Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de
Gesundheitspartner
von FITBOOK

Weil sie süßer sind

Haben reife Früchte mehr Kalorien?

Haben reife Früchte (z.B. Bananen) mehr Kalorien?
Sie schmecken süßer. Aber haben reife Früchte auch mehr Kalorien?Foto: Getty Images

Es gilt für alle Früchte, aber besonders auffällig ist es bei Bananen: Je reifer sie werden, desto süßer schmecken sie. Besonders zunutze machen kann man sich das beim Backen von Bananenbrot: Komplett braune Bananen machen jeden Zuckerzusatz überflüssig. Aber haben reife Früchte deshalb auch mehr Kalorien? FITBOOK hat bei Experten nachgefragt.

Vorab wichtig: Bei Obst braucht man sich hinsichtlich etwaiger Kalorien im Rahmen einer gesunden, figurbewussten Ernährung keine Sorgen zu machen. Zwar stimmt es, dass (Frucht-)Zucker enthalten ist. Dafür aber auch wertvolle Vitamine und Ballaststoffe, die Früchte wie Äpfel, Bananen und Co. zu wertvollen Lebensmitteln machen. Doch was auffällt: Mit fortschreitender Reifung schmeckt Obst auch zunehmend süßer. Was steckt dahinter? Und geht das auch mit einem veränderten Nährstoffgehalt einher? Haben reife Früchte mehr Kalorien, weil sie süßer sind? Die Antwort lautet: ja und nein.

Auch interessant: Was ist artgerechte Ernährung und wie funktioniert sie?

Je reifer, desto zuckerreicher

Der süßere Geschmack reifer Früchte kommt nicht von ungefähr. Wie Diplom-Ernährungswissenschaftler Uwe Knop im Gespräch mit FITBOOK bestätigt, enthalten reife bspw. Bananen tatsächlich mehr Zucker als die weniger reifen Früchte. Die Erklärung: „Aus den enthaltenden langkettigen Kohlenhydraten entstehen bei der Reifung kurzkettige Zucker, die süßer schmecken.“

Aber keine Sorge. Auch wenn Zucker für gewöhnlich mit Kalorien einhergeht, bedeutet das nicht, dass reife Früchte auch mehr Kalorien hätten. Denn: „Wo sollten sie denn herkommen? Die Frucht hat immer so viele Kalorien, wie sie hat“, versichert Knop.

Auswirkung auf den Stoffwechsel

Also. Mehr Zucker: ja, mehr Kalorien: nein. Dennoch könne die „interne Kohlenhydrat-Vorverdauung“, wie sie in den Worten von Uwe Knop bei reifen Früchten stattgefunden hat, einen geringfügigen Effekt auf den Stoffwechsel haben. Bei reifem Obst habe der Körper weniger Arbeit bei der Nährstoffverwertung. Die günstige Folge: Die Energie steht dem Körper schneller zur Verfügung, weiß Knop.

Noch nicht ganz so reife Früchte fordern den Magen-Darm-Trakt da schon etwas mehr, da der Körper die Kohlenhydrate selbst zerlegen muss. Dafür hält die zugeführte Energie etwas länger an.

Auch interessant: Zu wenig Obst und Gemüse begünstigt Angststörungen

Mehr Nährstoffe durch Reifung?

Übrigens ändert sich mit zunehmendem Reifegrad der Früchte genauso wenig am Kalorien- wie am Nährstoffgehalt. Darüber hat FITBOOK mit Medizinjournalist und Diätassistent Sven-David Müller gesprochen. Um beim Bananen-Beispiel zu bleiben: „Weder der Kalium- noch der Magnesium-Gehalt verändert sich beim Übergang von Grün über Gelb nach Braun“, so der Fachmann. Es ist also allenfalls eine Geschmacksfrage, ob man reife Früchte den weniger reifen vorzieht – oder umgekehrt.