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Nicht nur aus Fleisch

Der positive Einfluss verschiedener Protein-Quellen auf den Blutdruck

Protein-Quellen Blutdruck: Proteinreiche Lebensmitteln
Protein ist gesund, aber es spielt auch eine Rolle, aus welchen Lebensmitteln es stammtFoto: Getty Images

Nicht nur aus Fleisch – laut einer neuen Studie braucht der Mensch für einen gesunden Blutdruck möglichst unterschiedliche Protein-Quellen. Aber: Zu viel des Guten kann sich ebenfalls negativ auf die Herzgesundheit auswirken.

Eine ausgewogene Ernährung mit unterschiedlichen Protein-Quellen wie Eier, Hülsenfrüchte, Getreide, Meeresfrüchte und mageres Fleisch trägt bei Erwachsenen zu einem normalen Blutdruck bei. So kann eine darauf basierende vielfältige Ernährungsweise laut den beteiligten Wissenschaftlern verschiedenerer chinesischer Kliniken und Forschungseinrichtungen das Risiko für Bluthochdruck und die damit verbundenen Herzerkrankungen erheblich senken.

Untersuchung mit 12.117 erwachsenen Frauen und Männern

Die Autoren der Studie analysierten die Gesundheitsinformationen von fast 12.200 in China lebenden Erwachsenen, die von 1997 bis 2015 gesammelt worden waren. Die Wissenschaftler bewerteten die Teilnehmer basierend darauf, wie viele Protein-Quellen sie täglich zu sich nahmen. Diese wurden in acht Kategorien eingeteilt: Vollkornprodukte, raffiniertes Getreide, verarbeitetes Fleisch, unverarbeitetes Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Eier und Hülsenfrüchte. Für jede Quelle wurde ein Punkt vergeben. Das heißt, Personen, die sich täglich aus allen acht Protein-Kategorien bedienen, erhielten acht Punkte. Wer nur von einer aß, einen Punkt usw. Die Ergebnisse der Studie wurden aktuell in der zur „American Heart Association“ gehörenden Fachzeitschrift „Hypertension“ veröffentlicht.1

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Wer aus vier oder mehr verschiedenen Proteinquellen isst, hat einen gesünderen Blutdruck

Bei jedem während des Versuchszeitraums neu auftretenden Fall von Hypertonie (dauerhafter stark erhöhter Blutdruck) warfen die Forscher einen Blick auf die jeweiligen Protein-Quellen des Patienten. Davon waren übrigens fast 12.200 Teilnehmer betroffen, also erschreckende 35 Prozent, heißt es weiter. Die Analyse ergab: Im Vergleich zu Teilnehmern mit den wenigsten Protein-Quellen (weniger als 2) hatten diejenigen mit der meisten Protein-Vielfalt (4 oder höher) ein um 66 Prozent geringeres Risiko, Bluthochdruck zu entwickeln.

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Mehr Protein nicht unbedingt besser für die Gesundheit

Mehr Protein insgesamt sei jedoch nicht unbedingt besser für die Gesundheit, erklärt der leitende Studienautor Dr. Xianhui Qin in einer Medienmitteilung. 2 So deutet die Untersuchung insgesamt darauf hin, dass Menschen, die am meisten und am wenigsten Gesamtprotein zu sich nahmen, beide eher Bluthochdruck entwickelten als Menschen, die moderatere Mengen essen. „Die Botschaft für die Herzgesundheit lautet, dass eine ausgewogene Ernährung mit Proteinen aus verschiedenen Quellen besteht“, so Quin. Wer seine Proteine nur aus einem Produkt wie Fleisch oder Eiern bezieht, riskiere Bluthochdruck und womöglich sogar weitere Krankheiten.

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Mehr Protein-Quellen, mehr Nährstoffe

Aus je mehr Quellen man seine Proteine bezieht, desto größer ist auch die Vielfalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballstoffen und sonstigen gesundheitsfördernden Verbindungen. Zum Beispiel liefern verschiedene Proteine ​​verschiedene essenzielle Aminosäuren und damit lebenswichtige Proteinbausteine für den Körper. Während pflanzliche Proteine wertvolle Ballaststoffe mitbringen und ein gesundes Mikrobiom im Darm fördern, enthalten tierische Quellen, wie beispielsweise Fisch, Omega-3-Fettsäuren. Diese sind bekanntlich wichtig für eine gesunde Hirnfunktion, ein starkes Herz und eine stabile Psyche.

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Gute Nachrichten für Vegetarier, bzw. Pescetarier: Die Forscher fanden auch heraus, dass das Auslassen einer einzigen Protein-Quelle keinen Unterschied für den Blutdruck macht. Dies deutet erneut darauf hin, dass das Gesamtmuster der Ernährung wichtiger ist als eine einzelne Lebensmittelgruppe. 

Quellen

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