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Meta-Analyse

Warum Sie täglich 2 Handvoll Mandeln essen sollten

Mandeln ruhig täglich essen
Laut einer neuen Studie lohnt es sich, zwischendurch Mandeln zu knabbern Foto: Getty Images
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27. August 2025, 16:12 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Wird täglich Mandeln essen zum neuen täglichen Apfel, um etwas Gutes für seine Gesundheit zu tun? Für eine Meta-Analyse haben Forscher klinische Studien ausgewertet, die den Einfluss von Mandeln auf Biomarker für oxidativen Stress untersucht hatten. Dabei handelt es sich um einen entscheidenden Faktor für die Gesundheit der Zellen und entzündenden Funken bei der Entstehung chronischer Erkrankungen. FITBOOK-Ernährungsexpertin Sophie Brünke stellt die Ergebnisse vor und verrät, in welcher Form Mandeln am gesündesten sind.

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8 klinische Studien analysiert

Die Forscher durchsuchten die Datenbanken PubMed, Scopus und Web of Science gemäß den PRISMA-Richtlinien für systematische Übersichtsarbeiten. Sie schlossen ausschließlich randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und Crossover-Studien mit erwachsenen Teilnehmern ein, die bis Januar 2025 veröffentlicht wurden. Beobachtungsstudien hingegen wurden ausgeschlossen, da sie keine Rückschlüsse auf Kausalität, also keine direkten Ursache-Wirkung-Beziehungen, erlauben.

Von 1350 identifizierten Arbeiten erfüllten nach Prüfung acht Studien die Kriterien der Autoren (fünf RCTs, drei Crossover-Studien; insgesamt 424 Teilnehmende). Die Probanden in den eingeschlossenen Studien waren entweder gesund, übergewichtig, Raucher oder litten an chronischen Erkrankungen wie koronarer Herzkrankheit oder Hyperlipidämie. Die untersuchten Mandelmengen lagen zwischen fünf und 168 Gramm täglich, die Studiendauer variierte zwischen vier und 24 Wochen. Gemessen wurde der Effekt von Mandeln auf verschiedene Marker für oxidativen Stress. Dazu zählen:

  • Lipidperoxidation (z. B. Malondialdehyd, MDA)
  • oxidative DNA-Schäden (8-Hydroxy-2’-desoxyguanosin, 8-OHdG)
  • Harnsäure (UA)
  • antioxidative Enzyme wie Superoxid-Dismutase (SOD) und Glutathionperoxidase (GPx)

Zur Auswertung nutzten die Autoren ein sogenanntes Random-Effects-Modell, das auch Unterschiede zwischen den Studien berücksichtigt. Für jede Biomarker-Veränderung berechneten sie den gewichteten Mittelwert (Weighted Mean Difference, WMD) und gaben das Ergebnis mit 95-Prozent-Konfidenzintervall an. Heterogenität zwischen den Studien wurde mit I²-Werten bewertet.

Was genau versteht man unter oxidativem Stress?
Oxidativer Stress entsteht, wenn freie Radikale (aggressive Sauerstoffverbindungen) die körpereigenen Schutzsysteme überwältigen. Zu diesen zählen sowohl körpereigene „Abwehrenzyme“ (in der Studie untersucht: SOD und GPx) als auch Antioxidantien aus der Nahrung, z. B. Vitamin E aus Mandeln. Oxidativer Stress schädigt Zellen, Proteine und die DNA und gilt als zentraler Mechanismus bei der Entstehung chronischer Erkrankungen wie Arteriosklerose, Diabetes oder neurodegenerativen Krankheiten.

Ab 60 Gramm Mandeln täglich zeigten sich deutliche Effekte

Die Ergebnisse der Überprüfung zeigten eine dosisabhängige Wirkung, wobei Effekte vorrangig bei Dosierungen oberhalb von 60 Gramm Mandeln täglich auftraten.1 Das entspricht etwa zwei Handvoll oder 50 bis 60 Mandeln. Allerdings betonen die Studienautoren, dass die Heterogenität zwischen den Studien bei den Markern für körpereigene Schutzenzyme (SOD und GPx) sehr hoch war, was auf Unterschiede in Dosierung, Dauer, Probandengruppen oder Verarbeitungsformen (roh, geröstet, geschält) hinweist.

