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Damit Nährstoffe und Aroma erhalten bleiben

Johannisbeeren richtig waschen und verwerten – so geht’s

Johannisbeeren immer am Stiel waschen!
Johannisbeeren werden am besten mit Stiel gewaschen. So bleibt der Saft in den Beeren.Foto: iStock/brunogagnet

Damit Geschmack, Saft und vor allem die wertvollen Vitamine nicht verloren gehen, werden Johannisbeeren immer mit Stiel und Rispen gewaschen. Das gilt auch fürs Einkochen. Mehr Wissenswertes über Nährstoffe und weitere Vorteile der schmackhaften Beeren für die Gesundheit erfahren Sie hier.

Noch bis Anfang August haben Johannisbeeren in Deutschland Saison. Die kleinen Vitamin-C-Bomben stecken zudem voller herzschützender Pflanzenverbindungen und fördern sogar die Blutbildung. Daher ist es umso wichtiger, schonend mit den super gesunden Früchtchen umzugehen. Regel Nummer eins: Johannisbeeren grundsätzlich mit Stiel und Rispen waschen!

Warum man Johannisbeeren mit Stiel waschen sollte

Werden Johannisbeeren ohne Stiel gewaschen, verlieren sie Saft und Geschmack, erklärt unter anderem die Zeitschrift „Naturarzt“ (Ausgabe Juni 2019). Das Ergebnis sind traurige, matschige und nährstoffmäßig eher kraftlose Beeren. Daher sollten sie auch mit Rispen und Stielen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Wie lange halten sich Johannisbeeren frisch?

Auf einem großen Teller verteilt und mit Klarsichtfolie abgedeckt, halten sich Johannisbeeren etwa drei Tage im Kühlschrank frisch.

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Wie friert man die Beeren richtig ein?

Um Johannisbeeren einzufrieren, werden sie gewaschen (nur sanft abbrausen, damit sie nicht aufplatzen) und erst dann von den Stielen mit einer Gabel oder grobzackigen Kamm abgestreift. Anschließend verteilt man sie großflächig auf einem Tablett und gibt sie so ins Gefrierfach. Erst im gefrorenem Zustand sollten sie in ein platzsparenderes Gefäß umgefüllt werden. Gefroren sind Johannisbeeren über zehn Monate haltbar.

Für Saft oder Gelee: Beeren beim Kochen am Stiel lassen!

Wer aus Johannisbeeren Saft oder Gelee herstellen möchte, lässt die Beeren beim Kochen ebenfalls an den Stielen. Sie enthalten reichlich Gerbsäure, was zusätzlich für einen wunderbar herb-säuerlichen Geschmack sorgt. Dadurch wird das Resultat noch aromatischer und vollmundiger, rät das Magazin weiter. Außerdem lassen sich nach dem Kochen die Stiele und Rispen ganz einfach rausfischen.

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Enthaltene Nährstoffe

100 Gramm Johannisbeeren decken dreimal den Tagesbedarf an Vitamin C. Hinzukommt der relativ hohe Gehalt an Eisen (9 Prozent des Tagesbedarfs), von dem aber dank des Vitamin C das Beste herausgeholt und damit perfekt vom Körper verwertet wird.1, Vitamin C und Eisen sind ein wahres Dream-Team und damit eine Top-Kombi für die Blutbildung. Gerade Frauen im gebärfähigen Alter sollten daher doppelt zugreifen. Obendrein punkten die Beeren noch mit einer guten Portion Magnesium (wichtig für Herz, Nervenfunktion, Knochen und Zellen). Und das alles bei schmalen 60 Kalorien pro 100 Gramm.

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Flavonoide – ein wahrer Wunderstoff fürs Gehirn und wirksamer Radikalfänger

Worin Johannisbeeren – allen voran Schwarze Johannisbeeren – die meisten anderen gesunden Lebensmittel in den Schatten stellt, ist ihr außergewöhnlich hoher Gehalt an Flavonoiden. Diese pflanzlichen Verbindungen verleihen der Frucht ihre rote, bzw. blau-violette Farbe. Sie gelten als wirksame Radikalfänger. Das heißt, sie können sogar Zellschäden, die zum Beispiel durch Rauchen oder schlechte Ernährung entstanden sind, nachweislich wieder rückgängig machen.2 Neuesten Studien zufolge schützen Flavonoide das Gehirn im Alter vor kognitiven Verfall. So entdeckten Forschende der renommierten Harvard Universität, dass Menschen, die ihr ganzen Leben auf flavonoidreiche Lebensmittel setzten, auch mit weit über 80 Jahren überdurchschnittlich geistig fit und zudem psychisch stabil sind.3 Nicht zuletzt sorgen Flavonoide obendrein für top Blutdruckwerte, einen gesunden Cholesterinspiegel und somit für ein starkes Herz. Das erklärt ebenfalls, warum der Stiel beim Waschen unbedingt an den Johannisbeeren dran gelassen werden sollte – nämlich, damit der Körper auch die volle Dosis abbekommt.

Achtung: Bei weißen Johannisbeeren wurden die roten Farbstoffe und damit die wertvollen Flavonoide herausgezüchtet. Damit sind sie leider nicht viel mehr als eine blasse Vitamin-C-Quelle.

Quellen

  1. Nutrition Data. European Currants, Nutrition Facts and Calories. (aufgerufen am 11.08.2021)
  2.  Davinelli S, Bertoglio JC, Zarrelli A, et al. . Efficacy of Anthocyanin-Maqui Berry Extract (Delphinol®) on Oxidative Stress Biomarkers. Journal of the American College of Nutrition (2015, aufgerufen am 11.08.2021)
  3. Yeh TS, Yuan Z, Ascherio A, et. al. Long-term Dietary Flavonoid Intake and Subjective Cognitive Decline in US Men and Women. American Academy of Neurology. (2021)