13. August 2025, 5:00 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Ob im Berufsleben, auf Social Media oder im Alltag: Täglich geschminkt zu sein, gilt heute nahezu als Norm. Kosmetische Perfektion ist zum stillschweigenden Standard geworden. Dabei wird oft übersehen, dass die tägliche Anwendung gängiger Make-up-Produkte nicht nur das Hautbild verändern kann, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesundheit hat. FITBOOK klärt Sie über die Folgeproblematik täglich getragenen Make-ups.
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Vergrößerung der Poren
Tägliches Schminken allein macht die Poren nicht größer, dies ist zu Unrecht ein verbreiteter Irrglaube. Ob Poren groß oder klein erscheinen, ist in erster Linie genetisch bedingt.1 Trotzdem kann es sein, dass Make-up die Poren optisch vergrößert aussehen lässt, vor allem wenn es nicht gründlich entfernt wird. Bleiben Foundation-Rückstände über Nacht auf der Haut, können sie die Poren verstopfen. Dies begünstigt folgend Pickel oder Entzündungen, wodurch die Poren infolge größer wirken.
Viele Foundations enthalten Silikone, die für ein glattes Hautbild sorgen. Das ist grundsätzlich unbedenklich, solange Sie die Haut abends gut reinigen. Wird das vernachlässigt, können sich Rückstände ablagern, die Haut schlechter „atmen“ lassen und die Poren mit der Zeit überbeanspruchen.2
Entstehung von Augenentzündungen
Die regelmäßige Verwendung von Mascara, Kajal und Lidschatten kann das Risiko für Augeninfektionen und Reizungen erhöhen. Insbesondere nicht sachgemäß angewandte Produkte oder über das Haltbarkeitsdatum hinaus verwendete Produkte begünstigen Entzündungen und Reizungen weiter. Bis zu 36 Prozent der Mascara-Behälter, die täglich über drei Monate genutzt werden, weisen mikrobielle Belastung auf. Unter anderem Staphylococcus aureus oder Pseudomonas aeruginosa.3 Solche Kontaminationen können Symptome wie gerötete Augen, Juckreiz, Gerstenkörner (Hordeolum) oder Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) auslösen.4
Es ist auch keine Frage des Preises, denn teure Augen-Make-up Produkte bieten ebenfalls keinen Schutz vor mikrobieller Kontamination. Daher gilt: Mascara, Eyeliner oder Lidschatten sollen regelmäßig ersetzt werden. Ein Zeitraum von zwei bis vier Monaten ist hier zu empfehlen.5
Um Infektionen wie Konjunktivitis oder Blepharitis vorzubeugen, sollten Sie außerdem auf das Teilen von Mascara oder anderen Augen-Make-up-Produkten verzichten. Denn so können Bakterien, Viren und Pilze leicht übertragen werden.6
Ausfall der Wimpern
Wimperntusche kann beim Trocknen hart werden – vor allem bei wasserfestem Mascara. Dadurch werden die Wimpern steifer und brechen leichter, besonders wenn man sie beim Abschminken zu stark reibt. Wird Mascara häufig verwendet, ohne dass die Wimpern zwischendurch gepflegt werden oder eine Pause bekommen, kann das dazu führen, dass sie mit der Zeit dünner, trockener und brüchiger werden. Auf Dauer kann das sogar zu Wimpernausfall führen.7, 8
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Probleme mit den Lippen
Die tägliche Anwendung von Lippenstift kann Folgen für die empfindliche Lippenhaut haben. Denn diese unterscheidet sich anatomisch deutlich von anderer Gesichtshaut: Sie ist dünner, hat keine Talg- oder Schweißdrüsen und weist eine hohe transepidermale-Wasserverlustrate (wie viel Wasser der Haut durch Verdunstung verloren geht) auf.9 Daraus resultiert, dass Lippen schneller austrocknen, vor allem wenn gewisse Lippenstiftzusammensetzungen dies weiter begünstigen.
Eine internationale Querschnittsstudie aus dem Jahr 2023 zeigte: 30 Prozent der Nutzerinnen berichten über trockene Lippen als direkte Folge der Lippenstiftverwendung, insbesondere bei häufiger Anwendung. Noch höher waren die Zahlen für Lippenrisse mit fast 40 Prozent und Hyperpigmentierung mit über 54 Prozent, die häufig gemeinsam auftreten.
Die Häufigkeit der Anwendung spielt laut Studie eine zentrale Rolle: Über 80 Prozent der betroffenen Frauen trugen täglich ein- bis zweimal Lippenstift auf. Matten und flüssigen Lippenstiftzusammensetzungen wurde am häufigsten eine austrocknende Wirkung zugeschrieben.10
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Warum trocknet Lippenstift aus?
Das Problem liegt meist in der Kombination aus hohem Wachsanteil, starkem Pigmentgehalt und fehlenden Weichmachern wie Jojobaöl oder Lanolin. Vor allem langanhaltende, matte und flüssige Lippenstifte verzichten häufig auf feuchtigkeitsspendende Komponenten, um länger zu halten. Diese Produkte entziehen den Lippen Feuchtigkeit, verstärken Schuppenbildung und begünstigen Risse, besonders bei täglichem Gebrauch ohne Pflegebasis.11
Wie tägliches Make-up die Augenpartie belasten kann
Die Haut rund um die Augen ist besonders empfindlich, den sie ist dünner, enthält kaum Talgdrüsen und neigt schneller zu Trockenheit oder Faltenbildung. Wird sie täglich mit Concealer, Lidschatten, Kajal oder Mascara geschminkt, kann das auf Dauer zu Problemen führen. Vor allem, wenn Produkte nicht sanft aufgetragen und nicht gründlich entfernt werden. Reibung beim Abschminken, aber auch wasserdichte Texturen, die stark haften, können die Haut strapazieren.
Gerade die Kombination aus der Reibung beim Abschminken und bestimmten Inhaltsstoffen, kann die empfindliche Augenpartie reizen. Unter anderem gehören dazu Konservierungsmittel und Duftstoffe.12 Außerdem besteht bei regelmäßiger Verwendung von Augen-Make-up ein erhöhtes Risiko für Reizungen der Bindehaut, trockene Augen oder verstopfte Talgdrüsen an den Lidern. Die sogenannten Meibom-Drüsen sorgen eigentlich dafür, dass das Auge geschmeidig bleibt, jedoch wenn sie verkleben, drohen Gerstenkörner oder dauerhafte Trockenheit.13