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Laut Studie

Welche Ballaststoff-Kombination gegen Verstopfung helfen könnte

frau bauch
Laut einer aktuellen Studie soll ein bestimmter Ballaststoff-Mix bei Verstopfungen hilfreich sein Foto: Getty Images/ingwervanille
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Isa Kabakci
Redakteur

7. Juli 2026, 21:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Chronische Verstopfung belastet viele Betroffene im Alltag. Zwar kommen häufig Abführmittel zum Einsatz, doch sie wirken nicht bei jedem ausreichend oder werden nicht gut vertragen. Forscher haben deshalb untersucht, ob eine spezielle Kombination verschiedener Ballaststoffe die Darmfunktion verbessern kann. Eine Studie liefert nun Hinweise darauf, dass dieser Ansatz die Beschwerden deutlich lindern könnte. FITBOOK-Redakteur Isa Kabakci hat zudem bei einer der Hauptautorinnen der Studie, Prof. Maria Daglia, nachgefragt.

Ballaststoff-Kombination wirkt nach zwei Wochen

Ein Forscherteam um Prof. Maria Daglia wollte herausfinden, ob eine Kombination verschiedener löslicher und unlöslicher Ballaststoffe die Darmfunktion bei Menschen mit chronischer funktioneller Verstopfung verbessern kann. Dafür verglichen sie die Ballaststoffmischung mit einem Placebo.1

Das Ergebnis: Teilnehmer, die die Ballaststoff-Kombination aus vier Quellen bzw. Arten einnahmen, hatten deutlich häufiger spontane vollständige Stuhlentleerungen als die Placebogruppe. Die Verbesserung zeigte sich bereits nach zwei Wochen und hielt auch eine Woche nach Ende der Behandlung an.

Prof. Daglia betont jedoch, dass die Ergebnisse nicht bedeuten, dass die Ballaststoffmischung Abführmittel ersetzen sollte: „Unsere Studie wurde so konzipiert, dass die Ballaststoffformulierung mit einem Placebo verglichen wurde und nicht mit Abführmitteln. Daher können wir keine direkte Schlussfolgerung darüber ziehen, ob sie eine konventionelle Abführmitteltherapie ersetzen oder mit ihr kombiniert werden sollte.“

Wie die Studie durchgeführt wurde

In der Studie wurde untersucht, ob eine Kombination verschiedener löslicher und unlöslicher Ballaststoffe die Beschwerden bei funktioneller Verstopfung lindern kann. Von funktioneller Verstopfung spricht man, wenn Verstopfungsbeschwerden über mindestens drei Monate bestehen, ohne dass eine organische Erkrankung des Darms als Ursache gefunden wird.

An der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie nahmen 54 Erwachsene im Alter von 18 bis 70 Jahren teil. Die Teilnehmer erhielten über vier Wochen entweder die Ballaststoffmischung oder ein Placebo. Anschließend wurden sie noch eine weitere Woche beobachtet. Für die Studie nahmen die Teilnehmer täglich 13 Gramm der Ballaststoffmischung ein, verteilt auf zwei Portionen. Ihre gewohnte Ernährung sollten die Probanden vor und während der Studie nicht verändern.

Die Ballaststoffmischung enthielt resistentes Dextrin aus Weizenstärke, Pektine sowie lösliche und unlösliche Ballaststoffe aus Zitrusfrüchten und Hafer. Die Mischung bestand zu etwa 80 Prozent aus löslichen und zu 20 Prozent aus unlöslichen Fasern. Untersucht wurde unter anderem auch, wie häufig eine spontane vollständige Stuhlentleerung auftrat. Außerdem bewerteten die Forscher die Stuhlkonsistenz sowie typische Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Bauchaufblähung, Flatulenz und Bauchschmerzen.

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Die Studienergebnisse im Detail

Zu Beginn der Studie hatten die Teilnehmer der Behandlungsgruppe durchschnittlich 1,2 spontane vollständige Stuhlentleerungen pro Woche. Nach vier Wochen stieg dieser Wert auf 3,6 und lag auch eine Woche nach Ende der Behandlung noch bei 3,4. In der Placebogruppe blieb die Stuhlfrequenz dagegen nahezu unverändert und erreichte nach vier Wochen durchschnittlich 1,8 sowie nach der Nachbeobachtung 1,4 Stuhlentleerungen pro Woche. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war bereits ab der zweiten Behandlungswoche statistisch signifikant.

