Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Laut Expertin

Zwei einfache Übungen, die die Heilung von Knochenbrüchen fördern

Knochenbrüche schneller heilen: Frau mit gebrochenem Bein
Normalerweise dauert es sechs bis acht Wochen, bis ein kleiner Bruch heilt, und 20 Wochen bei größeren KnochenbrüchenFoto: Getty Images

Ruhig stellen und bloß nicht belasten? Falsch, sagen Experten. Knochenbrüche heilen sogar schneller mit etwas Bewegung. Welche Übungen helfen.

Es wird geschätzt, dass es jedes Jahr weltweit zu 178 Millionen Knochenbrüchen kommt.1 Etwa fünf bis zehn Prozent dieser Frakturen heilen nicht richtig.2 Entweder, weil es sich um sehr komplizierte Brüche handelt oder der betroffene Bereich nicht richtig durchblutet ist. Die Folge: Knochenschwund bis hin zu einer lebenslangen Behinderung oder gar Tod. Die Forscherin Dr. Livia Santos leitet Studien zu den Themen Regeneration und Muskelgewebe und gibt im britischen Wissenschaftsmagazin „The Conversation“ zwei simple Übungen mit auf den Weg, die helfen, Knochenbrüche schneller zu heilen.3

Auch ein gebrochener Knochen braucht Bewegung

Oft heißt es, man solle einen gebrochenen Knochen ruhig stellen und keinesfalls belasten. Dabei spielt Bewegung für die Heilung eine wichtige Rolle, betont Santos. So gibt es mehrere Studien, die darauf hinweisen, dass sanfte körperliche Bewegung einer Fraktur guttut.4 Denn besonders Diabetiker, ältere Personen oder Menschen mit Osteoporose haben diesbezüglich ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. So sind laut der Expertin besonders die Knochen an Hand und Schienbein besonders anfällig. „In diesem Fall hilft sanftes Belastungstraining, die Knochenbrüche schneller zu heilen.“

Auch interessant: 6 ½ Lebensmittel für starke und gesunde Knochen

Mit diesen Übungen heilen Knochenbrüche schneller

Grundsätzlich gilt: Die genannten Übungen sollten vorher ärztlich abgeklärt werden. Insbesondere unter Berücksichtigung von Alter, Fitnessniveau und Schweregrad des Knochenbruchs.

Bei einem gebrochenen Bein

Rücklings auf den Boden legen und das eingegipste Bein so weit es geht anheben. Wenn möglich, dabei mit den Zehn wackeln. So wird das Blut in die Extremitäten geleitet. Fünf Sekunden halten und absenken. Etwa täglich zehnmal wiederholen. Es ist auch möglich, auf einem Stuhl sitzend, den Fuß fünf Sekunden lang gegen den zu Boden drücken und wieder loszulassen – auch hier zehn Wiederholungen.

Bei einem gebrochenen Handgelenk

Einen kleinen Ball in die Hand nehmen, zudrücken und den Ellenbogen dabei beugen – anschließend den Arm wieder entspannen. Das Ganze ebenfalls täglich zehnmal wiederholen.

Auch interessant: Macht Milch wirklich die Knochen stark?

Was mit dem Knochen bei diesen Übungen passiert

„Wenn wir uns einen Knochen brechen, sind sowohl Sauerstoff als auch Blutfluss äußerst wichtig, um die Frakturheilung zu unterstützen“, schreibt Dr. Santos. „Wenn wir also Sport treiben, erweitern sich unsere Blutgefäße, sodass mehr Sauerstoff, Nährstoffe und Wachstumsfaktoren zur Frakturstelle fließen können.“ Diese Übungen lösen auch die Freisetzung eines Energiemoleküls namens Adenosintriphosphat (ATP) aus. Genau dieses ATP fördert die Bildung von neuem Knochengewebe. Damit spielt es laut der Expertin einem weiteren wichtigen Mechanismus in die Hand. Muskelkontraktionen aktivieren ebenso entzündungshemmendes Osteozyten. Das sind eine Art von Knochenzellen, die andere Knochenzellen darauf hinweisen, neues und stärkeres Gewebe zu bilden, sodass die Ränder des gebrochenen Knochens sicher zusammenwachsen.

Ohne Bewegung, keine Osteozyten. Und gerade diese Osteozyten braucht es, damit Knochenbrüche schneller heilen, so die Wissenschaftlerin.

Auch interessant: 5 Lebensmittel, die den Körper bei der Heilung unterstützen

Wann ist ein gebrochener Knochen wieder gesund?

Normalerweise dauert es sechs bis acht Wochen, bis ein kleiner Bruch heilt, und 20 Wochen für größere. Allerdings sind Heilungsprozesse sehr individuell, sodass es sich schwer pauschal sagen lässt, wie viel schneller der betroffene Knochen mithilfe der Übungen bei jedem einzelnen wieder zusammenwächst, betont Santos. Alter, Vorerkrankungen, körperlicher Fitness und Lebensstil spielen ebenso eine große Rolle. Mit den besagten Übungen gebe man dem Knochen dennoch einen wichtigen Schubs in die heilende Richtung.

Quellen

Deine Datensicherheit bei der Nutzung der Teilen-Funktion
Um diesen Artikel oder andere Inhalte über Soziale-Netzwerke zu teilen, brauchen wir deine Zustimmung für