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Laut Studie

8 Jahre jünger! Diese Faktoren senken das Gehirnalter messbar

Eine aktuelle Studie zeigt, wie wir unser biologisches Gehirnalter senken können
Eine aktuelle Studie zeigt, wie wir unser biologisches Gehirnalter senken können Foto: Getty Images
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Martin Lewicki
Freier Autor

19. Dezember 2025, 16:03 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Unser Lebensstil beeinflusst maßgeblich, wie schnell wir altern. Und das gilt nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist. Das zeigt eine neue Studie, indem sie die entscheidenden Faktoren identifiziert, um das Gehirnalter zu senken. Allerdings bezieht sich die Studie hauptsächlich auf eine bestimmte Personengruppe.


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Studie untersucht Schutzfaktoren für ein niedrigeres Gehirnalter

Ein gesunder Lebensstil kann bekanntlich dazu beitragen, auch im hohen Alter noch fit und jung zu bleiben. In diesem Fall liegt das biologische Alter oft unter dem tatsächlichen. Zu den bekanntesten Maßnahmen, um sich jung zu halten, zählen regelmäßiger Sport, gesunde Ernährung und ständige Lernbereitschaft beziehungsweise geistige Bewegung. Das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ kommt nicht von ungefähr. Eine neue Studie hat untersucht, wie verhaltensbezogene und psychosoziale Schutzfaktoren für ein niedrigeres Gehirnalter sorgen, insbesondere bei Menschen mit chronischen Schmerzen.1 Denn frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass ein höherer Schweregrad chronischer Schmerzen mit einem höheren Gehirnalter einhergeht. Die amerikanischen Forscher von der University of Florida fanden nun Faktoren, die dazu beitragen, das biologische Gehirnalter insbesondere bei Patienten mit chronischen Schmerzen zu senken.

So lief die Studie ab

Das Ziel der Studie lag darin, die Zusammenhänge zwischen chronischen Schmerzen, sozioökologischen Risiken, verhaltensbezogenen bzw. psychosozialen Schutzfaktoren und der Alterung des Gehirns aufzuklären. Hierfür wurden 197 Erwachsene aus einer prospektiven Beobachtungskohortenstudie rekrutiert. Davon waren 68 männlich und 129 weiblich. Die meisten der untersuchten Personen hatten Knieschmerzen als Folge einer chronisch-degenerativen Gelenkerkrankung (Osteoarthritis).

128 der Teilnehmer absolvierten innerhalb von zwei Jahren eine Folge von MRT-Untersuchungen. Das Alter der untersuchten Personen lag zwischen 45 und 85 Jahren. Zu den erhobenen Daten gehörten folgende:

  • demografische Angaben
  • Gesundheitsgeschichte
  • Schmerzbewertungen
  • Sozioökonomische Faktoren wie Bildung, Einkommen, Haushaltsgröße, Familienstand und Versicherungsstatus sowie Index der regionalen Benachteiligung
  • Verhaltens- und psychosoziale Faktoren wie Tabakkonsum, Taillenumfang, Optimismus, positive und negative Affekte, wahrgenommener Stress, wahrgenommene soziale Unterstützung und Schlaf

Anhand der MRT-Daten und eines maschinellen Lernmodells konnte man das Gehirnalter der Studienteilnehmer schätzen.

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Diese Faktoren bestimmen das Gehirnalter am stärksten

Die Auswertung der Daten hat ergeben, dass ein höheres chronisches Schmerzstadium und ein höheres sozioökonomisches Risiko mit einem höheren biologischen Gehirnalter verbunden sind. So hatten Teilnehmer mit einem hohen sozioökonomischen Risiko Gehirne, die biologisch etwa drei Jahre älter waren als die von Teilnehmern mit einem geringeren sozioökonomischen Risiko.

Andererseits zeigen verhaltensbezogene und psychosoziale Schutzfaktoren einen positiven Einfluss auf das biologische Gehirnalter. So hatten Teilnehmer mit besseren Schutzfaktoren Gehirne, die im Schnitt mehr als drei Jahre jünger waren als die von Teilnehmern mit weniger verhaltensbezogenen und psychosozialen Schutzfaktoren. Die Teilnehmer mit den meisten schützenden Faktoren hatten sogar Gehirne, die biologisch bis zu acht Jahre jünger waren als die ihrer Altersgenossen mit den wenigsten schützenden Faktoren.

Als besonders effektiver Schutz für das Gehirn stellten sich folgende Faktoren heraus:

  • guter Schlaf
  • starkes soziales Umfeld bzw. soziale Unterstützung
  • ein gesunder bzw. niedriger Taillenumfang / gesundes Körpergewicht
  • Verzicht auf Tabakkonsum

„Das sind Dinge, über die Menschen eine gewisse Kontrolle haben“, kommentiert Dr. Jared Tanner, der die Studie mitgeleitet hat, in einer Pressemitteilung der University of Florida.2 Man könne nämlich lernen, Stress anders wahrzunehmen. Auch schlechter Schlaf ließe sich gut behandeln und Optimismus könne man trainieren, erklärt der Forscher.

Fazit und Einschränkungen der Studie

Laut der neuen Studie stehen Stressfaktoren wie chronische Schmerzen, ein geringes Einkommen, ein geringer Bildungsstand und andere soziale Risiken im Zusammenhang mit einem höheren biologischen Gehirnalter. Schützende Faktoren wie erholsamer Schlaf, ein gesundes Körpergewicht, Stressbewältigung, der Verzicht auf Tabak und unterstützende Beziehungen können das Gehirnalter hingegen senken. 

„Die Botschaft ist in all unseren Studien dieselbe: Gesundheitsfördernde Verhaltensweisen sind nicht nur mit geringeren Schmerzen und einer besseren körperlichen Funktionsfähigkeit verbunden, sondern scheinen die Gesundheit auch auf biologisch bedeutsamer Ebene zu stärken“, sagt die leitende Autorin der Studie, Dr. Kimberly Sibille. 

Obwohl die Studie vorwiegend Menschen mit chronischen Schmerzen untersuchte, ist es sehr wahrscheinlich, dass die genannten Schutzfaktoren – weniger Stress, soziale Unterstützung und guter Schlaf – auch bei gesunden Personen dazu beitragen, die Alterung des Gehirns zu verlangsamen. Langfristig könnte dies auch vor Krankheiten wie Demenz und Alzheimer schützen. Dennoch sind weitere Studien mit gesunden Probanden und Angehörigen anderer Ethnien erforderlich, um die Ergebnisse auf breiter gesellschaftlicher Ebene zu verifizieren. 

Quellen

  1. Tanner, J.J., Mickle, A., Holmes, U. 3rd, et. al. (2025) More than chronic pain: behavioural and psychosocial protective factors predict lower brain age in adults with/at risk of knee osteoarthritis over two years. Brain Communications. ↩︎
  2. University of Florida: Healthy habits can make your brain age more slowly, study finds (aufgerufen am 19.12.2025) ↩︎

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