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Gesundheitsgefahr aus dem Meer

Forscher warnen vor quecksilberbelastetem Fisch

Gegrillter Fisch
Fisch, vor allem fettarmer Seefisch, gilt eigentlich als gesund. Wer viel davon isst, tut sich – aufgrund der Schwermetallbelastung der Meere und Ozeane – trotzdem nichts Gutes.
Foto: Getty Images

Dass die Schwermetallbelastung der Weltmeere irgendwann Einfluss auf unsere Ernährung haben wird, war abzusehen. In einer aktuellen Studie wurde nun untersucht, in welchen Ländern so viel Fisch und Meeresfrüchte verzehrt werden, dass die damit verbundene Quecksilberaufnahme kritische Ausmaße annimmt. Das kann vor allem für Schwangere und Kinder zum Problem werden.

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Dies gilt bis zu einer Dosis von wöchentlich 1,6 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht noch nicht als riskant. Wie nun kanadische Wissenschaftler von der Universität von Montréal herausgefunden haben und das Gesundheitsportal „Aponet“ berichtet, wird dieser Höchstwert aber vielerorts überschritten.

Fischernetz

Die Meere sind verschmutzt. Auch Fisch, der hieraus gezogen wird, ist davon betroffen.
Foto: Getty Images

Deutschland eher ungefährdet

Als Basis der Analyse dienten dem Forscherteam um Raphaël Lavoie die Mengen an Quecksilber, die zwischen 1950 bis 2014 über die weltweite Fischerei aus dem Wasser gezogen wurde. Diese Daten wurden mit dem wöchentlichen Pro-Kopf-Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten in insgesamt 175 Ländern abgeglichen.

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Jugendliche beim Fischessen

Für Kinder, die noch in der Entwicklung sind, wäre eine zu hohe Quecksilberaufnahme riskant
Foto: Getty Images

Das tut Quecksilber im Körper

Ärzte warnen vor Folgen für die Hirnentwicklung durch eine überhöhte Methylquecksilberaufnahme. Dies sei vor allem für Kinder relevant, ebenso für Schwangere, deren ungeborene Kinder durch diese Mengen gefährdet sein könnten. In dem Bericht wird eine weitere Studie herangeführt, der zufolge die Art der Zubereitung beeinflusse, wie viel des enthaltenen Schwermetalls durch den Organismus aufgenommen werde. Es empfehle sich, Fisch zusammen mit bestimmten Polyphenolen, also antioxidativen Pflanzenstoffen, zu garen und/oder verzehren. Diese seien in Tee enthalten.

Besser NICHT aufhören, Fisch zu essen

Laut Diplom-Ökotrophologe Professor Nicolai Worm überwiegen die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Fisch. Er würde daher nicht empfehlen, seinen Konsum einzuschränken, sondern – im Gegenteil – möglichst viel fetten Fisch zu essen. „So können das hochwertige Fisch-Protein und auch die wertvollen und in der sonstigen Ernährung knapp verfügbaren langkettigen Omega-3 Fettsäuren ausreichend zugeführt werden“, erklärt der Experte auf FITBOOK-Nachfrage. Wer dennoch lieber vor ihrem Verzehr Abstand nimmt, sollte laut Prof. Worm zumindest Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um eine ausreichende Versorgung mit Fischfett zu gewährleisten. Neben hochgereinigten Fischöl-Präparaten eigneten sich hierfür (speziell für Veganer) solche auf Algenbasis, „denn inzwischen werden Algen gezüchtet, die jene wertvollen Fettsäuren produzieren.“

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