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Laut Studien

Krafttraining kann Angststörungen vorbeugen – und bestehende lindern

Frau beim Krafttraining
Laut Studien ist Krafttraining bei Angststörungen und Depressionen eine sinnvolle TherapieFoto: Getty Images

Verschiedene Studien in den vergangenen Jahren befassen sich damit, was Menschen helfen kann, die an einer psychischen Störung leiden. Wie es scheint, hat neben Ausdauer- auch insbesondere Krafttraining einen mildernden Effekt auf Symptome von bspw. Angststörungen. Und: Einer ganz aktuellen Untersuchung zufolge lässt sich mithilfe von Gewichte- und Bodyweightraining womöglich sogar verhindern, überhaupt erst psychisch zu erkranken.

Bei mentalen Downs bekommt man oft geraten, eine Runde laufen zu gehen. Nicht ohne Grund: Selbst diagnostizierten psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen begegnet man in der Therapie häufig mit der Empfehlung, Ausdauersport zu treiben. Vor allem bringt aber offenbar Krafttraining einen positiven Effekt. Das bestätigen immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen.

Krafttraining gegen Angststörung und Depression

Eine in der „Jama Network“-Datenbank veröffentlichte Studienanalyse aus dem Jahr 2018 zeigte bereits auf, dass sich Krafttraining als alleinige oder begleitende Therapiemaßnahme von Depressionen eignen soll. Und schon vorher, im Jahr 2011, waren Forscher zu dem Ergebnis gekommen, dass sich bei von Angststörungen betroffenen Frauen die Symptome durch regelmäßiges Krafttraining lindern lassen.

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Aber was ist mit denen, die (noch) nicht psychisch erkrankt sind? Können auch sie von Gewichte- bzw. Krafttraining profitieren? Diese Fragen haben sich Forscher der University of Limerick (Irland) und verschiedener US-amerikanischer Fakultäten gestellt und nun in einer gemeinsamen Untersuchung beantwortet.

Gewichte stemmen für eine gesunde Psyche

28 körperlich gesunde Frauen, die nach eigenen Angaben weder an einer Angststörung noch an einer Depression litten, hatten an der Studie teilgenommen. Keine von ihnen hatte im Vorfeld erwähnenswerte Erfahrung mit Krafttraining gemacht. Im Rahmen der Untersuchung sollte die eine Hälfte von ihnen damit anfangen, und zwar in einem durch die Forscher vorgegebenen, recht überschaubaren Ausmaß. Dieses orientierte sich nach den offiziellen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO und des American College of Sports Medicine.

Nach einer ersten Einführung durch die Studienverantwortlichen setzten die Frauen in der Trainierenden-Gruppe ihr Workout selbst aus einzelnen Bodyweightübungen und Einheiten mit Gewichten zusammen. Die andere Hälfte der Frauen diente als Kontrollgruppe.

Auswertung ergab niedriges Angstniveau bei den Trainierenden

Die Untersuchung lief über einen Zeitraum von acht Wochen. Danach wurde bei den Frauen das „Anxiety Level“ ( ≈ „Angstniveau“) gemessen. Richtig, schon vorher hatten sie alle kaum zu Ängstlichkeit geneigt. Bei den Probandinnen jedoch, die das Krafttraining aufgenommen hatten, sollen sich die Werte weiter verbessert haben. Und zwar deutlicher, als das Forscherteam es vorher erwartet hätte. Alle Details dazu sind im Fachblatt „Scientific Report“ nachzulesen.

Was genau bewirkt Krafttraining auf Angst?

Welche konkreten Prozesse stattgefunden hatten, um die mentale Gesundheit noch weiter zu stabilisieren – darüber lasse sich bisher nur mutmaßen. Die Studienautoren gehen davon aus, dass ein neu gewonnenes Gefühl von Stärke Früchte getragen hat. Ebenso dürften sich molekulare Veränderungen innerhalb der Muskeln und im Gehirn auf die Stimmung ausgewirkt haben.

Wichtiger Zusatz zur Übertragbarkeit der Studie

Zur Erinnerung, die Untersuchung wurde mit jungen Frauen von guter körperlicher und psychischer Gesundheit durchgeführt. Schwer zu sagen, ob acht Wochen moderates Krafttraining auch bei schwer an Angststörungen oder Depressionen Erkrankten einen messbaren Effekt gezeigt hätte.

Grundsätzlich kann man aber sagen: Mäßiges Krafttraining, bestenfalls in Kombination mit Ausdauereinheiten, kann nur von Vorteil sein – für Ihren Körper und Geist. Voraussetzung ist natürlich, dass aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegenspricht. Je nach Alter und genereller Konstitution empfiehlt sich vor dem Einstieg in den Sport womöglich ein Check-up beim Arzt.