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Die Haut verändert sich

Sollte man ab 60 Jahren weniger oft duschen? Das rät der Dermatologe

Wenn die Haut spannt und juckt, ist es womöglich Zeit, die Duschroutine zu überdenken
Wenn die Haut spannt und juckt, ist es womöglich Zeit, die Duschroutine zu überdenken Foto: Getty Images

3. Oktober 2026, 8:24 Uhr | Lesezeit: 7 Minuten

Täglich zu duschen gehört für viele Menschen zur festen Routine. Doch mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut: Sie produziert weniger Fett und Schweiß, wird trockener und kann empfindlicher auf Wasser und Reinigungsprodukte reagieren. Muss man deshalb ab 60 sein Duschverhalten ändern? Und was ist mit dem Körpergeruch und dem Haarewaschen? Ein Dermatologe erklärt, worauf es bei der Körperpflege im Alter wirklich ankommt.

Wie sich die Haut im Alter verändert

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut. Sie wird dünner, verliert an Elastizität und kann Feuchtigkeit schlechter speichern. Dadurch lässt ihre natürliche Schutzfunktion nach und sie reagiert häufig empfindlicher auf äußere Einflüsse. Auch hormonelle Veränderungen, etwa während und nach der Menopause, können die Haut zusätzlich austrocknen.

Riecht man im Alter weniger?

Auch der Körpergeruch kann sich mit dem Alter verändern. Zwar schwitzen viele Menschen im höheren Alter weniger, trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass sie weniger Körpergeruch entwickeln. Denn dieser entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, unter anderem von Hautsekreten und Mikroorganismen auf der Haut. Auch Hormone, Ernährung, Kleidung sowie bestimmte Erkrankungen und Medikamente können eine Rolle spielen.

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Wie verändert sich das Hautmikrobiom?

Auf unserer Haut lebt eine Vielzahl von Mikroorganismen. Dieses sogenannte Hautmikrobiom besteht unter anderem aus Bakterien und Pilzen und ist Teil des natürlichen Schutzsystems der Haut. Es trägt dazu bei, das Gleichgewicht der Haut zu erhalten, und kann verhindern, dass sich bestimmte Krankheitserreger ausbreiten.

„Auch das Hautmikrobiom wandelt sich im Laufe des Lebens hinsichtlich der Zusammensetzung und der Vielfalt der Mikroorganismen. Gleichzeitig verändern sich Eigenschaften der Haut, etwa ihr pH-Wert, der Gehalt an Hautfetten und ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern“, erklärt Dr. Chen.

Dr. Emi erklärt im Video, woran man einen guten Hautarzt erkennt:

Welche Rolle spielt die Hautbarriere?

Die Hautbarriere bildet die äußere Schutzschicht der Haut und verhindert unter anderem, dass zu viel Wasser verloren geht. Ihre Bestandteile sind unter anderem Hautzellen und Lipide, also Fette wie Ceramide, Cholesterin und Fettsäuren. „Unsere Haut besteht aus mehreren Schichten, von denen jede eine wichtige Funktion zum Schutz des Körpers erfüllt“, erklärt Dr. Ko-Ming Chen, Dermatologe und Dermatohistologe in Düsseldorf. „Mit zunehmendem Alter kann diese Schutzfunktion nachlassen, weshalb die Haut schneller mit Trockenheit, Spannungsgefühl, Juckreiz oder kleinen Rötungen reagiert.“

Was macht Duschen mit der Haut?

Beim Duschen werden nicht nur Schmutz und Schweiß, sondern auch Hautfette entfernt. Vor allem heißes Wasser und aggressive Reinigungsprodukte können die natürliche Hautbarriere belasten. Bei gesunder Haut lässt sich das meist problemlos ausgleichen. Mit zunehmendem Alter wird die Haut jedoch trockener und empfindlicher, sodass sie auf häufiges oder langes Duschen stärker reagieren kann.

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Ab wann sollten Sie Ihre Duschroutine überdenken?

Eine feste Altersgrenze gibt es dafür nicht. Spätestens wenn die Haut nach dem Duschen regelmäßig spannt, juckt, schuppt oder gerötet ist, lohnt es sich, die eigene Routine zu überprüfen. Häufig machen sich solche Veränderungen ab etwa 60 Jahren bemerkbar, können aber auch schon früher auftreten.

Muss man ab 60 tatsächlich weniger duschen?

„Eine bestimmte Duschfrequenz, die für alle Menschen ab 60 gilt, gibt es nicht. Entscheidend sind vielmehr Hauttyp, körperliche Aktivität, Schwitzen, Beruf, Jahreszeit und persönliche Vorlieben. Wer viel Sport treibt, stark schwitzt oder körperlich arbeitet, hat selbstverständlich einen anderen Reinigungsbedarf als jemand, der sich wenig bewegt und kaum schwitzt“, so Herr Dr. Chen. „Viel wichtiger als die Häufigkeit ist aber, wie man duscht und welche Produkte man dabei verwendet.“

Die richtige Körperpflege im Alter

1. Kurz und nicht zu heiß duschen: Duschen Sie mit angenehm warmem statt heißem Wasser und nicht zu lange, nur etwa fünf bis zehn Minuten.

