliche Gehirn problematisch sein können

Soziale Netzwerke setzen auf kontinuierliche Belohnungsreize. Likes, Herzchen und unmittelbares Feedback können im Gehirn wiederholt kleine Belohnungseffekte auslösen.

Gerade zwischen zwölf und 18 Jahren befindet sich das Gehirn noch in einer intensiven Entwicklungsphase. Werden Jugendliche dauerhaft solchen Reizen ausgesetzt, könnten Veränderungen in bestimmten Hirnbereichen die Folge sein. Als mögliche Auswirkungen werden Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme, Depressionen, Reizbarkeit sowie Schlafstörungen genannt.

Nach Angaben der Experten lassen sich in Kernspinuntersuchungen Veränderungen in Bereichen erkennen, die mit der Ausschüttung von Adrenalin und Dopamin sowie mit Impulskontrolle und Reflexionsfähigkeit zusammenhängen. Vergleichbare Veränderungen werden auch bei Menschen mit ADHS beobachtet, deren Hirnnetzwerke für Belohnungsverarbeitung und Impulskontrolle besonders empfindlich auf entsprechende Reize reagieren.

Die Studie belegt allerdings nicht, dass TikTok, Instagram oder andere soziale Netzwerke ADHS verursachen oder dass betroffene Jugendliche später häufiger die Diagnose ADHS erhalten. Sie zeigt lediglich einen Zusammenhang zwischen problematischem Social-Media-Konsum und später auftretenden ADHS-ähnlichen Symptomen.

Quellen

  1. Vodafone Stiftung. Zwischen Bildschirmzeit und Selbstregulation (zuletzt aufgerufen 28. Juli 2026) ↩︎
  2. Jason M. Nagata; Christopher D. Otmar; Sahana Nayak; et al. (2026) Problematic Social Media Use and Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder Symptoms in Adolescents. JAMA Netw Open. ↩︎

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