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Laut Studie

Diese Ernährung könnte das Demenzrisiko senken

alte menschen essen
Eine Studie zeigt, welche Ernährungsform das Demenzrisiko senken kann Foto: Getty Images/Jane Sobel Klonsky
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Isa Kabakci
Redakteur

30. Juni 2026, 20:01 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Kann eine gesunde Ernährung das Demenzrisiko noch beeinflussen, wenn bereits erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung im Blut nachweisbar sind? Eine große Langzeitstudie ist dieser Frage nachgegangen – mit Ergebnissen, die neue Ansätze für die Demenzvorsorge liefern könnten.

Ernährung mit antientzündlicher Wirkung mit Vorteilen

Forscher aus Schweden wollten herausfinden, ob eine gesunde Ernährung das Demenzrisiko auch dann noch beeinflussen kann, wenn bereits erste biologische Anzeichen für Alzheimer oder andere Schädigungen des Gehirns vorliegen. Das Ergebnis: Besonders eine Ernährung mit geringer entzündungsfördernder bzw. antientzündlicher Wirkung war mit einem niedrigeren Demenzrisiko verbunden. Selbst bei Menschen, deren Blutwerte bereits auf Alzheimer-typische Veränderungen oder andere neurodegenerative Prozesse hindeuteten.1

Was die Studie untersuchte und wie sie durchgeführt wurde

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 1865 Menschen ab 60 Jahren aus, die zu Beginn keine Demenz hatten. Die Teilnehmer wurden bis zu 15 Jahre lang begleitet. Mithilfe eines ausführlichen Ernährungsfragebogens erfassten die Forscher die Essgewohnheiten und verglichen drei Ernährungsmuster: eine mediterran geprägte Ernährung, eine allgemein gesunde Ernährungsweise sowie eine Ernährung mit möglichst geringer entzündungsfördernder Wirkung.

Zusätzlich wurden Blutproben auf drei Biomarker untersucht, die Hinweise auf Alzheimer-typische Veränderungen oder andere Schädigungen des Gehirns geben können. Anschließend wurde erfasst, welche Teilnehmer im Verlauf der Studie an Demenz – insbesondere an Alzheimer-Demenz – erkrankten. Bei der Auswertung berücksichtigten die Forscher außerdem Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, Rauchen, körperliche Aktivität, Körpergewicht und Begleiterkrankungen.

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Weitere Studienergebnisse im Detail

Während der bis zu 15-jährigen Nachbeobachtung erkrankten 240 der 1865 Teilnehmer an einer Demenz. Insgesamt zeigte sich: Je höher die Ernährungsqualität, desto geringer war das Demenzrisiko. Am stärksten war der Zusammenhang bei einer Ernährung mit geringer entzündungsfördernder Wirkung.

Menschen mit erhöhten Blutwerten des Alzheimer-Biomarkers „p-tau217“ hatten bei einer konsequent entzündungsarmen bzw. antientzündlichen Ernährung ein um bis zu 29 Prozent geringeres Demenzrisiko. Ein ähnlicher Zusammenhang zeigte sich auch bei erhöhten Werten der Biomarker „NFL“ und „GFAP“, die auf Schäden an Nervenzellen beziehungsweise Veränderungen von Stützzellen im Gehirn hinweisen.

Die Ergebnisse galten sowohl für Demenz insgesamt als auch speziell für Alzheimer-Demenz. Darüber hinaus blieben Menschen mit erhöhten Biomarkerwerten und einer entzündungsarmen Ernährung im Durchschnitt länger demenzfrei und entwickelten innerhalb der folgenden zehn Jahre seltener eine Demenz. Zusätzliche Analysen bestätigten die Stabilität der Ergebnisse.

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Was das konkret bedeutet

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine Ernährung mit möglichst geringer entzündungsfördernder Wirkung besonders für Menschen mit einem erhöhten biologischen Risiko für Demenz von Bedeutung sein könnte. Dies stützt die Vermutung, dass chronische Entzündungsprozesse eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen spielen. Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse und Vollkornprodukte, die Bestandteil einer solchen Ernährungsweise sind, wurden bereits in früheren Studien mit einer besseren Gehirngesundheit in Verbindung gebracht. Rotes und verarbeitetes Fleisch sowie zuckerhaltige Getränke sollten dagegen weitgehend gemieden werden.

Außerdem zeigte sich, dass nicht alle gesunden Ernährungsmuster gleichermaßen mit dem Demenzrisiko zusammenhingen. Während die Mittelmeerdiät und andere allgemeine Empfehlungen vor allem bei Menschen mit niedrigeren Biomarkerwerten Vorteile zeigten, war eine entzündungsarme Ernährung auch bei erhöhtem biologischem Risiko mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden.

Stärken und Schwächen der Studie

Zu den Stärken der Studie zählen die große Teilnehmerzahl, die lange Beobachtungszeit von bis zu 15 Jahren sowie der Einsatz moderner Blutmarker, die frühe Alzheimer-typische Veränderungen und andere Schädigungen des Gehirns erkennen können. Außerdem verglichen die Forscher erstmals drei verschiedene Ernährungsmuster direkt miteinander.

Allerdings hat die Studie auch Schwächen. Die Angaben zur Ernährung beruhten auf Fragebögen und können daher ungenau sein. Zudem lässt sich nicht erkennen, welche einzelnen Lebensmittel oder Nährstoffe für die beobachteten Zusammenhänge verantwortlich waren. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann sie außerdem keinen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Ernährung und Demenz belegen.

Quellen

  1. Mrhar A, Carballo-Casla A, Grande G, et al. (2026). Diet Quality and Dementia Risk in Older Adults With Alzheimer Pathology. JAMA Netw Open.;9(6):e2620254. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.20254 ↩︎

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