2. Mai 2026, 7:49 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Kaffee ohne Kaffeebohne ist keine neue Idee. Neben Getreide- oder Zichorienkaffee gehört auch Lupinenkaffee zu den koffeinfreien Alternativen. Er wird aus den Samen der Süßlupine hergestellt und ähnlich wie klassischer Kaffee geröstet und aufgebrüht. Lupinen zählen zu den Hülsenfrüchten, genutzt werden vor allem gezüchtete Süßlupinen. Sie gelten als eiweißreich und sind sehr vielseitig. Doch kann die Kaffeealternative auch Kaffeeliebhaber überzeugen?
Was genau ist eigentlich Lupinenkaffee?
Lupinenkaffee wird aus den Samen der Süßlupine hergestellt. Dafür werden die gereinigten und getrockneten Lupinensamen zunächst geröstet, so wie das auch bei klassischem Kaffee für die typischen Aromen sorgt. Anschließend werden sie gemahlen und können wie herkömmlicher Kaffee aufgebrüht werden, etwa als Filterkaffee, im Siebträger oder auch im Vollautomaten, wenn die Bohnen noch ganz sind.
Im Unterschied zu Kaffee enthält Lupinenkaffee kein Koffein und deutlich weniger Bitterstoffe. Gleichzeitig bringt er einige der pflanzlichen Inhaltsstoffe der Lupine mit, etwa Eiweiß und Mineralstoffe, wenn auch in geringeren Mengen als in unverarbeiteter Form.
Schmeckt Lupinenkaffee wie herkömmlicher Kaffee?
Lupinenkaffee erinnert schon geschmacklich an klassischen Kaffee. Durch die Röstung der Samen entstehen ebenfalls kräftige, leicht bittere Aromen, die an Kaffee erinnern. Gleichzeitig wird der Geschmack oft als milder, nussiger und weniger säurebetont beschrieben. Typische Kaffeenoten wie eine ausgeprägte Bitterkeit oder fruchtige Nuancen fehlen dagegen.
Wie nah Lupinenkaffee an das Original herankommt, hängt auch von Zubereitung und Produkt ab. In Filterform oder als Espresso-Alternative kann er optisch und aromatisch durchaus an Kaffee erinnern. Wer jedoch den intensiven Geschmack und die anregende Wirkung von Koffein gewohnt ist, wird Unterschiede wahrnehmen.
Für wen ist die Alternative geeignet?
Lupinenkaffee eignet sich besonders für Menschen, die auf Koffein verzichten möchten oder müssen – etwa bei Schlafproblemen, Magenempfindlichkeit oder während der Schwangerschaft. Als koffeinfreies Getränk kann er eine Alternative sein, ohne dass man auf den typischen Röstgeschmack verzichten muss. Auch für Menschen, die ihren Kaffeekonsum reduzieren wollen, kann Lupinenkaffee eine Option darstellen.
Lupinenkaffee ist für mich eine gute Kaffeealternative
„Aufgrund einer langwierigen Darmerkrankung musste ich auf herkömmlichen Bohnenkaffee verzichten – und tue das bis heute. Zuvor habe ich täglich etwa drei Tassen getrunken. Nach einigen Monaten ohne Kaffee kam jedoch die Lust zurück, sodass ich nach Alternativen suchte. Wichtig war mir ein Geschmack, der möglichst nah an dem von klassischem Kaffee herankommt. So bin ich auf Lupinenkaffee gestoßen und war direkt überzeugt: Zwar ist der Geschmack nicht identisch, kommt dem Original aber erstaunlich nahe. Auch Farbe und Zubereitung lassen mich normalen Kaffee kaum vermissen. Ein großer Vorteil ist zudem, dass Lupinenkaffee koffeinfrei ist. Dadurch kann ich ihn auch abends problemlos trinken, ohne meinen Schlaf zu beeinträchtigen. Mein Fazit: „Eine wirklich empfehlenswerte Kaffeealternative.“
Kann man Lupinen essen, die im Garten wachsen?
Bereits im alten Ägypten wurden Lupinen gegessen oder zu Getränken verarbeitet. Seit Jahrhunderten wachsen sie auch in Deutschland. Botanisch zählen ihre Samen, ähnlich wie Erbsen und Bohnen, zu den Hülsenfrüchten. Besonders die gezüchteten Süßlupinen gelten als wertvolle Nährstofflieferanten, während wilde Lupinen aufgrund ihrer Inhaltsstoffe gemieden werden sollten.
Wer Lupinen im eigenen Garten hat, sollte unbedingt vorsichtig sein: Viele wild wachsende oder als Zierpflanzen angebotene Sorten enthalten giftige Bitterstoffe, sogenannte Alkaloide. Darauf weist etwa die Verbraucherzentrale Bremen hin. Diese machen die Pflanzen für den Verzehr nämlich ungeeignet.1
Anders verhält es sich bei den gezüchteten Süßlupinen, die gezielt für die Landwirtschaft angebaut werden. Sie sind weitgehend frei von diesen problematischen Inhaltsstoffen und gelten als gut verträgliche Proteinquelle. Auch aus ökologischer Sicht schneiden sie positiv ab: Lupinen sind anspruchslos im Anbau und können als Leguminosen sogar die Bodenqualität verbessern, indem sie Stickstoff binden.
Arten von Süßlupinen
Wie die AOK schreibt, wurden die ursprünglich enthaltenen Bitterstoffe in modernen Züchtungen weitgehend reduziert.2 Daher tragen diese Kultursorten den Namen Süßlupinen. Unterschieden werden sie vor allem nach ihrer Blütenfarbe – im Wesentlichen in drei Hauptarten bzw. -farben:
- Gelbe Lupine
- Weiße Lupine
- Blaue/Lila Lupine
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Welche Nährstoffe stecken in Süßlupinen?
Süßlupinen gelten als besonders eiweißreich: Bis zu 40 Gramm Protein stecken in 100 Gramm der getrockneten Samen – ein Wert, der mit Soja vergleichbar ist. In verarbeiteten Produkten wie Lupinenmehl oder Lupinenjoghurt kann der Proteingehalt allerdings variieren. Damit sind sie vorrangig für Menschen interessant, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Darüber hinaus liefern Lupinen wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Kalium und Magnesium.
Allerdings sind sie nicht für alle gleichermaßen geeignet. Menschen mit einer Erdnussallergie sollten vorsichtig sein, da Kreuzallergien bekannt sind: Wer auf Erdnüsse reagiert, kann unter Umständen auch Lupinen nicht vertragen. Eine solche allergische Reaktion kann sich etwa durch Kribbeln im Mund, Husten oder andere typische Symptome äußern. In der EU zählt Lupine zudem zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen.3
Weitere Verwendungsmöglichkeiten von Süßlupinen
Süßlupinen lassen sich vielseitig verwenden. Im Handel sind sie, ähnlich wie Kichererbsen, sowohl getrocknet als auch vorgegart und eingelegt in Dosen oder Gläsern erhältlich. In der Küche können die Samen etwa in Currys eingesetzt oder zu Soßen verarbeitet werden.
Darüber hinaus werden Lupinen in verschiedenen Formen angeboten, etwa als Mehl, das sich besonders für glutenfreies Brot oder Gebäck eignet. Auch pflanzliche Alternativen zu Milchprodukten basieren zunehmend auf der Hülsenfrucht, von Drinks über Joghurt- und Dessertvarianten bis zu pflanzlichem Eis.