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Smartphone-Apps und Activity-Tracker

Wie zuverlässig sind eigentlich Schrittzähler?

Schrittzähler
Auch Smartphones haben oft eine Schrittzähler-Funktioner – aber ist sie auch wirklich zuverlässig? Foto: Getty Images

Immer mehr Deutsche tragen ein Fitness-Armband oder eine Smartwatch. Besonders beliebt ist dabei die Schrittzählerfunktion. Auch Smartphones können Schritte zählen. Doch wie funktioniert es? Und sind die Daten überhaupt zuverlässig?

Fitness-Armbänder, Smartwatches und Smartphones zählen die Schritte, die wir tagtäglich machen. Wer auf seine Gesundheit achtet, der behält diese gerne im Blick, denn von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden 10.000 Schritte pro Tag empfohlen. Beim Erreichen des Tagesziels wird man je nach Gerät und Einstellung sogar in Form von Pokalen oder hüpfenden Figuren auf dem Display belohnt. Das motiviert, sich jeden Tag in Bewegung zu halten. Doch nicht wenige zweifeln die Zahlen an.

Das Geheimnis: der 3-Achsen-Beschleunigungsmesser

Die Technik dahinter besteht eigentlich nur aus einem sogenannten MEMS-Sensor – die Abkürzung steht für ein „mikro-elektro-mechanisches System“. Umgangssprachlich wird dieser oft auch als 3-Achsen-Beschleunigungsmesser bezeichnet, denn er kann alle Bewegungen, die wir nach links, rechts, nach vorne, hinten sowie oben und unten ausführen voneinander unterscheiden. Theoretisch ist er also in der Lage zu erkennen, ob wir uns nur umdrehen oder beugen oder eben einen Schritt machen. Die Daten werden dann in der dazugehörigen Smartphone-App angezeigt und ausgewertet.

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Allerdings ist es immer noch nicht möglich, die Bewegungen absolut fehlerfrei zu deuten. Dabei lassen sich insbesondere Fitness-Armbänder und Uhren leicht täuschen. Auch Tätigkeiten wie Geschirrabwaschen oder Staubsaugen können durch die Bewegung des Handgelenks als ein Schritt gewertet werden. Auch beim Tanzen werden Armbewegungen als Schritte gedeutet – selbst wenn man die Beine kaum bewegt. Das führt dazu, dass die Werte der Schrittzähler nicht immer zuverlässig sind.

Die Polar M400 erwies sich bei unserem Kurztest als relativ unzuverlässiger Schrittzähler: Mal zählte sie zu viele, mal viel zu wenige Schritte.Foto: Fitbook

Alltagsbewegungen machen Schrittzähler nicht immer zuverlässig

Zu diesem Ergebnis kam Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe vom Januar 2016. Keines der darin getesteten zwölf Fitness-Armbänder konnte alle Alltagsschritte exakt aufzeichnen, ebenso wenig wie die daraus errechnete Distanz messen. Nur beim reinen Gehen und Laufen waren die Ergebnisse zufriedenstellend, während Alltagsbewegungen die Messungen teils stark verfälschten.

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In dieser Hinsicht scheint das Smartphone in der Hosentasche zuverlässiger zu sein, denn die Bewegung der Hüfte ist ein besserer Indikator für die Bewegung des gesamten Körpers als das Handgelenk. Andererseits hat man das Smartphone nicht ständig dabei, es liegt auch mal auf dem Schreib- oder Couchtisch.

Überraschend zuverlässig war in unserem Kurztest der im iPhone 6 (iOS 10.3.3) integrierte Schrittzähler samt dazugehöriger Health-AppFoto: iPhone Screenshot

Kurztest: Wie zuverlässig sind Schrittzähler?

Unser Selbstversuch zeigte, dass die Sportuhr Polar M400 am Handgelenk auf dem gleichen Weg mehr Schritte anzeigte als das iPhone 6 in der Hosentasche. Es waren 75 Schritte beziehungsweise 4,4 Prozent mehr. Auch bei exakt gemessener Schrittanzahl auf einer Strecke gab es teils große Abweichungen. Die Polar M400 zeigte bei einer Testmessung 27 Prozent mehr und bei einer anderen Messung 47 Prozent weniger Schritte an. Das iPhone lag bei der ersten Messung neun Prozent über der tatsächlichen Schrittanzahl und zählte bei der zweiten, längeren Streckenmessung nur 0,4 Prozent mehr Schritte.

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Fazit

Erstaunlich gut funktionierte die Messung bei uns mit einem iPhone 6. Die Sportuhr Polar M400 wich hingegen teils stark vom tatsächlichen Wert ab. Dennoch: Schrittzähler und dazugehörige Apps motivieren, um auf die empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag zu kommen und sich letztendlich einfach mehr zu bewegen.