Konkret zeigten die Marker folgende Veränderungen:

  • MDA: Ab 60 Gramm Mandeln pro Tag sank MDA deutlich
  • 8-OHdG: Senkung des Werts bei jeder Dosierung
  • UA: Senkung des Werts bei jeder Dosierung
  • „Abwehrenzym“ SOD: Deutlich gesteigerte Aktivität insgesamt; durch Heterogenität der Studien ist unklar, ob erst ab bestimmter Dosis
  • „Abwehrenzym“ GPx: keine signifikante Veränderung

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Bedeutung der Studienergebnisse

Frühere einzelne Studien zeigten bereits Hinweise auf günstige Wirkungen von Mandeln, etwa auf Blutwerte oder Marker für DNA-Schäden. Die vorliegende Meta-Analyse schließt die Lücke einer zusammenfassenden Bewertung der Gesamtlage. Dabei liefert sie starke Hinweise, dass Mandeln bei ausreichender Menge messbar gegen oxidativen Stress wirken. Besonders relevant ist die deutliche Reduktion von 8-OHdG, einem Marker für DNA-Schäden, die mit Krebs- und Alterungsprozessen in Verbindung stehen. Auch die Senkung von UA kann bedeutsam sein, da erhöhte Werte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Gicht steigern.

Für den Alltag bedeutet dies: Mandeln sind nicht nur ein gesunder Snack, sondern könnten als „funktionelles Lebensmittel“ gelten – also als Nahrungsmittel mit nachgewiesenem gesundheitlichem Zusatznutzen. Dennoch ist zu beachten: Die positiven Effekte zeigen sich erst bei relativ hohen Mengen – 60 Gramm liefern rund 400 Kalorien bei wenig Volumen, was sie nicht unbedingt diätfreundlich macht. Für Menschen mit erhöhtem Risiko durch oxidativen Stress, etwa Raucher oder Patienten mit Herzkrankheiten, könnten diese Ergebnisse dennoch interessant sein.

Roh, geröstet, geschält, als Mus oder alles egal?

„Mandeln liefern in jeder Form wertvolle Nährstoffe, doch in manchen mehr als in anderen. Wie man es z. B. von Äpfeln kennt, dass viele Nährstoffe in der Schale sitzen, lohnt es sich auch bei Mandeln, zur ungeschälten Variante zu greifen. Werden die Steinfrüchte (nein, es sind keine Nüsse) geröstet, sinkt der Gehalt von antioxidativen Inhaltsstoffen in den Mandeln deutlich. Beim Rösten gehen etwa 26 Prozent der Polyphenole und rund 34 Prozent der antioxidativen Kapazität verloren.2 Bei Mandelmus kann man unterscheiden zwischen weißem Mus aus geschälten Mandeln und braunem aus ungeschälten. Entsprechend sollten Sie letzteres bevorzugen. Allerdings werden die Mandeln im Herstellungsprozess geröstet oder zumindest blanchiert, was den Gehalt der Antioxidantien mindert. Wovon ich Ihnen abraten möchte, sind gesalzene Mandeln. In der westlichen Ernährung nehmen wir ohnehin schon zu viel Salz zu uns, wodurch das Risiko für Bluthochdruck steigt.“

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Einordnung der Studie

Die Meta-Analyse ist methodisch solide und basiert auf klinischen Studien mit Kontrollgruppen – dem Goldstandard in der Ernährungsforschung. Dennoch gibt es Einschränkungen: Zum einen wurden lediglich acht Arbeiten à 424 Teilnehmern eingeschlossen. Zum anderen lag die Variabilität bei einigen Biomarkern zwischen den Studien sehr hoch. Unterschiede in Populationen, Dosierungen, Studiendauer und Mandelverarbeitung (roh, geröstet, geschält) erschweren eindeutige Aussagen. Zuletzt ist die praktische Umsetzung im Alltag nicht unbedingt realisierbar. Qualitativ hochwertige Mandeln sind nicht nur ein kostspieliges Produkt, 60 Gramm sind auch äußerst energiereich.

Fazit

Die Meta-Analyse belegt: Mandeln können oxidative Schäden im Körper messbar reduzieren – vor allem bei höheren Mengen über 60 Gramm pro Tag. Damit haben Mandeln das Potenzial, ein wertvolles Lebensmittel zur Prävention chronischer Erkrankungen zu sein. Gleichzeitig zeigt die hohe Variabilität der Ergebnisse, dass weitere gut standardisierte Studien nötig sind, um die optimale Dosis und Bedingungen für den maximalen Nutzen zu bestimmen.

Quellen

  1. Kolahi, A., Movahed, S., Tejareh, F. et al. (2025). The impact of almond supplementation on oxidative stress biomarkers: a systematic review and meta-analysis of randomized control trials. Scientific Reports. ↩︎
  2. Bolling, B. W., Blumberg, J. B., Chen, C. O. (2010). The influence of roasting, pasteurisation, and storage on the polyphenol content and antioxidant capacity of California almond skins. Food. ↩︎

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