13. November 2025, 19:11 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Vitamin D und Vitamin K2 sind zwei essenzielle Nährstoffe, die entscheidend zur Gesundheit der Knochen beitragen. Daher empfehlen viele Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, beide Vitamine als Kombi-Präparat einzunehmen – mit dem Argument, dass Vitamin D allein weniger effektiv wirke. Doch stimmt das wirklich? FITBOOK-Ernährungsexpertin Sophie Brünke klärt auf und warnt davor, dass die Kombination beider Vitamine für manche auch riskant sein kann.
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Die Idee hinter der Vitamin-Kombi
Vitamin D sorgt dafür, dass Calcium aus der Nahrung aufgenommen und ins Blut transportiert wird. Damit es von dort in die Knochen gelangt und sich nicht in den Arterien ablagert, braucht es Vitamin K2. Aus dieser theoretischen Wechselwirkung entstand die Annahme, dass Vitamin D ohne K2 weniger effektiv sei oder sogar das Risiko von Gefäßverkalkungen erhöhen könnte, wenn viel Calcium im Blut zirkuliert, z. B. infolge hoher Vitamin-D-Dosen. Dieses theoretische Zusammenspiel wird als „synergistischer Effekt“ für Knochen und Herz vermarktet und ist der Hauptgrund, warum sich Kombipräparate großer Beliebtheit erfreuen.
Ein Vitamin-D-Mangel ist häufig, K2-Mangel nicht
Rund 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland weisen laut dem Robert-Koch-Institut einen Vitamin-D-Mangel auf.1 Und auch ein Blick auf den Rest der Bevölkerung zeigt, dass die Lage nicht besonders rosig ist: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont, dass fast 60 Prozent der Bevölkerung die wünschenswerte Vitamin-D-Konzentration im Blut nicht erreichen. Entsprechend schöpfen die meisten das präventive Potenzial von Vitamin D für die Knochengesundheit nicht aus.2 Eine Supplementierung kann also durchaus sinnvoll sein – in Absprache mit dem Hausarzt oder einer Ernährungsfachkraft.
Anders sieht es bei Vitamin K2 aus. Bei gesunden Menschen, die sich abwechslungsreich ernähren, gilt ein Mangel als unwahrscheinlich. Das Vitamin steckt vor allem in grünem Gemüse, Milchprodukten und Eiern.3
Besonders fettlösliche Vitamine wie D und K können leicht überdosiert werden, da der Körper sie im Fettgewebe einlagert. Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es für Vitamin K keine Belege für schädliche Folgen. Ein „Zuviel“ an Vitamin D kann allerdings zu Nierensteinen oder Nierenverkalkung führen.
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Für wen die Kombination gefährlich werden kann
Die gemeinsame Einnahme von Vitamin D und K2 kann für bestimmte Personengruppen Risiken bergen – insbesondere für Menschen mit Osteoporose oder für jene, die blutverdünnende Medikamente einnehmen. Laut Verbraucherzentrale und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fehlt bislang der wissenschaftliche Nachweis, dass Vitamin K2 die Wirkung von Vitamin D bei Osteoporose verbessert oder vor Gefäßverkalkung schützt. Die aktuelle Osteoporose-Leitlinie von 2023 rät sogar ausdrücklich davon ab, Vitamin K2 gezielt zur Therapie einzusetzen.4,5
Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten können problematisch sein. Zur Vorbeugung von Thrombosen werden häufig Vitamin-K-Antagonisten eingesetzt – also Arzneimittel, die gezielt die Vitamin-K-Wirkung hemmen, um die Blutgerinnung zu verlangsamen. Wer solche Medikamente einnimmt, sollte keine zusätzlichen Vitamin-K-Präparate verwenden, ohne zuvor mit dem Hausarzt zu sprechen. Laut BfR sollten Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin K deshalb folgenden Hinweis tragen: „Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten vor dem Verzehr von Vitamin-K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen.“
Fazit
Vitamin D und K2 werden häufig gemeinsam angeboten, weil beide am Calciumstoffwechsel beteiligt sind. In der Theorie sorgt K2 dafür, dass das durch Vitamin D aufgenommene Calcium in die Knochen gelangt und sich nicht in den Gefäßen ablagert. Doch bisher fehlt dafür der wissenschaftliche Beweis. Im Gegenteil: Hochdosierte Präparate können Risiken bergen – etwa für Menschen mit Osteoporose oder bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten. Für gesunde Personen ist eine zusätzliche K2-Zufuhr daher in der Regel überflüssig.