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Höchster Berg der Welt

Nepalesin knackt eigenen Weltrekord für die meisten Mount-Everest-Besteigungen

weltrekord mount everest: Lhakpa Sherpa erhält die Urkunde
Lhakpa Sherpa hat einen neuen Weltrekord am Mount Everest aufgestellt – und reiht sich damit in eine Liste unglaublicher Rekorde am höchsten Berg der Welt einFoto: Reuters

Neuer Weltrekord am Mount Everest. Die nepalesische Bergführerin Lhakpa Sherpa hat zum zehnten Mal den berühmten Achttausender erklommen – öfter als jede andere Frau. Ein Blick auf die verrücktesten Rekorde am höchsten Berg der Welt.

Am Donnerstagmorgen erreichte die 48-jährige Bergführerin die Spitze des 8848,88 Meter hohen Mount Everest – zum zehnten Mal. Damit knackt sie ihren eigenen Weltrekord für die meisten Mount-Everest-Besteigungen von Frauen. Diesen stellte Lhakpa Sherpa bereits 2018 zum ersten Mal auf und schaffte es damit ins Guiness-Buch. Der höchste Berg der Welt fasziniert Menschen rund um den Globus und treibt Bergsteiger zu unglaublichen Leistungen an. FITBOOK wirft einen Blick auf weitere spannende Rekorde.

Lhakpa Sherpa liegt das Bergsteigen im Blut

Mit 15 Jahren begann Lhakpa Sherpa ihre Bergsteiger-Karriere als Trägerin. Das heißt, sie transportierte schweres Gepäck im Himalaya von Camp zu Camp. Zwölf Jahre später, am 18. Mai 2000, schaffte sie es zum ersten Mal auf die Spitze des höchsten Bergs der Welt. Fast auf den Tag genau 18 Jahre später, nämlich am 16. Mai 2018, stand sie zum neunten Mal an der Spitze des Achttausenders. Diese Leistung brachte ihr einen Eintrag ins Guiness-Buch ein für die meisten Everest-Besteigungen von Frauen.1 Jetzt, weitere vier Jahre später, hat sie ihren eigenen Weltrekord geknackt.

Die 48-Jährige, die heute in den USA lebt, ist in Nepal geboren und als Mitglied des tibetischen Bergvolks Sherpa in Sichtweite des Mount Everest aufgewachsen. Damit liegt ihr, wie Studien zeigen, das Bergsteigen quasi im Blut.

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Warum kommen die Sherpas so gut mit der Höhe zurecht?

Aufgrund des niedrigen Luftdrucks in großer Höhe tritt dort selbst bei gesunden Menschen Hypoxie auf. Damit ist der Abfall des Sauerstoffgehalts im Gewebe gemeint, was zu Herzversagen, Lungenerkrankungen oder Anämie führen kann. Dagegen erstaunte es Wissenschaftler von jeher, dass Bergvölker wie die Sherpas mit der Höhe, in der sie leben, offenbar sehr gut zurechtkommen. Eine Studie von 2017 konnte zeigen, dass die Körper der Sherpas tatsächlich an ihre extremen Lebensbedingungen angepasst sind.

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Die Untersuchung der University of Cambridge belegte, dass die Sherpas metabolische Anpassungen aufweisen, die auf genetischen Unterschieden beruhen. Im Vergleich zu Tieflandbewohnern wiesen Sherpas in Skelettmuskelbiopsien eine geringere Kapazität zur Fettsäureoxidation auf, zusammen mit einer verbesserten Effizienz der Sauerstoffverwertung, einer verbesserten Muskelenergetik und einem Schutz gegen oxidativen Stress. Zusammengefasst nutzen die Gewebe der Sherpas Sauerstoff effizienter, wodurch die Energie der Muskeln in großer Höhe erhalten bleibt. Das könnte laut der Forscher eine Erklärung für die überragenden Leistungen von Elite-Kletterern wie den Sherpas, darunter auch Weltrekordhalterin Lhakpa Sherpa, sein.2

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Verrückte Weltrekorde am Mount Everest

