28. November 2017, 10:12 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Was sind die größten Irrtümer über Depressionen? Eine Umfrage überrascht, wie groß der Informationsbedarf über die Krankheit in Deutschland immer noch ist. Hilft der Griff zu Süßigkeiten?
In Deutschland gibt es mit Blick auf wirksame Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen Wissenslücken. Viele glauben, es reiche schon etwas Disziplin und Nascherei, um aus einem Stimmungstief herauszukommen.
Schokolade und Zusammenreißen werden für wirksame Mittel gehalten
So glaubt nach einer repräsentativen Umfrage fast jeder Fünfte, dass Schokolade und ein Sich-Zusammenreißen geeignete Mittel gegen die Erkrankung sind, heißt es im „Deutschland-Barometer Depression“, das die Stiftung Deutsche Depressionshilfe und die Stiftung Deutsche Bahn vorstellen.
Für die Studie wurden von Juni bis August 2000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. 18 Prozent hielten „Schokolade essen“ für ein geeignetes Heilmittel, 19 Prozent votierten für „sich zusammenreißen“. Eine deutliche Mehrheit hielt den Gang zum Arzt für den besten Weg.
Ergänzt werden die Ergebnisse durch eine Online-Umfrage unter rund 1000 Betroffenen. Von ihnen sind nur fünf Prozent der Meinung, dass „sich zusammenreißen“ gegen Depressionen hilft. Ärzte behandeln die Krankheit in der Regel mit Psychotherapien und je nach Schweregrad auch mit Medikamenten.
Insgesamt erkranken nach Angaben der Stiftung jeder Jahr rund 5,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer behandlungsdbedürftigen Depression. Jeden Tag begingen durchschnittlich 28 Menschen Suizid. Bei vielen Fällen geht die Stiftung von einer schweren und unbehandelten Depression als Ursache aus. Depressionen haben in der Regel biologische Ursachen oder können durch traumatische Ereignisse ausgelöst werden. Nach einer Analyse des Robert Koch-Instituts (RKI) zählen sie inzwischen zu den häufigsten psychischen Leiden in Deutschland.
Mit professioneller Hilfe sind Depressionen heute meist gut behandelbar. Die Krankheit wird häufiger als früher erkannt. In Deutschland stieg in den vergangenen Jahren nicht die Häufigkeit der Krankheit an sich, sondern die Zahl der Diagnosen.
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.