23. Januar 2026, 4:12 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren steht in Zusammenhang mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigeren Entzündungswerten und einer besseren kognitiven Gesundheit. Wer wenig fetten Fisch isst, greift mitunter zu Omega-3 aus Fischöl oder Algenöl. Entscheidend ist jedoch, in welchem Zustand das Öl im Produkt vorliegt. Ein Indikator dafür ist der sogenannte TOTOX-Wert (Total Oxidation Value).
Omega-3-Produkte aus Fischöl und Algenöl können wie andere Speiseöle oxidieren und dadurch an Qualität verlieren. Dieser Prozess beginnt bereits während der Verarbeitung und setzt sich fort, wenn das Öl mit Sauerstoff, Wärme oder Licht in Kontakt kommt. Eine leichte Oxidation ist technisch kaum zu vermeiden, doch je stärker sie ausgeprägt ist, desto schlechter ist die Qualität. Auch gesundheitliche Nachteile wie gesteigerte Entzündungswerte sowie erhöhter oxidativer Stress werden diskutiert.
Studien dazu basieren meist auf Ölen, die deutlich stärker oxidiert waren, als sie im Handel vorkommen. Ob auch Produkte mit moderater Oxidation klinisch relevante Nachteile haben, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Klar ist lediglich: Stark ranzige Produkte sollten nicht verzehrt werden.
Was der TOTOX-Wert über das Omega-3-Produkt aussagt
Der TOTOX-Wert kombiniert Peroxidwert und Anisidinwert und zeigt an, wie viel oxidiertes Material ein Öl enthält. Dabei ist es bei Omega-3-Produkten egal, ob es sich um Kapseln oder um die flüssige Form handelt. Der Peroxidwert erfasst frühe Oxidationsprodukte, die entstehen, wenn Fettsäuren mit Sauerstoff reagieren. Der Anisidinwert misst dagegen Stoffe, die in späteren Stadien der Oxidation entstehen und für ranzigen Geruch und Geschmack verantwortlich sein können.
Zusammengenommen zeigen beide Werte, wie stark ein Öl zum Analysezeitpunkt bereits gealtert ist. Branchenstandards wie jene des GOED (Global Organization for EPA and DHA Omega 3s) setzen häufig Grenzwerte von 26. Viele hochwertige Omega-3-Produkte haben TOTOX-Werte deutlich darunter, wobei Werte unter zehn als sehr gut gelten.
Warum der TOTOX-Wert selten auf der Verpackung steht
Der TOTOX-Wert bezieht sich immer auf eine spezifische Charge und beschreibt deren Zustand zum Zeitpunkt der Analyse. Er steigt im Verlauf der Lagerung und variiert zwischen verschiedenen Chargen. Deshalb wird er von Herstellern nur selten für das konkrete Verkaufsprodukt angegeben. Bei aromatisierten Ölen kommt hinzu, dass diese Aromastoffe besonders den Anisidinwert beeinflussen können und die Aussagekraft somit einschränken.
Transparente Hersteller veröffentlichen Laboranalysen, häufig des verwendeten Rohöls, oder legen ihre Prüfverfahren offen. Fehlen nachvollziehbare Informationen, kann das auf weniger strenge Qualitätskontrollen hinweisen. Anbieter, die auf hohe Produktqualität achten, dokumentieren hingegen, wie ihr TOTOX-Wert ausfällt oder dass sie konsequent unter dem branchenüblichen Grenzwert von 26 bleiben.
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Was Lagerung und Verpackung bewirken
Wie stark ein Öl oxidiert, hängt auch von der Lagerung ab. Flüssige Öle sollten nach dem Öffnen im Kühlschrank stehen, weil kühlere Temperaturen die Oxidation verlangsamen. Kapseln gelten durch ihre geringere Sauerstoffexposition als stabiler, profitieren aber ebenfalls von einer kühlen Lagerung. Algenöl kann in manchen Fällen etwas robuster sein, ist aber ebenfalls oxidationsanfällig. Geöffnete Produkte sollten deshalb nicht über längere Zeit stehen bleiben; das Mindesthaltbarkeitsdatum bietet zusätzliche Orientierung.
Wie Sie die Qualität selbst erkennen
Mit zunehmender Oxidation verändern sich Geruch und Geschmack eines Omega-3-Produkts. Manche Menschen bemerken das durch fischiges Aufstoßen, wobei es hierfür auch andere Ursachen geben kann. Grundsätzlich gilt aber: Riecht ein Öl ranzig oder stechend oder wirkt eine aufgebissene Kapsel unangenehm, sollte das Präparat nicht weiterverwendet werden.