Für viele Bergsteiger ist der Mount Everest die ultimative Herausforderung. Nachdem der Neuseeländer Sir Edmund Hillary 1953 als erster Mensch der Welt ganz oben auf dem Achttausender gestanden hatte, eiferten ihm unzählige Abenteurer nach. Die Weltrekorde häuften sich am Mount Everest – alle beeindruckend, manche nahezu unfassbar. FITBOOK führt einige der spannendsten hier auf:

Mount Everest
Jährlich besteigen fast 900 Bergsteiger den Gipfel des Mount Everest Foto: Getty Images

Die schnellsten Besteigungen

Tsang Yin-hung, eine Lehrerin aus Hongkong, brauchte vom Basisleger bis zum rund 8848 Meter hohen Gipfel 25 Stunden und 50 Minuten – Rekord. Zuvor hatte die Nepalesin Phunjo Jhangmu als schnellste Frau 2018 für den Weg 39 Stunden und sechs Minuten gebraucht. Der schnellste Mann ist seit 2003 der nepalesische Bergführer Lakpu Gelu. Er brauchte 10 Stunden und 56 Minuten.

Die meisten Everest-Besteigungen von Männern

Kurz vor Lhakpa Sherpa bei den Frauen wurde Anfang Mai auch bei den Männern ein neuer Mount-Everest-Weltrekord aufgestellt. Der 52-jährige Bergführer Kami Rita Sherpa, der auch schon zuvor der Rekordhalter war, erreichte bereits zum 26. Mal den Gipfel des höchsten Bergs der Welt.

Familie mit den meisten Geschwistern auf dem höchsten Berg der Welt

Im Mai 2021 erklomm die 21-jährige Nima Lhamu Sherpa den Mount Everest. Damit war sie nach sechs Bergsteiger-Brüdern und einer Schwester das achte Mitglied einer Familie, die es auf den Gipfel des höchsten Bergs der Welt schaffte.

Die jüngste Person auf dem Mount Everest

2010 stand als jüngste Person Jordan Romero auf dem Gipfel des Mount Everest. Der aus den USA stammende Junge erklomm den Berg gemeinsam im Alter von 13 Jahren mit seinem Vater und dessen Lebensgefährtin. Zuvor war 2003 eine 15-jährige Nepalesin der bis dato jüngste Mensch am höchsten Punkt der Erde.

Die ältesten Menschen, die es auf den Gipfel schafften, waren übrigens die 73 Jahre alte Japanerin Watanabe im Jahr 2012 sowie ihr Landsmann Yuichiro Miura, der 2013 mit 80 Jahren den Mount Everest bestieg.

Allein und ohne künstlichen Sauerstoff

Zu den berühmtesten Mount-Everest-Bezwingern gehört zweifelsohne Reinhold Messner. Er bestieg den Achttausender ohne die Hilfe von künstlichem Sauerstoff. Nachdem er dies 1978 gemeinsam mit Peter Habeler geschafft hatte, bestieg Messner den Berg 1980 auf diese Weise auch im Alleingang.

1991 macht ihm dies als erste Frau die britische Bergsteigerin Alison Hargreaves nach. Auch sie erklomm den Mount Everest alleine und ohne Sauerstoffgerät.

Abfahrt mit Skiern

Hans Kammerlander hat gleich drei Leidenschaften, die er am Mount Everest verbunden hat: Klettern, Bergsteigen und Skifahren. Unglaublich, aber wahr: 1996 stieg er allein in 16 Stunden und 40 Minuten auf den Gipfel des Achttausenders. Dort schnallte er seine Skier an und machte den höchsten Punkt der Erde zu seiner Ski-Abfahrt. Über die Nordflanke fuhr Kammerlander bis hinunter in das vorgeschobene Basislager auf dem Rongbuk-Gletscher. Nach 23 Stunden und 50 Minuten waren Aufstieg und Abfahrt beendet. 

Am 23. Mai 2001 wagte Marco Siffredi aus Frankreich die erste Abfahrt auf einem Snowboard. In zweieinhalb Stunden fuhr er vom Gipfel über die Nordroute ins Advanced Base Camp (auf 6400 Metern).

Quellen

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