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Unter Läufer*innen

Verschleimte Atemwege beim Laufen – und was dagegen hilft

Unter Läufer*innen – die Lauf-Kolumne. Ab jetzt monatlich auf FITBOOK.
Unter Läufer*innen – die Lauf-Kolumne. Ab jetzt monatlich auf FITBOOK.Foto: privat

Ich bin Anna, 37, und ich liebe das Laufen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich letztes Jahr krachend an meiner Challenge (10 Kilometer unter 45 Minuten) gescheitert bin. Diese Kolumne ist also auf keinen Fall der Versuch, mich bei euch einzuschleimen – wobei ich finde, dass verschleimte Atemwege beim Laufen ein wirklich großes Thema sind. Iiiiiihhhhh!

Die Schnecke produziert eine Schleimspur, damit sie geschmeidig darüber hinweg gleiten kann. Der Schleim ist also eine Art „Straße“ für die Schnecke, die sich ohnehin nur so wenig bewegt, wie nötig. Sie produziert diese Art Spucke also sehr sparsam und immerhin hat sie definitiv einen Nutzen davon.

Ich weiß nicht, ob ihr das Problem mit den verschleimten Atemwegen und dem erhöhten Speichelfluss kennt? Bei mir war es eine Zeit lang beim Laufen wirklich schlimm. Rotz und Schnief, der sich aus den Nebenhöhlen auf den Weg machte, kaum dass ich mich fünf Minuten warmgelaufen hatte. Wenn dieser ganze Schleim eine Funktion erfüllen würde, wie zum Beispiel schnellere Beine, ich wäre allen davongelaufen. Stattdessen lief mir nur die Spucke im Mund zusammen.

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Selbst, wenn man es eine Weile konsequent durchziehen würde, den ganzen Schnief und Schneuz zu ignorieren: Irgendwann muss man an die Entsorgung denken. Runterschlucken, ausspucken, das längst verrotzte Taschentuch bemühen. Wie man sich entscheidet, es ist menschlich nachvollziehbar und gleichzeitig gehört es sich nicht. Das schließt auch irgendwie alle dezenten Arten, es zu tun, ein. Würdelose Kreaturen, die den ganzen Schnodder hochziehen, ein Nasenloch zuhalten und das andere schlagkräftig durchpusten, übergehen wir mal besser.

Irgendwann fiel meinem Coach mein Verschleimt-Sein auf. Es war während einer nachmittäglichen Tempoeinheit im Sommer, Egidijus fuhr auf dem Rad neben mir her. Ich schämte mich, zu spucken und hoffte inständig, dass ihm entgehen würde, wie ich bemüht geräuscharm in mein Laufshirt schnäuzte. Was im Übrigen so hoffnungslos war wie ein Tempo-Lauf mit meiner 94-Jährigen Oma. „Hast du vorhin Quark oder so gegessen?“, fragt er mich, wissend um meine Vorliebe für dieses Lebensmittel. Ja, hatte ich. Einen großen Quark mit Früchten zum Mittag, davor Milchkaffee.

Milchprodukte seien schleimbildend, erklärte mein Coach. Da ich weder Allergien habe noch eine verschleppte Bronchitis der Grund für all das sein konnte, folgte ich seinem Rat, und verzichtete vor dem nächsten Training auf meinen Quark. Den Kaffee trank ich mit einem klitzekleinen Schluck Milch, anstatt die Tasse zur Hälfte damit zu füllen.

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Und siehe da: Es wurde schlagartig besser. Zwar war ich nicht ganz schleimfrei, doch das Gefühl, alle paar Minuten ausspucken zu müssen, war weg. Ich kam mir einfach nicht mehr vor wie mein Paten-Pudel Lotti. Ihr läuft der Sabber im Mund zusammen und verlässt diesen auch teilweise, wenn man eine frische Packung getrocknete Hühnerhälse aufreißt.

Jedenfalls befolge ich seitdem eine Regel: Mindestens 12 Stunden vorm Training kein Quark, Kaffee mit wenig Milch statt Milchkaffee. Damit läuft es bei mir besser. Quasi schleimfrei. Probiert’s mal aus!

Liebe Läufer*innen, gibt es einen Aspekt, der euch beim Thema Laufen besonders interessiert? Worüber würdet ihr hier gerne mehr lesen? Worüber sollte ich für euch dringend mal mit Experten besprechen? Schreibt an info@fitbook.de oder folgt mir bei Instagram.

Zur Person: Anna-Christina Kessler ist Redakteurin bei FITBOOK. Sie läuft seit 15 Jahren und hat letztes Jahr für die Challenge „10 Kilometer unter 45 Minuten“ trainiert. Das Ergebnis war ernüchternd – aber was am Ende zählt, ist der Weg. Und der war ziemlich spannend.

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