8. Januar 2026, 11:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Kardamom bringt Süße und leichte Schärfe ins Essen. Das Gewürz aus der asiatischen Küche findet man hierzulande vorwiegend in Weihnachtsgebäck, obwohl es allerlei positive Effekte hat. Warum es sich lohnt, jeden Tag Kardamom zu essen, erklärt FITBOOK-Ernährungsexpertin Sophie Brünke.
Kein Appetit – kein Problem
Kardamom, welcher zu den Ingwergewächsen gehört, zeichnet sich durch seine ätherischen Öle aus. Diese sorgen nicht nur für den charakteristischen Geschmack, sondern auch für bestimmte Effekte im Körper. So soll er laut indischer Tradition den Appetit anregen können. Das kann etwa bei altersbedingter Appetitlosigkeit oder ungewolltem Gewichtsverlust ohne medizinische Ursache von Nutzen sein. Auch nach Operationen, längerer Bettlägerigkeit oder durch Stress kann die Lust aufs Essen eingeschränkt sein.
Untersuchungen zur appetitanregenden Wirkung von Kardamom am Menschen gibt es bisher nicht. Eine häufig zitierte Studie aus 2023 mit Mäusen zeigt jedoch Potenzial. Die Tiere erhielten 14 Wochen lang Futter mit oder ohne Kardamomsamen. Die mit Kardamom gefütterten Mäuse aßen infolge etwas mehr als die Kontrollgruppe, nahmen jedoch aufgrund einer erhöhten Fettverbrennung und eines höheren Energieverbrauchs weniger an Gewicht zu. Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass Kardamom den Appetit steigern könnte, weil er im Hypothalamus appetithemmende Botenstoffe senkt.1 Eine appetitanregende Wirkung bei regelmäßigem Verzehr beim Menschen wäre demnach denkbar, ist damit jedoch nicht bewiesen.
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Kardamom nach dem Essen fördert die Verdauung
Pflanzen bilden Bitterstoffe, um sich vor Fraß zu schützen, so auch Kardamom. Für den Menschen sind diese jedoch sehr gesund, da sie die Verdauung anregen. Dabei fördern sie z. B. die Bildung von Speichel, Magensaft und Galle.2 Das passiert bereits bei einmaligem Verzehr. Wer sich angewöhnt, regelmäßig Kardamomkapseln nach dem Essen zu kauen, kann seiner Darmgesundheit noch mehr Gutes tun.
Tierversuche zeigen positive Effekte auf die Darmmotilität, Stuhlkonsistenz und das Mikrobiom. So war etwa die Menge nützlicher kurzkettiger Fettsäuren (Stoffwechselprodukte der Darmbakterien) erhöht.3,4 Zudem gibt es Hinweise auf eine schützende Wirkung der Magen- und Darmschleimhaut.5,6
Wie Mundgeruch entsteht und was dagegen hilft
Studienlage zur Gesundheitlichen Wirkung von Estragon
Knoblauchfahne adé? Die Wirkung auf den Atem
Eigentlich ist das Cineol aus Kardamom als klassischer Schleimlöser bei Atemwegserkrankungen bekannt.7 Doch das ätherische Öl hat noch einen anderen überraschenden Effekt: Es soll gegen Mundgeruch helfen. Wer eine Kapsel nach dem Essen kaut, könnte demnach etwa seine Knoblauchfahne eindämmen. Tatsächlich ist Cineol als starkes Antiseptikum in der Lage, Bakterien abzutöten – auch solche, die für unangenehmen Mundgeruch sorgen können.8 Wem Minzbonbons nicht schmecken, kann sich also auch eine Dose Kardamomkapseln für unterwegs einpacken.
Gut für die Zähne
Die Studienlage zeigt über frischen Atem hinaus einen weiteren positiven Effekt auf die Zahngesundheit. So sind Kardamomextrakte wirksam gegen pathogene Bakterien wie Streptococcus mutans und Candida albicans.9 Ersterer ist an der Entstehung von Karies beteiligt, Candida kann zu Pilzinfektionen (Candidose) führen – auch im Mundraum. Eine Studie aus 2012 weist zudem auf eine vielversprechende Wirkung von Kardamom gegen Parodontitis hin, eine entzündliche Erkrankung des Zahnbettes, die unbehandelt Krankheitserreger über den Mundraum in den Körper schleusen kann.10