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Einfacher Test zeigt in einer Minute, ob man biologisch schnell altert

ältere und jüngere person
Ein ganz simpler Test zeigt, wie schnell man biologisch altert und was man dagegen tun kann Foto: Getty Images/Maskot
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Janine Riedle
Janine Riedle Redakteurin

18. Mai 2026, 20:34 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

An dem Spruch „Alter ist nur eine Zahl“ ist etwas dran. Denn das biologische Alter, also der tatsächliche körperliche Zustand, kann von dem kalendarischen Alter abweichen. Doch woher weiß man, was das biologische Alter ist? Ein einfacher Test kann Aufschluss geben.

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Mit einem einfachen Test das biologische Alter prüfen

Die Gründe, warum man biologisch gesehen schneller altert, können unterschiedlich sein. Häufig ist ein ungesunder Lebensstil schuld, etwa durch schlechte Ernährung, wenig Bewegung und ein hohes Stresslevel. Ärzte schätzen das biologische Alter häufig mit einem ganz einfachen Test ein, doch muss man deshalb nicht unbedingt eine Praxis aufsuchen. Mit dem sogenannten Sit-to-Stand-Test (STS) gibt es eine einfache Methode, die zeigen kann, wie schnell man biologisch altert.

Was ist der Sit-to-Stand-Test?

Der Sit-to-Stand-Test wird häufig in Arztpraxen angewandt, um beispielsweise mögliche Gesundheitsprobleme bei älteren Menschen früh genug zu erkennen. Auch wenn er häufig bei älteren Menschen eingesetzt wird, ergibt er auch bei jüngeren Personen ab 20 Jahren Sinn. Denn er bewertet die Kraft, die Gleichgewichtsfähigkeit sowie die Beweglichkeit in den unteren Extremitäten, was Aufschluss über die körperliche Fitness und mögliche Erkrankungen geben kann.1

Durchführung des Tests

Um herauszufinden, wie schnell man altert, benötigt man für den Test lediglich einen Stuhl mit einer geraden Rückenlehne, dafür aber ohne Armlehnen, sowie eine Stoppuhr bzw. einen Timer. Nun setzt man sich auf die Mitte des Stuhls und legt die Hände auf die jeweils gegenüberliegende Schulter. Der Rücken bleibt gerade, die Füße werden auf den Boden gestellt. Jetzt startet man den Timer und drückt sich in den Stand komplett nach oben, erst dann setzt man sich schnell wieder hin. Diesen Ablauf wiederholt man so lange, bis 60 Sekunden um sind. Wichtig ist es dabei, mitzuzählen, wie oft man sich aufgerichtet hat.

Bewertung und Bedeutung der Ergebnisse

Wie gut man abgeschnitten hat, gibt Auskunft darüber, ob man schneller oder sogar auch langsamer altert. Wie oft konnten Sie sich in einer Minute aufrichten? An diesen Tabellen können Sie Ihr Ergebnis ablesen:2

Frauen

AlterSehr schwachSchwachNormalGutSehr gut
20 bis 243139475570
25 bis 293040475468
30 bis 342737455168
35 bis 392537425063
40 bis 442635414865
45 bis 492535415063
50 bis 542333394760
55 bis 592130364361
60 bis 642028344055
65 bis 691927334053
70 bis 741725303651
75 und älter1322273043

Männer

AlterSehr schwachSchwachNormalGutSehr gut
20 bis 242741505772
25 bis 292940485674
30 bis 342840475672
35 bis 392738475872
40 bis 442537455369
45 bis 492535445270
50 bis 542435425367
55 bis 592233414863
60 bis 642031374663
65 bis 692029354460
70 bis 741927324059
75 und älter1625303756

Falls man bei dem Test nicht gut oder im Normbereich abschneidet, ist das ein erster Hinweis darauf, dass das biologische Alter wohl nicht dem kalendarischen entspricht – kurz gesagt: Man altert schneller. Wer also zu einem ungesunden Lebensstil neigt, sollte anfangen, sich mehr zu bewegen, sich ausgewogen sowie gesund zu ernähren, ausreichend zu schlafen und Stress zu vermeiden. Falls man allerdings schon auf die genannten Punkte achtet, sollte man doch eine ärztliche Untersuchung in Erwägung ziehen, um mögliche Erkrankungen auszuschließen.

