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von FITBOOK

Der Fitnessprof erklärt

Warum man bei Rückenschmerzen weiter trainieren sollte

Mann mit Rückenschmerzen
Wer zu Rückenschmerzen neigt, soll sich bewegen. Aber wie verhält es sich bei plötzlich auftretenden Beschwerden?
Foto: Getty Images

Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Manche haben das Problem dauerhaft, bei anderen treten die Beschwerden plötzlich auf. Ist Sport dann hilfreich oder kontraindiziert? Der Fitnessprofessor erklärt es genauer.

„Ich hab Rücken, darf ich trainieren?“ Diese Frage müssten Sie eigentlich Ihrem Arzt stellen! Wie man mittlerweile weiß, sind die Ursachen für Rückenschmerzen multifaktoriell. Hier werden vor allem Bewegungsmangel, falsche bzw. sehr einseitige Dauerbelastungen, Verschleiß und sogar Stress als häufige Schmerzursachen angeführt.

Frau beim Krafttraining

Was, wenn es beim Training in den Rücken schießt – Schockstarre oder in Bewegung bleiben? Der Fitnessprof klärt auf.
Foto: Getty Images

Die Rolle von Bewegung bei Rückenschmerzen

Die Rechnung scheint recht einfach zu sein: Sie bewegen sich nicht, also bekommen Sie Verspannungen im sogenannten myofaszialen Bereich („Myo-“ steht für „Muskel“ und „Faszie-“ für Bindegewebe). Ergo gilt: Bewegen Sie sich mehr, nehmen die Rückenschmerzen ab. So weit so gut, und sowohl persönliche Erfahrungen als auch die Studienlage bestätigen diese These.

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Aber was ist aber mit den Menschen, die sich zwar viel bewegen, aber trotzdem Rückenschmerzen bekommen? Diese würde ich in zwei verschiedene Personengruppen einteilen. Zum einen gibt es diejenigen, die sich beruflich viel bewegen „müssen“ (ich persönlich würde eher von „dürfen“ sprechen) und diejenigen, die gerne Sport treiben. Bei der Gruppe der beruflich Belasteten wären zunächst eine gründliche Arbeitsplatzanalyse und Klärung der Missverhältnisse ratsam. Derartige Untersuchungen können sehr komplex sein und sollte auch vom Profi – etwa einem Arzt, Physiotherapeut oder Beauftragten der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) – begleitet werden.

Gehen wir doch mal auf die „Viel-Trainierer“ ein. Sie gehen regelmäßig ins Fitnessstudio, machen Krafttraining, manchmal sogar etwas Cardio, und fühlen sich rundum fit – und auf einmal, beim Training, schießt es Ihnen in den Rücken, dass Sie sich kaum noch bewegen können. Was tun? Der Körper schreit zunächst vor Angst: „Um Gottes Willen, sofort stilllegen und keine Bewegung!“ Im ersten Moment sollten sie diesem Impuls auch folgen. Aber was, wenn es nicht besser wird? Ein Besuch beim Arzt ist in jedem Fall ratsam. Aber kurzfristig können Sie auch erst einmal Folgendes ausprobieren:

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Katze-Kuh-Übung gegen akute Beschwerden

Vierfüßlerstand

Als Sofortmaßnahme bei Rückenschmerzen empfiehlt es sich, aus dem Vierfüßerstand in den Katzenbuckel zu gehen – und wieder zurück
Foto: FITBOOK

Versuchen Sie sich in eine Vierfüßler-Position zu begeben. Dann machen Sie eine der ältesten Mobilisationsübungen der Gymnastikszene: Katze-Kuh! Gehen wir jetzt einmal von einem akuten Hexenschuß (Fachbegriff: Lumbago) aus, werden Sie wahrscheinlich kaum eine Bewegung machen können. Gehen Sie also nur ganz leicht in den Katzenbuckel und dann wieder in die „durchhängende“ Kuh-Position. Es ist wichtig, dass Sie den Schmerz hier nicht verstärken (falls es wieder reinschießt – bitte unbedingt den Arzt aufsuchen!), sondern sich ganz behutsam an die Schmerz- und Bewegungsgrenze herantasten.

Sie sollte diese Übung dann sehr oft wiederholen, also gerne 50-100 Bewegungen ausführen, und mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit wird sich die Bewegungsamplitude und auch Ihr Schmerz umgehend verändern. .

Fazit

Die Antwort auf die Frage, ob man sich bei Rückenschmerzen weiter bewegen sollte, lautet also: JA! Außer Ihr Arzt oder Therapeut hat einen triftigen Grund dagegen, aber das wollen wir mal nicht hoffen.

Zur Person: Prof. Dr. Stephan Geisler ist Professor für Fitness und Gesundheit an der IST-Hochschule in Düsseldorf und Dozent für Olympisches Gewichtheben an der Deutschen Sporthochschule Köln. Dort promovierte er auch im Bereich der molekularen Sportmedizin. Sein Schwerpunkt in Forschung und Lehre liegt im Krafttraining. Er bildet seit über 15 Jahren Studenten und Fitnesstrainer aus und ist Autor verschiedener internationaler Fachpublikationen. Auf seinem YouTube-Kanal Fitnessprofessor und bei Facebook gibt er Tipps und Tricks für Sportler und Trainer. Mehr vom Fitnessprof finden Sie hier!

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