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Japanische Nudelsuppe

Studie deutet Zusammenhang zwischen Ramen-Konsum und erhöhter Sterblichkeit an

Ramen und Sterblichkeit
Schlürfen Sie die Brühe bei Ramen komplett auf? Dann nehmen Sie sehr viel Salz zu sich – und das ist nicht gut. Foto: Getty Images
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Anna Echtermeyer
Redakteurin

30. September 2025, 13:32 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Ramen ist für viele ein beliebtes Wohlfühlgericht – schnell, günstig, herzhaft. Aber ist es auch gesund? Eine japanische Studie zeigt: Wer häufiger Ramen isst und viel von der salzigen Brühe trinkt, stirbt im Schnitt früher. Was steckt dahinter?

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Studie prüfte Zusammenhang zwischen Ramen-Verzehr und Sterblichkeit in Japan

Besteht möglicherweise ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Ramen-Konsums und der Gesamtsterblichkeit in der japanischen Allgemeinbevölkerung? Erstmals sind Forscher dieser Frage nachgegangen und haben 6.725 Personen (2.349 Männer und 4.376 Frauen) ab 40 Jahren über viereinhalb Jahre hinweg zu ihrem Ramen-Konsum befragt.

Die meisten (fast die Hälfte) aßen sie ein paar Mal im Monat, ein gutes Viertel jede Woche, und nur wenige sehr selten oder sehr oft. Der Ramen-Konsum der Befragten im Überblick:

  • Seltener als einmal im Monat (19 Prozent)
  • ein- bis dreimal im Monat (47 Prozent)
  • ein- bis zweimal pro Woche (27 Prozent)
  • mindestens dreimal pro Woche (7 Prozent)

Zur Beantwortung ihrer Ausgangsfrage verwendeten die Forscher der japanischen Yonezawa Universität für Ernährungswissenschaften ein statistisches Verfahren, das das Risiko für Todesfälle in den verschiedenen Gruppen vergleicht. Berücksichtigt bei der Auswertung wurden auch mögliche Einflussfaktoren, etwa Body-Mass-Index (BMI), Rauch- und Alkoholkonsum sowie Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.

Ramen-Fans leben ungesünder – diese Risikofaktoren häufen sich

Die Daten, veröffentlicht im „Journal of nutrition, health and aging“, zeigen: Wer viel Ramen isst, hat tendenziell ungesündere Lebensgewohnheiten und öfter gesundheitliche Probleme.1 Konkret: Wer oft Ramen aß, gemeint ist mindestens dreimal pro Woche, hatte/war im Vergleich zu den anderen …

  • häufiger übergewichtig: Je öfter Ramen gegessen wurde, desto höher war der BMI
  • häufiger Diabetes mellitus und Bluthochdruck: Knapp 14 Prozent der Viel-Ramen-Esser hatten Diabetes und 55 Prozent Hypertonie
  • oft jünger: kaum Risiko bei älteren Menschen
  • häufiger männlich: bei Frauen gab es keinen Zusammenhang
  • häufiger Raucher
  • Alkoholkonsument

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Suppe mit trinken zeigte verdoppelte Sterberate

Dann schaute man, ob die Leute, die sehr oft Ramen essen, ein höheres Sterberisiko haben. Ergebnis: Das Sterberisiko war statistisch erhöht bei:

  • Männern unter 70 Jahren (hier war das Risiko 2,2-fach erhöht und damit signifikant)
  • denen, die mindestens die Hälfte der Suppe mitgetrunken haben (auch das war abgefragt worden)
  • Alkoholkonsumenten (mit 2,7-fach erhöhtem Sterberisiko ebenfalls signifikant)
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Salz ist der entscheidende Faktor

Die Forscher interpretieren es so, dass das erhöhte Sterberisiko in den genannten Gruppen wahrscheinlich durch den hohen Natriumgehalt vermittelt wird. Salz ist bei Ramen der entscheidende Faktor: Das Mittrinken der Suppe verdoppelt oft die Salzaufnahme. Schon mit einer Portion kann man das ganze Tageslimit sprengen: Ramen, insbesondere Instant-Ramen, enthalten pro Portion fünf bis sieben Gramm Salz. Manchmal sogar noch mehr. Die WHO empfiehlt maximal 5 Gramm Salz pro Tag, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt 6 Gramm.2 Hoher Salzkonsum ist klar mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall verbunden.3

Und was ist mit den Nudeln? In einer Studie mit über 2.700 Chinesischstämmigen in Singapur fand man heraus: Ob übergewichtig oder nicht, wer viel Nudeln (und Reis) isst, hat möglicherweise ein höheres Risiko für Probleme mit dem Blutzucker. Vor allem, weil der Körper schlechter auf Insulin reagiert (Insulinresistenz).4

Spezifische „Nudel-Studien“ wie in Asien (z. B. Ramen oder Reisnudeln und Sterblichkeit) gibt es aus Deutschland zwar nicht. Doch auch hierzulande zeigen Studien wie etwa die EPIC-Potsdam-Studie, die Getreideprodukte und deren Verarbeitungsgrad hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Wirkung untersuchte: Vollkornnudeln sind klar vorteilhaft für die Gesundheit, weil sie mit niedrigerem Risiko für Typ-2-Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind.5 „Normale“ Nudeln aus Weißmehl gelten als weniger günstig, stehen aber nicht so stark im Fokus wie Brot oder Reis.

Fazit

Die Studie zeigt: Häufiger Ramen-Konsum geht mit ungünstigen Gesundheitsfaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes einher. Für bestimmte Gruppen – insbesondere Männer, Jüngere, Alkoholtrinker und Liebhaber der Brühe – könnte dies mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden sein. Obwohl kein direkter Kausalzusammenhang bewiesen wurde, legen die Ergebnisse nahe, dass eine bewusste, moderierte Ramen-Aufnahme – vor allem mit weniger Brühe – gesundheitlich sinnvoll sein könnte. Salz (Blutdruck), Kalorien/Dichte (BMI) und evtl. Insulinresistenz (Diabetes) sind die zentralen Mechanismen.

Quellen

  1. Suzuki M., Suzuki N., Sho R. et al. (2025): Frequent Ramen consumption and increased mortality risk in specific subgroups: A Yamagata cohort study. The Journal of nutrition, health and aging. ↩︎
  2. WHO. Fünf Empfehlungen zur Reduzierung der Salzzufuhr für ein längeres und gesünderes Leben. (aufgerufen am 30.09.2025) ↩︎
  3. Bundesministerium für Ernährung: Salzzufuhr in Deutschland: Ergebnisse der DEGS- und KiGGS-Studie (2024, aufgerufen am 30.09.2025) ↩︎
  4. Zungia Y. L. M., Rebello S. A., Leng Oi P. et al. (2013): Rice and noodle consumption is associated with insulin resistance and hyperglycaemia in an Asian population. British Journal of Nutrition. ↩︎
  5. Fung T. T., Hu F. B., Pereira M. A. et al. (2002): Whole-grain intake and the risk of type 2 diabetes: a prospective study in men. The Americal Journal of Clinical Nutrition. ↩︎

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