Zusammenhang mit Herzerkrankungen

Forscher entdeckten unter anderem einen Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und schlechten Werten beim Stand-to-Sit-Test. Für die Untersuchungen rekrutierten Forscher 112 Personen, bei denen eine koronare Herzkrankheit diagnostiziert wurde.3 Alle absolvierten einen 6-Minuten-Gehtest sowie drei Stand-to-Sit-Tests in zufälliger Reihenfolge. Vor und nach jedem Test erfasste man den Blutdruck, die Herzfrequenz und die subjektive Erschöpfung.

Die Ergebnisse zeigen, dass alle drei Sit-to-Stand-Tests eine valide und zuverlässige Alternative zum 6-Minuten-Gehtest bei Patienten mit koronaren Herzkrankheiten darstellen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Tests nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit abbilden, sondern auch in der Lage sind, das individuelle Risiko für künftige kardiovaskuläre Ereignisse zu erfassen. Dies macht sie zu potenziell wertvollen Instrumenten in der kardiologischen Rehabilitation, bei der Eingangsuntersuchung und im Verlauf. Die einfache Durchführung und geringe Anforderungen an Raum und Material machen die Stand-to-Sit-Tests besonders attraktiv für kleinere Praxen, Reha-Zentren und ländliche Einrichtungen.

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Schwache Muskelkraft erhöht Gesundheitsrisiken

Auch bei älteren Menschen scheint der Sit-to-Stand-Test eine hohe Aussagekraft zu besitzen. Eine Langzeitstudie der Universität Castilla-La Mancha untersuchte 1876 Personen über 65 Jahre und analysierte, ob die beim 30-Sekunden-Sit-to-Stand-Test gemessene Muskelkraft mit späteren gesundheitlichen Risiken zusammenhängt.4

Dabei berechneten die Forscher aus der Anzahl der Wiederholungen, dem Körpergewicht sowie der Körpergröße die sogenannte relative Sit-to-Stand-Leistung in Watt pro Kilogramm (W/kg). Anschließend wurden die Teilnehmer über mehrere Jahre medizinisch nachverfolgt.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine geringe STS-Leistung mit einem erhöhten Risiko für Stürze, Krankenhausaufenthalte und einer höheren Sterblichkeit verbunden war. Männer mit niedrigen Werten hatten ein um 57 Prozent erhöhtes Sterberisiko, bei Frauen war das Risiko sogar mehr als doppelt so hoch. Die Forscher sehen die Muskelkraft deshalb nicht nur als wichtigen Faktor für Mobilität und Selbstständigkeit im Alter, sondern auch als möglichen Biomarker für gesundes Altern.

Auch interessant: Einfacher Gleichgewichtstest zeigt, wie schnell man altert

So kann man seine Leistung verbessern

Das Ziel sollte sein, so aktiv und mobil wie möglich zu bleiben. Durch tägliche Spaziergänge und häufiges Treppensteigen kann man die Leistung bereits verbessern. Wer aber gezielt die Beweglichkeit sowie Kraft in den Beinen verbessern möchte, sollte folgende Übungen probieren:

  1. Squats: Die klassischen Kniebeugen helfen dabei, Kraft sowie Beweglichkeit in den unteren Extremitäten aufzubauen. Wem die Übung allerdings schwerfällt, sollte sie zunächst mit einer Bank oder einem Stuhl ausführen. Bedeutet: Man startet im Stehen, senkt sich wie bei den Squats ab und kommt kurz auf dem Stuhl zu sitzen, bevor man sich wieder hochdrückt.
  2. Lunges: Die Ausfallschritte helfen ebenfalls dabei, die Aufrichtbewegung zu verbessern.
  3. Balancieren auf einem Bein: Das hilft, die Gleichgewichtsfähigkeit zu steigern. Diese Bewegung kann man gut in den Alltag integrieren, bspw. beim Zähneputzen oder Kochen.

Quellen

  1. BBC. Sit-to-stand: The simple test that reveals how you're ageing. (zuletzt aufgerufen am 18.05.2026) ↩︎
  2. Physiotherapie Benz. Testen Sie Ihre Beinkraft. (zuletzt aufgerufen am 18.05.2026) ↩︎
  3. Wang Z., Yan J., Meng S., et al. (2022). Reliability and validity of sit-to-stand test protocols in patients with coronary artery disease. Frontiers in Cardiovascular Medicine. ↩︎
  4. Garcia-Aguirre M., Baltasar-Fernandez I., Alcazar J., et al. (2026). Low relative sit-to-stand power is associated with history of falls and fractures, prospective hospitalization, and all-cause mortality in older adults from the Toledo study for healthy aging. Journal of Sport and Health Science. ↩︎

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