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Gefährliche Mundbakterien?

Was Zahnhygiene mit Alzheimer zu tun haben könnte

älterer mann putzt Zähne
Gefährliche Mundbakterien können ins Gehirn gelangen und so womöglich die Entstehung von Alzheimer begünstigen
Foto: Getty Images

Ein US-Forscherteam untersuchte die Gehirne verstorbener Alzheimerpatienten und fand dort vermehrt DNA-Spuren eines besonders aggressiven Parodontitis-Erregers. Das Bakterium, welches beim Menschen starke Zahnfleischentzündungen hervorruft, könnte demnach die Entstehung von Alzheimer begünstigen. Die gute Nachricht: Dieser Risikofaktor lässt sich mit einer guten Mundhygiene relativ einfach minimieren.

Was Alzheimer genau auslöst, ist nach wie vor eines der größten Rätsel der Medizin. Gleichzeitig finden Forscher immer wieder neue Hinweise darüber, wie diese tückische Krankheit entstehen könnte. So auch jüngst Wissenschaftler, die unter der Leitung von US-Mediziner Stephen Dominy Hirngewebe verstorbener Alzheimerpatienten untersucht haben. Der von ihnen ausgemachte Übeltäter heißt in der Fachsprache „Porphyromonas gingivalis“ und ist ein Erreger, der Zahnfleischentzündungen und Parodontitis verursacht. Dass diese Bakterien nicht nur im Mund ihr Unheil anrichten können, sondern auch ins Gehirn wandern, bewiesen bereits frühere Experimente mit Mäusen.

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Schädliche Mundbakterien sorgen für krankhafte Veränderungen im Gehirn

Wie schon bei den Mäusen offenbarte sich nun auch bei menschlichen Gehirnen: Erkranktes Gewebe wies auffällig häufiger Erreger-DNA auf als gesundes. Obendrein stellten die Forscher fest, dass die von den Parodontitis-Bakterien produzierten Enzyme – Gingipaine genannt – für krankhafte Veränderungen im Gehirn sorgen. Diese giftigen Enzyme fanden sich bei 51 der 53 untersuchten Alzheimer-Gewebeproben. Glücklicherweise konnten die Forscher bereits ein Molekül entwickeln, das diesen Prozess zumindest verlangsamen kann. Ein Wirkstoff, der sich damit als vielversprechender Kandidat für ein neues Medikament erweist.

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Zähneputzen als beste Vorsorge

Zahnfleischentzündungen und Parodontitis entstehen vor allem durch mangelnde Mundhygiene. Der beste Weg, dies zu verhindern und es damit Erregern erst gar nicht zu ermöglichen, bis ins Hirn zu wandern, ist und bleibt regelmäßiges Zähneputzen. Das betont auch Mitautor Piotr Mydel von der Universität Bergen. Er rät weiter: Gerade Menschen, bei denen Demenz und Zahnfleischprobleme vermehrt in der eigenen Familie auftauchen, sollten sich regelmäßig einer professionellen Zahnreinigung unterziehen. Und noch etwas betonen die Forscher in ihrer Studie: Die untersuchten Erreger sind natürlich nicht die einzigen vermeintlichen Verursacher von Alzheimer.

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