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Sport am Abend kann Blutzuckerspiegel senken

Tageszeitabhängig

Sport am Abend wirkt sich laut Studie positiv auf den Blutzuckerspiegel aus

Sport Abend Blutzuckerspiegel: Junge Frau joggt
Am Nachmittag und Abend soll Sport eine bessere Wirkung auf den Blutzuckerspiegel haben als morgensFoto: Getty Images

Sport am Nachmittag oder Abend soll dabei helfen können, den Blutzuckerspiegel zu senken – auch dann, wenn bereits eine Insulinresistenz vorliegt und die Blutzuckerreaktion entsprechend eingeschränkt ist. Das folgern niederländische und britische Forscher auf Basis einer gemeinsamen Studie.

Manche tun es vor der Arbeit, andere lieber danach und wieder andere eben dann, wenn sie es zeitlich einrichten können. Doch wem es um seinen Blutzuckerspiegel geht, der sollte versuchen, seinen Sport auf den Nachmittag oder Abend zu legen. Das jedenfalls legt eine aktuelle Studie nahe.

Studie zu Sport, Blutzuckerspiegel und Übergewicht

Sport in den Nachmittags- und Abendstunden hat einen messbaren positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, auch bei einer bereits bestehenden Insulinresistenz – so eine der Kernerkenntnisse der Studie.

Zum Verständnis: Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen in verringertem Maß auf das Hormon Insulin. Deshalb ist der Blutzuckerspiegel bei Betroffenen nach Mahlzeiten und generell leicht erhöht. Normalerweise sollte das Insulin, das im Zuge der Aufnahme von Nahrung (insbesondere von Kohlenhydraten) ausgestoßen wird, ein Absinken des Blutzuckerspiegels bewirken. Ist dieser Vorgang gestört, sprich der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, begünstigt dies die Entwicklung verschiedener Zivilisationskrankheiten. Hierzu zählen Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herz- und Gefäßkrankheiten und einige weitere.

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Ablauf der Untersuchung

Das aus niederländischen und britischen Forschern bestehende Team fand geeignete Probanden in der Netherlands Epidemiology of Obesity Study, einer Kohortenstudie mit rund 7000 niederländischen Teilnehmern. Es beschränkte sich dabei auf übergewichtige und adipöse Frauen und Männer, alle im Alter zwischen 45 und 65 Jahren und mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 27 oder höher. So seien auch die Ergebnisse vor allem für Menschen mit mäßigem oder starkem Übergewicht relevant, heißt es in der Studie.1

Die Forscher unterzogen alle Probanden einer körperlichen Untersuchung und maßen ihre Blutzucker- und Insulinwerte, einerseits in Fastenphasen und andererseits nach einer Nahrungszufuhr. Weiterhin händigten sie ihnen Fragebögen aus, auf denen die Teilnehmer Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten machten. Einige von ihnen wurden stichprobenartig ausgewählt, eine bildgebenden Untersuchung auf den Fettgehalt in der Leber vornehmen zu lassen. Die Studienautoren räumen jedoch ein, diesbezüglich keine erwähnenswerten Ergebnisse erzielt zu haben.

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Mithilfe von Herzfrequenzmessgeräten überwachten die Forscher, zu welcher Tageszeit sich die Probanden am meisten bewegten, beziehungsweise wann ihr Energieverbrauch am höchsten war. Hier seien vereinzelte dabei gewesen, die den Werten zufolge intensiver trainierten. Der Großteil jedoch beschränkte seine Aktivität auf moderate Lauf- oder Radfahreinheiten. Die Forscher unterteilten die relevanten Zeiten in insgesamt drei Blöcke von jeweils 6 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags, 12 Uhr bis 18 Uhr sowie 18 Uhr bis Mitternacht.

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Ergebnis

Die Auswertung zeigte: Bei den Probanden, die am späten Nachmittag oder Abend besonders aktiv waren, verbesserte sich die Insulinreaktion des Blutzuckerspiegels um 25 Prozent. Sport im früheren Verlauf zeigte zwar ebenfalls einen positiven Effekt auf die Insulinresistenz, jedoch um durchschnittlich sieben Prozent weniger.

Forscher räumen Einschränkung ein

Die Ergebnisse stützen sich auf insgesamt nur 775 Studienteilnehmer. Zudem seien bei der Untersuchung die Chronotypen der Probanden nicht berücksichtigt worden. Das heißt, es wurde nicht einbezogen, ob die Probanden eher Lerchen oder Eulen waren – also Frühaufsteher bzw. Morgenmuffel – und inwieweit dies den Effekt ihres Sports zu bestimmten Tageszeiten beeinflussen könnte. Die Forscher planen daher weiterführende Untersuchungen für ein repräsentativeres Ergebnis.

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