Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für Fitness, Gesundheit und Ernährung
Dermatophilose

Symptome und Diagnose der „Regenfäule“

Bestimmte Hautveränderungen können auf die Dermatophilose hindeuten
Bestimmte Hautveränderungen können auf die Dermatophilose hindeuten Foto: Getty Images
Mara Pollokat
Mara Pallokat

10. September 2026, 10:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Eine Erkrankung, die bislang vor allem aus der Tiermedizin bekannt war, sorgt nun auch bei Gesundheitsbehörden für Aufmerksamkeit. In mehreren europäischen Ländern wurden in den vergangenen Monaten ungewöhnlich viele Infektionen mit dem Bakterium Dermatophilus congolensis festgestellt. Auch in Deutschland sind inzwischen erste Fälle gemeldet worden. Was hinter der sogenannten Dermatophilose steckt und welche Symptome auftreten können, erfahren Sie bei FITBOOK.

RKI meldet erste Erkrankungen in Berlin und Brandenburg

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet von insgesamt 16 bestätigten Fällen der seltenen Hautkrankheit in Deutschland seit Dezember 2025. Betroffen sind unter anderem Berlin und Brandenburg.

Ausgelöst wird die Erkrankung durch das Bakterium Dermatophilus congolensis. Die Dermatophilose ist umgangssprachlich auch als „Regenfäule“ oder „Regenekzem“ bekannt. Nach Angaben der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC wurde der Erreger bislang vor allem bei Rindern und anderen Tieren nachgewiesen.1 Erkrankungen beim Menschen galten lange als selten.

Die aktuellen Infektionen in Europa deuten jedoch darauf hin, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch engen Körperkontakt möglich sein könnte.

Welche Hautveränderungen auftreten können

Beim Menschen äußert sich die Infektion vor allem durch Veränderungen der Haut. Typische Anzeichen sind:

  • gerötete oder empfindliche Hautbereiche,
  • kleine Knötchen oder Erhebungen,
  • Pickel und Pusteln,
  • schuppige oder verkrustete Hautstellen,
  • Bläschen oder kleine Wunden,
  • Juckreiz oder Brennen.

Die Beschwerden können an verschiedenen Körperregionen auftreten. Beschrieben wurden Veränderungen an Händen, Armen, Beinen, im Gesicht sowie im Leisten- und Genitalbereich.

Bei jüngsten Fällen in Europa wurden unter anderem Entzündungen beobachtet, die an entzündete Haarwurzeln oder Pickel erinnern. Aus Frankreich wurden zudem Papeln am Hals und Oberkörper sowie Hautveränderungen in der Leiste, am Hodensack und am Gesäß gemeldet.

Diagnose nur durch Untersuchung möglich

Die Symptome lassen sich nicht eindeutig der Dermatophilose zuordnen. Zahlreiche andere Hauterkrankungen können ein sehr ähnliches Erscheinungsbild verursachen. Deshalb reicht ein Blick auf den Ausschlag nicht aus, um die Erkrankung sicher festzustellen. Ob tatsächlich Dermatophilus congolensis die Ursache ist, muss medizinisch abgeklärt werden.

Mehr zum Thema

Mögliche Übertragungswege werden untersucht

Frühere Erkrankungsfälle beim Menschen standen überwiegend mit dem Kontakt zu infizierten Tieren in Verbindung. Bei den aktuellen europäischen Fällen sehen Fachleute Hinweise darauf, dass auch eine Übertragung zwischen Menschen möglich sein könnte.

Im Fokus stehen insbesondere enge Hautkontakte, darunter sexuelle Kontakte. Nach Angaben zu den deutschen Fällen spielten Besuche sogenannter sexpositiver Saunen eine Rolle. Darüber hinaus prüfen Experten, ob gemeinsam genutzte Oberflächen in feuchtwarmen Umgebungen zur Verbreitung beitragen können.2

Risiko für die Bevölkerung derzeit gering

Nach aktueller Einschätzung bleibt das Risiko für die Allgemeinbevölkerung niedrig. Bislang verlaufen die bekannten Infektionen beim Menschen überwiegend mild.

Wer ungewöhnliche Hautveränderungen bemerkt, die jucken, verkrusten oder sich ausbreiten, sollte diese ärztlich untersuchen lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen oder zunehmen.

Quellen

  1. European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC). Rapid risk assessment – Clusters of dermatophilosis in five EU/EEA countries in 2025–2026 (aufgerufen am 9.9.2026) ↩︎
  2. • Robert Koch‑Institut. Epidemiologisches Bulletin vom 28. Mai 2026. (aufgerufen am 9.9.2026) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.