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Von wegen Superfood

Warum man den Avocadokern besser nicht essen sollte

Frau schneidet in Avocadokern
Der Kern der Avocado wird heute nicht mehr weggeschmissen, sondern mitgegessen. Angeblich ist er sehr gesund. FITBOOK weiß es aber besser…
Foto: Getty Images

Der Kern der Avocado hat sich in den vergangenen Jahren vom Abfallprodukt zum angeblichen Nährstoffwunder gemausert. Food-Blogger und gesundheitsbewusste Esser servieren ihn gekocht oder raspeln ihn roh über ihren Salat. Ob sie sich damit wirklich etwas Gutes tun, können sie eigentlich nicht wissen – und womöglich ist es sogar giftig. FITBOOK hat sich bei Experten informiert.

Die Zeiten, als der harte Avocadokern weggeworfen wurde, sind lange vorbei. Während die einen ihn mit in die Schüssel zum Fruchtfleisch legen, weil das einer unansehnlichen Verfärbung entgegenwirkungen soll, gehen die anderen sogar noch weiter. Fans behaupten: Im Superfood steckt das tatsächliche Superfood, und loben den Kern der Avocado für seinen Reichtum an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Dank der vielen enthaltenen Aminosäuren soll er Infektionen vorbeugen, entzündungshemmend wirken und die Zellen schützen. Auch soll man seinen Cholesterinspiegel senken können, wenn man ihn regelmäßig verzehrt.

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Avocadokern

Um an sein vermeintlich nährstoffreiches Inneres zu gelangen, soll es helfen, den Kern für eine Weile in Wasser einzuweichen. Dadurch soll sich seine Schale besser ablösen lassen. Und dann fängt die Zubereitungsprozedur erst richtig an.
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So würde man den Avocadokern zubereiten

Auf Food-Blogs oder auch beim Wissensmagazin „Galileo“ wird empfohlen, die dunkle Haut des Avocadokerns abzuziehen und ihn selbst zu zerkleinern, also etwa zu raspeln oder fein zu mahlen. Danach sollte man ihn am besten für mehrere Tage an der Luft trocknen lassen. Das Ganze sei auf der Zunge dann relativ bitter, aber auch „lecker“ und leicht nussig. Sparsam ins Müsli oder in den Salat gemischt, wie in einigen Rezepten vorgesehen, merkt man davon geschmacklich wohl nicht mehr viel.

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Der Verzehr könnte giftig sein

Ob in Pulverform oder gekocht und in Scheiben – Diplom-Ökotrophologe Uwe Knop hält es für keine gute Idee, ihn überhaupt zu essen. Er ist auf ernährungswissenschaftliche Studien spezialisiert und weiß, dass es seitens der Forschung bislang keinen Beweis für die vermeintlichen „Wunderwirkungen“ des Avocadokerns gibt. Auch umgekehrt also warnt Knop: „Niemand weiß, ob der Kernmüll gar der Gesundheit schadet!“

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Möglich wäre es. Und glaubt man einem Redakteur des „Deutschlandfunk“, ist das Innere der sogenannten Butterfrucht sogar giftig. „Um den Avocado-Keimling zu schützen, enthält er von Natur aus Mittel gegen Würmer, Amöben und Pilze. Tiere, die davon fressen, erleiden Lungen- und Leberschäden. (…) Verantwortlich dafür ist der Gehalt an Persin, eine giftige Fettsäureverbindung. Im Gegensatz dazu gilt das Fruchtfleisch für den Menschen als harmlos – nicht aber Schalen und Kerne.“ Das schrieb er bereits 2016.

Aufgeschnittene Avocados

Wer bisher nicht auf die Idee gekommen ist, den Avocadokern mitzuessen, hat im Zweifelsfall nichts verpasst…
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Das könnte erklären, warum in Europa der Verkauf von Nahrungsmitteln, die aus dem Avocadokern oder seinen Bestandteilen hergestellt sind, nicht gestattet ist. Knop zitiert diesbezüglich aus einem Schreiben der Verbraucherzentrale zur Rechtslage, dass entsprechende Produkte nach derzeitigem Stand unter die „Novel-Food-Verordnung“ fallen. Dies bedeute, dass sie nicht hinreichend geprüft sind, um zugelassen werden zu können.

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Fazit:

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Avocado-Zimmerpflanze

Drei Zahnstocher in die Seiten gebohrt, den (gewaschenen) Avocadokern mit der spitzen Seite nach oben in die Öffnung eines Glasgefäßes gehängt – und bald beginnt er zu sprießen. Wenn er erst Wurzeln entwickelt hat, könnte man ihn sogar in Blumenerde einpflanzen.
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