2. Milde Reinigungsprodukte: Verwenden Sie möglichst hautschonende Formulierungen, anstelle von stark parfümierten oder aggressiven Produkten. Vor allem bei ohnehin schon empfindlicher, trockener Haut können diese unnötig reizend wirken.  

3. Peelings sparsam einsetzen: Grobkörnige Peelings oder kräftiges Schrubben mit Bürsten oder rauen Waschlappen sind nicht notwendig und können die Haut irritieren.

4. Sanft abtrocknen: Tupfen Sie die Haut nach dem Duschen vorsichtig trocken, anstatt sie kräftig mit dem Handtuch abzurubbeln.

5. Haut anschließend pflegen: Tragen Sie, speziell bei trockener Haut, nach dem Duschen eine reichhaltige, möglichst unparfümierte Körperpflege auf. Inhaltsstoffe wie Glycerin, Urea oder Ceramide können dabei helfen, Feuchtigkeit in der Haut zu halten und die Hautbarriere zu unterstützen.

Muss man den ganzen Körper einseifen?

„Nein, das ist nicht nötig. Gerade wenn die Haut trocken ist, muss nicht bei jeder Dusche jeder Quadratzentimeter mit Duschgel gereinigt werden. Sinnvoll ist eine gezielte Reinigung dort, wo Schweiß, Talg und Körpersekrete entstehen oder sich sammeln, etwa an Achseln, Füßen und im Intimbereich“, so Dr. Chen. „Für den restlichen Körper reicht bei einer kurzen Dusche häufig Wasser aus, um lose Hautschüppchen und Schmutz abzuspülen.“

Wie oft sollte man die Haare waschen?

Auch beim Haarewaschen gibt es keine allgemeingültige Altersregel. Entscheidend sind Kopfhaut, Haartyp und individuelle Talgproduktion. Da die Talgproduktion im Alter tendenziell abnimmt, können Haare und Kopfhaut trockener werden. Wer früher jeden Tag Shampoo gebraucht hat, stellt deshalb möglicherweise fest, dass die Haare heute länger frisch bleiben. Das ist aber individuell sehr unterschiedlich. Wer eine trockene oder empfindliche Kopfhaut hat, kann ein mildes Shampoo verwenden und die Waschintervalle verlängern. Bei fettiger Kopfhaut, starkem Schwitzen oder bestimmten Kopfhauterkrankungen kann dagegen häufigeres Waschen sinnvoll sein.

Was passiert eigentlich, wenn man zwei Wochen nicht duscht?

Zwei Wochen komplett auf Duschen zu verzichten, ist nicht mit einer normalen Reduzierung der Duschfrequenz zu vergleichen. Auf der Haut sammeln sich Schweiß, Hautfette, abgestorbene Hautzellen und Rückstände von Pflegeprodukten. Hinzu kommen Veränderungen des Hautmikrobioms. Zunächst wird vor allem der Körpergeruch zunehmen. Auch fettige Haut, Juckreiz oder unangenehme Ablagerungen können auftreten. Besonders in Hautfalten, unter der Brust, in der Leistengegend oder zwischen den Zehen können sich Wärme und Feuchtigkeit stauen. Dort ist eine regelmäßige Reinigung besonders wichtig.

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Was passiert, wenn ich mein Leben lang jeden Tag dusche?

Wer seit Jahrzehnten täglich duscht, muss nicht befürchten, dass allein die Anzahl der Duschen die Haut automatisch schädigt. Entscheidend sind die Begleitumstände. Eine kurze, lauwarme Dusche mit einem milden Reinigungsprodukt kann auch im höheren Alter problemlos Teil der täglichen Routine sein. Wenn die Haut danach allerdings regelmäßig spannt, schuppt, juckt oder gerötet ist, lohnt sich eine Anpassung. Dann können eine kürzere Dusche, weniger heißes Wasser, weniger Duschgel und eine konsequente Pflege danach helfen. Bei anhaltenden Hautproblemen sollte dermatologisch abgeklärt werden, ob eine Hauterkrankung dahintersteckt.

Fazit: Das Wichtigste ist nicht die Zahl der Duschen

Die Frage „Wie oft sollte man im Alter duschen?“ lässt sich deshalb nicht mit einer bestimmten Zahl beantworten. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut, sie wird häufig trockener und empfindlicher. Dadurch kann es sinnvoll sein, weniger aggressiv und je nach persönlichem Bedarf auch weniger häufig zu duschen. Wer täglich duschen möchte, kann das weiterhin tun. Entscheidend sind kurze Duschzeiten, lauwarmes Wasser, eine milde Reinigung und bei trockener Haut eine passende Pflege. Nicht das Alter entscheidet darüber, wie oft Sie duschen sollten, sondern der Zustand Ihrer Haut und Ihr persönlicher Alltag.

Mit fachlicher Beratung von Dr. sc. hum. Ko-Ming Chen, M.D., Dermatologe und Dermatohistologe, Praxis für Dermatologie und Ästhetik in Düsseldorf. Seine fachliche Qualifikation und Tätigkeit sind auf der Praxiswebsite dokumentiert.

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