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Nur 2 von 25 Produkten empfehlenswert

Vitamin-D-Versorgung! „Stiftung Warentest“ kritisiert Nahrungsergänzungsmittel

Für die Vitamin-D-Versorgung gibt es unterschiedliche Formen von Supplements
Kapseln, Tabletten, Tropfen, Säfte: Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D gibt es in ganz unterschiedlichen Formen. Foto: Getty Images
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Melanie Hoffmann
Ernährungs-, Fitness- und Schlafexpertin

16. Dezember 2025, 16:01 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Unser Körper kann Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst herstellen. Weil das im Winter rar ist, greifen viele Menschen für eine optimale Vitamin-D-Versorgung zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch im Test von „Stiftung Warentest“ erwiesen sich nur zwei von 25 Produkten als empfehlenswert. Ist bei der Vitamin-D-Supplementierung also Vorsicht geboten?

Werbekampagnen und Social-Media-Content haben dafür gesorgt, dass viele Menschen mittlerweile wissen, dass ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland nicht ausreichend mit dem „Sonnenvitamin“ versorgt ist. Die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln ist daher groß. Viele nehmen prophylaktisch Supplements und nicht etwa, weil bei ihnen ein Mangel nachgewiesen wurde. Das könnte laut „Stiftung Warentest“ eher schädlich als förderlich sein. Denn eine Prüfung von 25 Vitamin-D-Mitteln ergab, dass nur zwei mit Blick auf Dosierung und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe „uneingeschränkt“ zu empfehlen sind. Von fünf Mitteln raten die Tester sogar ausdrücklich ab, „da sie bei dauer­hafter Einnahme der Gesundheit eher schaden als nutzen können“.1

Die von „Stiftung Warentest“ geprüften Produkte

  • Abtei Vitamin D3 2500 I.E. + Zink + Selen
  • Abtei Vitamin D3 3000 I.E.
  • Alsiroyal Vitamin D3 pflanzlich + K2 Schmelztabletten
  • Cefavit D3 1000 i.E.
  • Cefafit D3 K2 Mg 2000
  • Dekristolvit D3 2000 I.E.
  • Dekristolvit D3 4000 I.E.
  • dm Mivolis Vitamin D3 1000 I.E.
  • dm Mivolis Vitamin D3 Wochen-Depot 5600 I.E.
  • Doppelherz Aktiv Vitamin D3 2000 I.E.
  • Doppelherz System Vitamin D3 7000 I.E. Pflanzlich
  • GSE Vitamin D Bio
  • GSE Vitamin D3 Bio
  • Hübner Vitamin D3 800 I.E.
  • Hübner Vitamin D3 kompakt 2000 I.E.
  • Natural Elements Vitamin D3/K2 Tropfen
  • Raab Vitalfood D3 + K2 Vitamine
  • Rossmann Altapharma D3 + K2 Tropfen
  • Rossmann Altapharma Vitamin D3 2000 I.E.
  • Rotbäckchen Vital Vitamin D
  • Sanotact Vitamin D 3200 I.E.
  • Taxofit Vitamin D3 2500 I.E.
  • Tetesept Vitamin D3 1000 Wochendepot
  • Vitamin D3 2000 hochdosiert
  • Vigantolvit Vitamin D3 2000 I.E.

„Unter den geprüften Produkten sind Tabletten, Kapseln, Tropfen mit Vitamin D3 oder D2 sowie ein safthaltiger Drink. Im Test haben wir Mittel mit Tages­dosen von 200 bis 4000 internationalen Einheiten (I.E.) Vitamin D und auch Präparate mit weiteren Wirk­stoffen wie Vitamin K2, Magnesium, Selen oder Zink. Wir bewerten, ob diese Wirk­stoff­kombinationen sinn­voll sind“, heißt es bei „Stiftung Warentest“ über die Testauswahl. „Nicht geprüft haben wir hochdosierte Arznei­mittel mit Vitamin D wie Dekristol 20 000. Diese Medikamente sind zugelassen etwa zur Behand­lung eines ärzt­lich fest­gestellten Vitamin-D-Mangels, der zu Knochen­erweichung und Osteoporose führen kann.“

Worauf man bei Vitamin-D-Präparaten achten sollte

Wer ein Vitamin-D-Präparat einnehmen möchte, sollte – vor allem dann, wenn es auf eigene Faust passiert – auf eine niedrige Dosierung achten. Höchstens 20 Mikrogramm bzw. 800 internationale Einheiten (i.E.) Vitamin D sollte man am Tag über Nahrungsergänzungsmittel aufnehmen, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). „Um auf einen Wert von 35 bis 40 Nanogramm pro Milliliter (ein Wert von unter 30 Nanogramm pro Milliliter gilt als Mangel, A. d. R.) zu kommen, benötige ich zwischen November und April täglich 4000 i. E.“, erklärte Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Nicolai Worm FITBOOK bereits in einem früheren Artikel.

