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Wirkung von Skifahren auf Herzgesundheit und Muskelkraft

Skifahren bringt Vorteile für die Herzgesundheit
Skifahren macht vielen Menschen Spaß – und bringt bemerkenswerte Vorteile für die Herzgesundheit und Muskelkraft Foto: Getty Images
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15. Januar 2026, 16:28 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Die Wintersaison bringt einige „Anschläge“ auf die Gesundheit mit sich – mit herzhaftem Festessen rund um die Feiertage und einer besinnlichen, aber nicht gerade fitnessförderlichen Gemütlichkeit. Doch daneben bietet die Saison ein effektives Gegenmittel: die Möglichkeit zum Skifahren, eine Aktivität mit bemerkenswerten gesundheitlichen Vorzügen. Wenn Sie selbst häufiger auf der Piste anzutreffen sind, wissen Sie sicherlich, wie gut sich das Ganze sofort für Körper und Seele anfühlt. Doch der Effekt reicht noch viel weiter. Studien belegen immerhin messbare Auswirkungen von regelmäßigem Skifahren auf die aerobe Kapazität und kardiopulmonale Fitness – einfacher ausgedrückt: eine Verbesserung der Kraft und Muskelfunktion. FITBOOK-Autorin Laura Pomer erklärt die Details.

Die gesundheitlichen Vorteile des Skifahrens

Keine Frage, Skifahren ist gesund – so wie jede körperliche Aktivität im Freien. Man denke nur an Skilanglauf, die unangefochtene Königsdisziplin in puncto Kalorienverbrauch. Die gesundheitlichen Effekte des Skifahrens unterscheiden sich von jenen des Langlaufs. Sie liegen insbesondere im Bereich der Muskelkraft, Koordination und neuromuskulären Kontrolle. Und nicht zuletzt für die Herzgesundheit ist Skifahren sehr vorteilhaft.

Skifahren trainiert gleichermaßen Ausdauer, Kraft und Koordination. Zugleich handelt es sich um ein intensives Herz-Kreislauf-Training, das Stress reduziert und das Immunsystem stärkt. Der Aufenthalt an der frischen Luft sowie die Sonneneinstrahlung – als natürliche Quelle für Vitamin D – wirken sich zudem positiv auf die mentale Gesundheit aus.

Wirkung des Sports auf die Herzgesundheit

Was Skifahren so außergewöhnlich effektiv macht, ist die gleichzeitige Aktivierung großer Muskelgruppen bei enormer kardiorespiratorischer Belastung. Davon profitieren insbesondere ältere Menschen, wie eine Untersuchung aus Österreich, die oft zitierte Salzburg Skiing in the Elderly Study (SASES), eindrucksvoll zeigt.1

Studie mit älteren Erwachsenen

Die Fragestellung der Studie war, ob ein saisonales Skitraining – konkret ein zwölfwöchiges, angeleitetes alpines Skifahrprogramm – bei älteren Erwachsenen messbare Auswirkungen auf die kardiopulmonale Fitness hat. 48 Studienteilnehmer im Alter zwischen 60 und 76 Jahren wurden entweder in eine Interventionsgruppe eingeteilt, die also regelmäßig Ski fuhr, oder in eine Kontrollgruppe, die in dieser Zeit ihren üblichen, tendenziell bewegungsarmen Lebensstil beibehielt. Das verantwortliche Forscherteam führte bei den Probanden einmal vor und noch einmal nach dem zwölfwöchigen Untersuchungszeitraum standardisierte kardiopulmonale Belastungstests (CPET) durch. Dabei maßen sie unter anderem die maximale Sauerstoffaufnahme (VO₂max), die CO₂-Produktion und die Oxygen Pulse (ein Maß für die Effizienz des Herz-Kreislauf-Systems). Auch weitere Parameter der körperlichen Leistungsfähigkeit wurden betrachtet.

Ergebnisse

Die Auswertung zeigte, dass sich bei den Teilnehmern der Interventionsgruppe nach dem Ski-Programm mehrere Messgrößen signifikant verbesserten – solche, die in der Sport- und Gesundheitsmedizin als aussagekräftige Indikatoren für die Leistungsfähigkeit von Herz, Lunge und Kreislauf gelten. Interessant ist, dass sich die maximale Herzfrequenz und die Ruhe-Lungenwerte nicht veränderten. Da sich jedoch einige Leistungsparameter verbesserten, deuten diese Ergebnisse auf eine effiziente Belastungsverarbeitung und funktionelle Trainingsanpassungen hin. Die Forscher sprechen somit von einem gewünschten Effekt des Skifahrens auf die Herzgesundheit.

Skifahren lindert Risikofaktoren für die Herzgesundheit

Eine weitere Studie, in diesem Fall eine Übersichtsarbeit, brachte ebenfalls erfreuliche Erkenntnisse hervor.2 Sie betrachtete den Nutzen des alpinen Skifahrens für die Herzgesundheit im Verhältnis zu möglichen Risiken. Hierzu zogen die Wissenschaftler frühere Arbeiten mit verschiedenen Altersgruppen heran, darunter mittelalte Erwachsene (um die 50 Jahre) und ältere Skifahrer. Auch die bereits vorgestellte „Salzburg Skiing for Elderly Study” (SASES) wurde berücksichtigt.