Auch die Stuhlkonsistenz verbesserte sich deutlich. Auf der „Bristol Stool Form Scale“ stieg der durchschnittliche Wert in der Behandlungsgruppe von 1,6 (ungewöhnlich hart) zu Beginn der Studie auf 3,6 (wurstartig) nach vier Wochen. Eine Woche nach Ende der Behandlung lag er mit 3,2 weiterhin deutlich über dem Ausgangswert und war ab der zweiten Behandlungswoche signifikant besser als in der Placebogruppe.

Auch interessant: Formen des Stuhlgangs und ihre Bedeutung für die Gesundheit

Darüber hinaus verringerte die Ballaststoff-Kombination mehrere typische Beschwerden der funktionellen Verstopfung. Blähungen, Bauchaufblähung, Völlegefühl und Flatulenz gingen im Vergleich zur Placebogruppe signifikant zurück. Für Bauchschmerzen zeigte sich dagegen kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen.

Die Behandlung wurde insgesamt gut vertragen. Kein Teilnehmer musste während der Studie auf ein Abführmittel als Notfallmedikation zurückgreifen. Zudem wurden keine unerwünschten Ereignisse berichtet.

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Was das nun konkret bedeutet

Die Studienautoren vermuten, dass sich die unterschiedlichen Eigenschaften der enthaltenen Ballaststoffe ergänzen: Lösliche Ballaststoffe binden Wasser und machen den Stuhl weicher, während unlösliche Ballaststoffe die Darmbewegung anregen. Gemeinsam könnten sie so die Darmpassage erleichtern.

Da die Wirkung nach dem Absetzen teilweise nachließ, könnte für einen langfristigen Nutzen eine dauerhafte Einnahme erforderlich sein. „Dies deutet darauf hin, dass die Formulierung nicht lediglich eine unmittelbare, vorübergehende Wirkung hervorruft, weist aber zugleich darauf hin, dass eine fortgesetzte Einnahme erforderlich sein könnte, um die Verbesserungen langfristig aufrechtzuerhalten“, sagt Daglia dazu.

Ob die beobachteten Effekte unter anderem mit Veränderungen der Darmmikrobiota zusammenhängen, sollen weitere Studien klären.

Sophie Brünke
Autorenfoto
Berlin, 3.6.2026
(c) Niels Starnick / BILD
Ernährungsexpertin

Jeder sollte auf seine Ballaststoff-Zufuhr achten!

Ob Verstopfung oder nicht: Jeder sollte auf seine Ballaststoff-Zufuhr achten! Sie unterstützen die Verdauung, halten lange satt und sorgen für einen stabilen Blutzuckerspiegel. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich 30 Gramm Ballaststoffe. Diese stecken fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Echte Ballaststoff-Bomben sind zum Beispiel Weizenkleie (45 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm Lebensmittel), Haferflocken (10 Gramm), Leinsamen (22 Gramm) und Flohsamenschalen (90 Gramm).

Stärken und Schwächen der Studie

Zu den Stärken der Studie zählt ihr hochwertiges Studiendesign: Die Teilnehmer wurden zufällig auf Behandlungs- und Placebogruppe verteilt, und weder sie noch die Forscher wussten, wer welches Präparat erhielt. Zudem wurden sowohl objektive Messwerte als auch die Beschwerden der Teilnehmer erfasst.

Allerdings hatte die Studie auch Einschränkungen. Mit 54 Teilnehmern war sie relativ klein und wurde nur an einem Studienzentrum durchgeführt. Außerdem dauerte die Behandlung lediglich vier Wochen, sodass sich keine Aussagen über die langfristige Wirksamkeit treffen lassen. Da einige Ergebnisse auf den Angaben der Teilnehmer beruhten, können subjektive Einschätzungen ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

Quellen

  1. Di Minno, A., M. V. Morone, D. G. Buccato, et al. (2026). Combination of Dietary Fibers From Different Food Origins as a Treatment for Adults With Functional Constipation: A Randomized Clinical Trial. Food Science & Nutrition14. ↩︎

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