Fragwürdiger Fitness-Trend

Darum sollten Pumper keine Trainingsmasken tragen

Mann joggt mit Trainingsmaske
Immer mehr Sportler setzen auf spezielle Trainingsmasken, ähnlich leistungssteigernde Effekte haben sollen wie Höhentraining. Aber kann das sein?
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Von professionelle Ausdauersportlern wird Höhentraining eingesetzt, um den Transport von Sauerstoff zu verbessern. Und das soll – zurück im Flachland – die Leistungsfähigkeit steigern. Denselben Effekt versprechen Masken, die die Atmung erschweren und beim Training zu Hause eingesetzt werden können. Ob dieser etwas furchteinflößende Aufsatz für den Mund tatsächlich einen Fitness-Nutzen hat, haben wir einen Experten gefragt.

Das verspricht die Maske

Mit der Maske soll man nicht nur wie Batman-Bösewicht Bane aussehen, sondern auch das Höhentraining mit Sauerstoffmangel simulieren. Und das soll wiederum die Ausdauerleistung steigern.

Was passiert eigentlich beim Höhentraining?

Ab einer Höhe von 2500 Meter soll die Kombination von Ausdauersport und Sauerstoffmangel  die Bildung von roten Blutkörperchen anregen. Und das soll zu einer Leistungssteigerung führen – zumindest in der Theorie.
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Dr. Pramsohler vom Hermann-Buhl-Insitut für Höhenforschung erklärte FITBOOK die Funktion dieser Trainingsmethode wie folgt: „Ab einer Höhe von etwa 2500 Metern herrscht ein geringerer Luftdruck vor. Als Folge nimmt der Sauerstoffpartialdruck im Körper ab und die Konzentration von Sauerstoff im Blut reduziert sich. Diese – eigentlich negativen – Rahmenbedingungen versucht der Körper mit mehreren Anpassungsmechanismen entgegenzuwirken.“ Und zwar mit den folgenden:

Anpassung des Körpers beim Höhentraining

  • Schnellere Atmung
  • Erhöhter Puls
  • Vermehrte Synthese von Erythropoetin (besser bekannt als Epo)
  • Vermehrte Synthese von Hämoglobin und roten Blutkörperchen

Erythropoetin (Epo) ist ein Hormon, das die Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) fördert. Diese sind für den Sauerstofftransport zuständig. Epo erreichte in den letzten Jahrzehnten als Dopingmittel, unter anderem im Radsport, unrühmliche Bekanntheit.

Das versprechen sich Sportler von Höhentraining

Bei Sauerstoffmangel im Blut bildet die Niere vermehrt Erythropoetin und als Folge auch mehr Hämoglobin und rote Blutkörperchen – das wiederum verbessert den Sauerstofftransport. Und genau diesen Effekt wollen sich Sportler beim Höhentraining zunutze machen.

Denn: Die positiven Effekte der erhöhten Hämoglobin-Konzentration und Anzahl von roten Blutkörperchen soll bis zu mehrere Wochen nach dem Training im Gebirge nachwirken. Aus diesem Grund versprechen sich Ausdauersportler Vorteile bei Wettkämpfen, auch wenn diese mehrere Wochen nach dem Höhentraining stattfinden.

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Simuliert die Trainingsmaske das Höhentraining?

Die Annahme liegt nahe, dass eine Maske, die das Atmen erschwert, durchaus dieselben Effekte haben kann wie echtes Höhentraining. Schließlich basieren die positiven Ergebnisse beim Training im Gebirge auf Anpassungsmechanismen bei Sauerstoffmangel.

Der Höhentrainings-Experte Dr. Pramsohler weist auf einen entscheidenden Unterschied hin: „

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Die Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen einer Studie, die nach einem sechswöchigen Training mit der Maske keine Veränderungen bei der Hämoglobin-Konzentration feststellen konnte. Dafür änderten sich Indikatoren, die auf eine verbesserte Funktion der Atemmuskulatur hinweisen. So konnte zum Beispiel der VO2-max-Wert verbessert werden, der mit Ausdauerleistung assoziiert wird. Die Effekte des Höhentrainings kann die Maske anscheinend aber nicht nachahmen.

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In bestimmten Trainingseinrichtungen, wie dem Hermann Buhl Institut, wird über einen Schlauch Stickstoff zugeführt oder sogar der Druck des gesamten Raumes reduziert.  Das verringert den prozentualen Sauerstoffanteil und soll das Höhentraining nachahmen.
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Pumper aufgepasst!

Beim Krafttraining kann so eine Atemmaske sogar kontraproduktiv sein! Gleich zwei aktuelle Studien fanden heraus, dass die Leistung beim Training mit Gewichten signifikant abnimmt. Und nicht nur das: Zusätzlich zu den negativen Effekten bei der Leistungsfähigkeit fühlten sich die Probanden auch noch schneller erschöpft.

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Das Fazit

Insgesamt halten solche Trainingsmasken nicht das, was sie versprechen: nämlich die Simulierung von Höhentraining. Ein verbesserter Sauerstofftransport, wie er nach einem klassischen Höhentraining stattfindet, ist beim Training mit einer solchen Maske nicht zu beobachten.

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Beim Krafttraining tritt sogar eine Lose-lose Situation ein: Man fühlt sich mit der Maske schlapper, performt gleichzeitig schlechter und hat trotzdem keine positiven Effekte beim Sauerstofftransport. Also hier definitiv auf den Darth-Vader Look verzichten!

Ob sich der Einsatz der Maske bei anderen sportlichen Belastungen – wie längerem Joggen – trotzdem lohnt, müssen Sportwissenschaftler und Mediziner wohl erst in weiteren Tests ermitteln.