Von 25 Nahrungsergänzungsmitteln, die die „Stiftung Warentest“ überprüft hat, sind die meisten zu hoch dosiert. Fünf rasseln sogar mit dem Urteil „nicht geeignet“ durch, weil sie so viel Vitamin D enthalten, dass Nierenschäden drohen, wenn man sie langfristig einnimmt. 

Übrigens: Sogenannte Depot-Präparate, die man beispielsweise nur einmal die Woche schluckt, sehen die Testerinnen und Tester kritisch, weil rasch Einnahmefehler passieren können. Schluckt man sie versehentlich öfter als einmal die Woche, drohen Überdosierungen.

Wer hat ein Risiko für Vitamin-D-Mangel?

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) sind 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gut mit Vitamin D versorgt.2 Zusätzlich Vitamin-D-Mittel einzunehmen, bringt ihnen nichts.

Es gibt aber Gruppen, die ein erhöhtes Risiko haben, nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt zu sein: etwa Menschen, die wenig Sonnenlicht abbekommen. „Zum Beispiel bettlägerige Personen oder Menschen, die sich komplett verschleiern“, sagte Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayer, auf dpa-Nachfrage.

Weitere Risikogruppen sind laut dem RKI: 

  • ältere Menschen
  • Säuglinge
  • Menschen mit bestimmten Erkrankungen, etwa chronischen Erkrankungen von Nebenschilddrüse, Niere oder Magen-Darm-Trakt 

Immer ratsam: ein Bluttest

Wie gut der Körper tatsächlich mit Vitamin D versorgt ist, lässt sich nur durch eine Blutanalyse feststellen. Wer sich unsicher ist, kann das Thema bei Hausarzt oder Hausärztin ansprechen. 

Bei Verdacht auf einen Mangel trägt die Krankenkasse die Kosten für eine Blutuntersuchung. Ansonsten muss man aus eigener Tasche zahlen. Tipp: Das Ende des Winters ist kein guter Zeitpunkt, den Spiegel bestimmen zu lassen. Dann sind die Speicher leer und die Werte wenig aussagekräftig. 

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Wofür benötigt unser Körper überhaupt Vitamin D? 

Vitamin D benötigt unser Körper unter anderem für die Stabilität der Knochen. Denn Vitamin D sorgt dafür, dass der Körper Kalzium aus dem Magen-Darm-Trakt aufnehmen und in die Knochen einbauen kann. Zudem ist es wichtig für Muskelfunktion, Hormonstoffwechsel und Immunabwehr. 

Woher bekommt unser Körper Vitamin D? 

Es gibt zwar Nahrungsmittel, die uns mit Vitamin D versorgen, etwa fetthaltiger Seefisch wie Lachs und Makrele, Pflanzenöle und Milchprodukte. „Aber damit kann man den Bedarf nicht decken“, sagte Prof. Johannes Wechsler, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner, laut dpa. Nur etwa zehn Prozent des Bedarfs nehmen wir über die Nahrung auf.

Den Rest produziert der Körper selbst, wofür er Sonnenlicht benötigt, das auf die Haut trifft. Wie viel Vitamin D ein Körper auf diese Weise genau produzieren kann, das hängt von vielen Faktoren ab: Jahreszeit, Breitengrad, Tageszeit und Hauttyp – und auch davon, ob wir uns mit Sonnencreme eingeschmiert haben. 

Verschiedene Fachgesellschaften haben eine Empfehlung entwickelt, wie viel Sonneneinstrahlung sinnvoll ist, um ausreichend Vitamin D zu produzieren.3 Demnach reicht es, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen. Und zwar für die Hälfte der Zeit, in der man sonst ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde.

Übrigens: Von der Sonne, die wir im Sommer tanken, haben wir auch im Winter noch etwas. Der Körper speichert nämlich Vitamin D in Fett- und Muskelgewebe.4 

Quellen

  1. Waterstraat, S. Vitamin-D-Präparate im Test – Oft geschluckt, nicht immer sinn­voll (aufgerufen am 16.12.2025) ↩︎
  2. Robert Koch-Institut. Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D (aufgerufen am 16.12.2025) ↩︎
  3. Bundesamt für Strahlenschutz. Konsentierte Empfehlung zu UV-Strahlung und Vitamin D (aufgerufen am 16.12.2025) ↩︎
  4. Mit Material von dpa ↩︎

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