17. Februar 2026, 10:21 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Mit zunehmendem Alter kann es im Körper zu niedrigschwelligen Entzündungen kommen. Auch der Stoffwechsel verändert sich. Doch wie beeinflusst Bewegung diese Prozesse? Eine umfassende Analyse beleuchtet diesen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und altersbezogenen physiologischen Veränderungen.
Was wurde in der Studie untersucht?
Eine große, im Fachjournal „Ageing Research Reviews“ veröffentlichte Übersichtsarbeit untersuchte, wie regelmäßiges Training Entzündungsprozesse und den Stoffwechsel bei Menschen über 50 Jahren beeinflusst.1 Dafür werteten die Forscher 146 kontrollierte Trainingsstudien aus. Analysiert wurden Ausdauertraining, Krafttraining sowie eine Kombination aus beiden. Erfasst wurden unter anderem Körpergewicht, Fett- und Muskelmasse, Blutzucker, Blutfette, die Ausdauerleistung sowie verschiedene Entzündungsmarker im Blut.
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Die Ergebnisse
Es zeigt sich ein klares Gesamtbild:
- Regelmäßige Bewegung geht bei den meisten untersuchten Gesundheitswerten mit Verbesserungen einher. Dazu gehörten die Körperzusammensetzung, der Zucker- und Fettstoffwechsel sowie mehrere wichtige Entzündungsmarker im Blut.
- Mehrere relevante Entzündungsstoffe nahmen deutlich ab. Besonders betroffen waren Marker, die bei Menschen mit chronischen Erkrankungen häufig erhöht sind und mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und altersbedingten Krankheiten in Verbindung stehen. Dazu zählen das C-reaktive Protein (CRP), Interleukin-6 (IL-6), Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α) und das Fettgewebshormon Leptin.
- Nicht alle Entzündungsmarker reagierten gleichermaßen. Ein einzelner, weniger zentraler Marker zeigte insgesamt keine eindeutige Veränderung, ohne die positiven Gesamtergebnisse zu schmälern.
- Ausdauertraining erzielte insgesamt die stärksten Effekte. Es verbesserte besonders deutlich die Ausdauerleistung, den Blutzucker- und Fettstoffwechsel sowie mehrere Entzündungswerte.
- Krafttraining zeigte ebenfalls positive Effekte, jedoch mit anderen Schwerpunkten. Es baute Muskelmasse auf und verbesserte mehrere Stoffwechselwerte, veränderte das Körpergewicht insgesamt jedoch kaum und senkte bestimmte Entzündungsmarker wie IL-6 nicht deutlich.
- Die Trainingshäufigkeit spielte eine entscheidende Rolle. Am deutlichsten und zuverlässigsten zeigten sich Verbesserungen bei Körpergewicht, Insulinwirkung, Blutfetten und Entzündungswerten ab drei Trainingseinheiten pro Woche, oder bei längeren Programmen auch mit geringerer Frequenz.
- Nicht alle Menschen profitierten im gleichen Maß. Frauen sowie übergewichtige und chronisch erkrankte Personen erzielten stärkere Verbesserungen als gesunde Normalgewichtige. Wer bereits sehr gesund und fit war, konnte seine Werte oft nur noch geringfügig verbessern.
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Was bedeutet die Studie?
Regelmäßige Bewegung wirkt im Alter wie ein natürlicher Schutzfaktor gegen chronische Entzündungen und Stoffwechselstörungen. Besonders wirksam ist Ausdauertraining, ergänzt durch Krafttraining. Entscheidend ist dabei weniger die einzelne Trainingsform als die Regelmäßigkeit. Wer sich häufig genug bewegt, verbessert gleichzeitig die Entzündungslage, den Zucker- und Fettstoffwechsel sowie die körperliche Leistungsfähigkeit. Damit liefert die Analyse eine solide wissenschaftliche Grundlage für einfache und realistische Bewegungsempfehlungen im höheren Lebensalter.
Trotz der klaren Ergebnisse gibt es Einschränkungen. Viele der ausgewerteten Studien hatten relativ kleine Teilnehmerzahlen oder eine begrenzte Aussagekraft. Zudem waren Trainingsformen, Dauer und Intensität zwischen den Studien teils sehr unterschiedlich. Der größte gesundheitliche Nutzen zeigte sich bei Menschen mit Übergewicht oder Vorerkrankungen, während sehr gesunde und fitte Personen weniger stark profitierten.
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