19. November 2025, 13:09 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Im vergangenen Jahr erzählte uns André Schürrle, wie er sich auf seinen ersten Halbmarathon vorbereitete. Seitdem scheint der ehemalige Fußballer vor allem eins zu tun: laufen, laufen, laufen. Was es mit dem „Last Soul Ultra“ auf sich hatte, wie weit seine bisher längste Laufstrecke war und ob er weitere Grenzen überschreiten möchte – darüber hat André Schürrle jetzt in einem neuen Interview mit FITBOOK-Redaktionsleiterin Melanie Hoffmann gesprochen.
Zum ersten „European Fitness Award“ hatte die RSG Group zahlreiche Sport-Stars ins Soho House geladen. Gekommen sind u. a. Katarina Witt, Franziska van Almsick und Ralf Moeller. Auch der Fußballweltmeister von 2014, André Schürrle, erschien, um die Gewinner und Gewinnerinnen der Preisverleihung zu feiern. Am Rande der Veranstaltung konnte FITBOOK ihm ein Update zu seiner Extremsportkarriere entlocken und erfuhr, welchen Stellenwert Kraftsport in seinem Leben hat.
80 Kilometer beim „Last Soul Ultra“
André Schürrle lief 2024 den Berliner Halbmarathon und 2025 den Berliner Marathon – Laufen ist nach seinem Fußball-Aus definitiv eine neue Leidenschaft geworden. Oder sind es vielmehr die Grenzerfahrungen, die damit einhergehen? Den Eindruck bekommt man zumindest angesichts seiner letzten Extremlauf-Challenge, bei der er Anfang Oktober eine für ihn persönliche Bestleistung erzielte.
Beim „Last Soul Ultra“ in Bornheim bei Bonn mussten die rund 100 Teilnehmer jede Stunde eine 6,7 Kilometer lange Runde absolvieren – so lange, bis sie aufgaben. Das war bei Schürrle nach zwölf Runden der Fall. „Ich bin 80 Kilometer gelaufen. Das war das längste, was ich bisher geschafft habe. Deswegen war es für mich ein voller Erfolg“, erzählte er im FITBOOK-Interview.
Wie weit kann man über Grenzen gehen?
Was motiviert den 34-Jährigen, sich immer wieder auf solche Extremerfahrungen einzulassen, seinen Körper bis zur Erschöpfung zu fordern?
„Es geht darum, immer wieder zu schauen, wo seine Grenzen liegen und wie weit man darüber hinausgehen kann, um besser zu werden“, erläuterte Schürrle. „Zum ‚Last Soul Ultra’ geht, glaube ich, niemand hin, um zu gewinnen, sondern um sich zu verbessern, eine neue persönliche Bestleistung zu schaffen. Wer z. B. schon mal 100 Kilometer gelaufen ist, läuft jetzt 110. Es geht darum, zu sehen, wo man steht und wie weit man gehen kann. Wie weit kann man sich pushen: seinen Kopf und seinen Körper.“ Statt auf dem Vergleich mit anderen liege der Fokus auf sich selbst und seinen eigenen Fähigkeiten und Grenzen. Und das scheint es, zu sein, was den Ex-Fußballer immer wieder reizt.
Ralf Moeller, Katarina Witt, André Schürrle! Sport-Stars feiern den „European Fitness Award“
Diese Zeit schaffte Ex-Fußballer André Schürrle beim Halbmarathon
Von 100 auf 0?
Nach der völligen Erschöpfung ist vor allem eins wichtig: Regeneration. Das weiß ein Sport-Profi wie Schürrle natürlich: „Man ist völlig fertig, denn man lief ja so weit, bis Körper und Kopf sagten: ‚Keinen Schritt weiter!’ Dann geht es darum, nicht zu viel danach zu machen. Man möchte sich ja auch nicht verletzen. Die ersten ein oder zwei Wochen macht man also ruhiger, bewegt sich aber dennoch, weil man dann am besten regeneriert.“
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„Neue Challenge kommt sehr bald“
Wer Schürrles Aktionen der letzten Jahre verfolgt hat, mag vielleicht den Eindruck bekommen: Nach der Extrem-Challenge ist vor der Extrem-Challenge. Ob das tatsächlich so ist, wollten wir von ihm wissen und entlockten ihm ein Lachen: „Noch keine konkreten Pläne. Aber ich bin sicher, die nächste Challenge kommt sehr bald, was auch immer das dann sein wird.“ Seine Antwort blieb vage, aber wir haben definitiv das Gefühl bekommen, dass längst etwas Neues in Planung ist, vielleicht für Anfang 2026?
Untätig bleibt André Schürrle definitiv nicht, denn neben dem Laufen hat er eine weitere Sportleidenschaft für sich entdeckt – den Kraftsport. Krafttraining spiele eine große Rolle in seinem Leben, verriet er uns am Ende des Interviews noch: „Vor allem jetzt nach dem Fußball habe ich das für mich entdeckt als meine Zeit, um für mich zu versuchen, besser zu werden. Deswegen geht es einmal am Tag ins Gym. Das spielt für mich eine große Rolle.“