Neben den belegten Effekten auf die Herz-Kreislauf-Fitness gehen der Auswertung zufolge regelmäßige Ski-Aktivitäten mit einer besseren Insulinsensitivität, einer Reduktion von Körperfett sowie günstigeren Stoffwechselparametern einher. Dies sind alles Faktoren, die das Risiko für Herzkrankheiten senken. Ebenso zeigte die Auswertung, dass Menschen, die häufig Ski fahren, häufiger einen insgesamt gesünderen Lebensstil pflegen – dass sie etwa auch abseits des Skisports Bewegung in ihren Alltag integrieren, was weiterhin der Herzgesundheit zuträglich ist beziehungsweise Herzrisiken senkt.

Wichtig: Belastung dem eigenen Fitnesslevel anpassen

Gleichzeitig verschweigt die Übersichtsarbeit keine eigenen Risiken durch das Skifahren. So könne die starke sportliche Belastung bei Personen, die bislang körperlich inaktiv waren, vor allem in den ersten Tagen eines Skiurlaubs das Risiko für akute Herzprobleme erhöhen. Diese Gefahren bestehen insbesondere bei Personen mit kardiovaskulären Vorbelastungen. Dieses mit dem Alter steigende Risiko ist jedoch auch aus anderen Sportarten bekannt.

Zusammenfassend betonen die Forscher, dass die langfristigen Vorteile für die Herzgesundheit durch Skifahren eindeutig überwiegen. Wichtig sei es, die Belastung an den eigenen körperlichen Zustand anzupassen. Personen mit Vorerkrankungen wird empfohlen, vor Saisonbeginn Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen, um potenzielle Risiken zu minimieren.

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Regelmäßiges Skifahren, mehr Muskelkraft

Skifahren beansprucht nahezu alle wichtigen Muskelgruppen. Vor allem die Beinmuskulatur ist stark gefordert: Der Quadrizeps, die Oberschenkelrückseite und die Waden leisten bei jeder skitypischen Bewegung einen zentralen Beitrag. Um das Gleichgewicht und die Körperkontrolle auch auf unebenem Gelände zu halten, sind die Rumpf- und Rückenmuskulatur kontinuierlich aktiv. Die unmittelbare Folge dieser Beanspruchung kann Muskelkater sein. Auch langfristig zahlt sich diese Beanspruchung aus, da sie zu einer höheren Muskelkraft führt. Die SASES (siehe oben) zeigte, dass sich bei den betreffenden Studienteilnehmern nach der zwölfwöchigen Skifahrphase verschiedene Parameter der Beinmuskulatur (z. B. Sprungkraft, dynamische Maximalkraft) im Vergleich zur Kontrollgruppe maßgeblich verbesserten.

Eine Studie aus dem Jahr 2022 betrachtete den Effekt von Skifahren auf jüngere Menschen.3 Insgesamt nahmen 68 Probanden im Alter zwischen 18 und 25 Jahren daran teil. Unter ihnen befanden sich erfahrene Skifahrer sowie Personen, die im Alltag viel saßen und als Kontrollgruppe dienten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Skifahrer bei den Krafttests deutlich höhere Werte erreichten. Dies betraf den Handgriff, den Rückenbereich sowie die Bein- und Brustmuskulatur. Auch darüber hinaus wiesen sie insgesamt bessere körperliche Leistungsparameter auf. Skifahren führte sogar zu einer Minderung der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Krafttests und fördert somit unabhängig vom Geschlecht die funktionale Kraft.

Fazit

Die Forschung zeigt, dass sich Skifahren positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit und die Muskelkraft auswirken kann. Insbesondere regelmäßige und angepasste Aktivitäten stärken die Ausdauer, verbessern die Bein- und Rumpfkraft und fördern die Koordination. Gleichzeitig verdeutlichen die Untersuchungen, dass intensive Belastungen bei zuvor inaktiven oder kardiovaskulär vorbelasteten Personen kurzzeitig Risiken bergen können. Dies ist ein Hinweis darauf, dass ein maßvoller Einstieg und die Beachtung der individuellen Fitness entscheidend sind.

Betrachtet man all diese Aspekte zusammen, wird deutlich: Skifahren ist ein effektiver Weg, um die körperliche Leistungsfähigkeit und die Herzgesundheit zu fördern – solange die Aktivität an den eigenen Zustand angepasst wird.

Quellen

  1. Müller, E., Gimpl, M., Kirchner, S. et al. (2011), Salzburg Skiing for the Elderly Study: influence of alpine skiing on aerobic capacity, strength, power, and balance, Scandinavian Journal of Mecine & Science in Sports ↩︎
  2. Niederseera, D., Schmieda, C., Niebauerb, J. (2015), Cardiovascular Risk-Benefit Ratio of Alpine Skiing in Recreational Skiers, Cardiovascular Medicine ↩︎
  3. Keskin-Aktan, A., Keskin-Dilbay, N., Kutlay, Ö. (2022), Effect of Skiing on Physical Performance, Pain, and Quality of Life Based on Gender, Human Kinetics Journal ↩︎

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