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Macht gesund und fit

Vertical Running – beim Treppenlaufen an die Grenzen gehen

vertical running: Frau läuft eine Treppe hoch
Treppenlaufen ist nicht nur im Alltag eine gute Chance, sich zu bewegen, es gibt sogar Wettbewerbe in dieser DisziplinFoto: Getty Images

Wer schon einmal schwere Einkäufe oder Umzugskartons mehrere Etagen hinauf hieven musste, weiß wie anstrengend Treppensteigen sein kann. Früher oder später brennen die Oberschenkel und der Kreislauf beginnt schneller zu arbeiten, der Schweiß rinnt.

Das Treppensteigen ist nicht nur eine nervige Plackerei, sondern kann auch eine effektive und einfache Art sein, seine Ausdauer und Muskeln zu trainieren. Zusätzlich verbrennt das Erklimmen der Stufen jede Menge Kalorien und ist für Fitness-Anfänger eine gute Alternative zum Studio. Selbst internationale Wettkämpfe finden im Treppenlaufen statt – auch bekannt als Towerrunning oder Vertical Running.

Wettkämpfe in Vertical Running

Abhängig vom eigenen Körpergewicht verbrennt das Treppensteigen bis zu 192 Kalorien in einer Viertelstunde – Joggen hingegen nur die Hälfte. Da ist es kaum verwunderlich, dass sich Sportler im Treppensteigen messen wollen. Unter der Bezeichnung Vertical Running oder Towerrunning gibt Wettbewerbe, bei denen möglichst schnell Wolkenkratzer, Türme oder freie Treppen erklommen werden müssen.

Bekannt wurden die Laufwettbewerbe unter anderem durch den „Empire State Building Run Up“. Bei dem die Teilnehmer 1576 Stufen und 320 Höhenmeter überwinden müssen. 2020 gewann der Malaysier Wai Ching Soh mit einer Zeit von 10 Minuten und 46 Sekunden. Bei den Frauen siegte Cindy Harris aus den USA mit 14:01 Minuten.

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Deutscher ist Rekordhalter

Jedoch kommt der aktuelle Rekordhalter aus good old Germany. Thomas Dold ist siebenfacher Sieger (2006-2012) des „Empire State Runs“. Neben den USA finden in Deutschland die meisten Läufe statt. An 19 Standorten wird versucht, ein möglichst breites Spektrum an Distanzen abzudecken. Der Zwickauer Hochhaus-Treppenlauf umfasst beispielsweise 166 Stufen auf zehn Etagen. In Rottweil müssen die Athleten hingegen 1390 Stufen auf 232 Höhenmetern überwinden.

Nun hat nicht jeder die körperliche Fitness einen professionellen Towerrun zu überstehen oder verfügt über ein 200 Meter hohes Gebäude. Ist das Treppensteigen auch für Sport-Novizen sinnvoll, die täglich nur ein paar Stockwerke schaffen?

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Treppenlaufen verbessert die Gesundheit

Schon 2008, während eines Kongresses der europäischen Kardiologengesellschaft, stellte Dr. Phillipe Meyer von der Universität Genf eine Studie vor, in der gezeigt wurde, dass regelmäßiges Treppensteigen das Körperfett, sowie den diastolischen Blutdruck und das LDL-Cholesterin senkt.1

An der zwölfwöchigen Studie nahmen 77 Uni-Mitarbeiter teil. Die Probanden mussten ihren bewegungsarmen Lebensstil – weniger als zwei Stunden Bewegung pro Woche – gegen tägliches Treppensteigen eintauschen. Zu Beginn der Untersuchung mussten fünf, am Ende 23 Stockwerke überwunden werden – 69 Teilnehmer hielten die zwölf Wochen durch.

Im Durchschnitt verringerte sich der Hüftumfang der Probanden um 1,8 Prozent und der Körperfettanteil um 1,7 Prozent. Darüber hinaus sank der diastolische Blutdruck um 2,3 Prozent und das LDL-Cholesterin um 3,9 Prozent. „Treppensteigen am Arbeitsplatz kann also eine hohe Bedeutung für die öffentliche Gesundheit haben“, resümiert Dr. Phillipe Meyer.

FITBOOK Workouts

Selbstversuch

Towerrunning ist anstrengend und schweißtreibend. Wie schweißtreibend genau möchte Flavio Treppner selbst erfahren. In einem Berliner Hochhaus möchte sich der FITBOOK-Autor den Stufen stellen und sich mit den Profis messen. Ob dieser Versuch von Erfolg gekrönt sein wird? Das lesen Sie demnächst bei FITBOOK.

Quellen

  1. World Health Net. (2008). Taking the stairs instead of the elevator cuts risk of premature death. (aufgerufen am 14.01.2022)

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